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Good Bye, Lenin!

Komödie über eine sterbenskranke Sozialistin und die Illusion einer intakten DDR, die ihre Familie nach dem Mauerfall aufrecht zu halten versucht.


Good Bye, Lenin!

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Erhältlich seit:
18.09.2003

Komödie

Deutschland 2003
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 6

Daniel Brühl
Katrin Saß
Chulpan Khamatova

Regie: Wolfgang Becker
Warner Home Video Germany

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Shooting-Star Daniel Brühl begeistert in einer ebenso gagreichen wie warmherzigen Komödie über die etwas andere Geschichte des Mauerfalls.

Alex muss für seine kranke Mutter die DDR wieder aufleben lassen (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Alex muss für seine kranke Mutter die DDR wieder aufleben lassen (Foto: X Verleih (Warner))

Keine Atempause... Geschichte wird gemacht. Und dieser Film lässt nun endlich zusammenwachsen, was zusammengehört. "Good Bye, Lenin!" liefert den ultimativen Beitrag zum Thema Mauerfall. Wolfgang Becker ("Das Leben ist eine Baustelle") ist ein Perfektionist, überlässt nichts dem Zufall.

Bei ihm stimmen die Figuren, die Dialoge, die Ausstattung, die Kostüme und Requisiten - unerlässlich bei einem Film, der auf ebenso eigenwillige wie unwiderstehliche Art eine ganz andere Variante der gesamtdeutschen Historie erzählt. Schließlich geht es um eine verdiente DDR-Bürgerin (famos: Katrin Saß), die kurz vor dem Mauerfall nach einem Herzinfarkt ins Koma fällt. Als sie acht Monate später wieder die Augen aufschlägt, erwacht sie in einem neuen Land.

Kleiner Kulturschock am Abend (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Kleiner Kulturschock am Abend (Foto: X Verleih (Warner))

Der gute, alte Osten

Doch erfahren darf sie davon nichts. Jede Aufregung würde sie umbringen. Also beginnt ihr treusorgender Sohn Alex (Daniel Brühl), in der 79 qm großen Plattenbau-Wohnung die DDR wieder aufleben zu lassen - mit allen erlaubten und unerlaubten Tricks.

Das ist zum einen rasend komisch, zum anderen auch mitreißend menschlich. Ein waschechter Becker eben, den man auf keinen Fall verpassen darf.

Good Bye, Lenin!

Wenn das sozialistische Glück eine Illusion war, muss eine Komödie darüber auch Wunschvorstellung und Sinnestäuschung reflektieren. Wolfgang Beckers neuem Film gelingt dies - und darüber hinaus eine seltene Gratwanderung: "Good Bye, Lenin!" ist komisch, aber nicht albern, politisch, aber nicht missionarisch, intelligent, aber nicht intellektuell und emotional, aber nicht sentimental. Die Geschichte einer DDR-Familie, die in der Zeit des Mauerfalls für die herzkranke, politisch engagierte Mutter die heile, sozialistische Welt simuliert, verdient internationale Aufmerksamkeit und große Zuschauerresonanz und erfüllt alle Voraussetzungen, um beides auch zu bekommen.

Fünf Jahre nach "Das Leben ist eine Baustelle" und seinem angekündigten, leider aber nicht realisierten Projekt "Sonnenfinsternis" bringt Becker nicht nur Unterhaltungsanspruch, sondern Anspruch und Unterhaltung ins deutsche Kino zurück. Nach einem originellen Konzept Bernd Lichtenbergs entwickelte er mit dem Autor zusammen das Drehbuch über eine groteske Scharade, die der Erzähler, der 22-jährige Alex (Daniel Brühl aus "Nichts bereuen"), mit seiner Familie und deren Bekannten für seine schwerkranke Mutter inszeniert. Im Herbst 1989 feiert die DDR ihren 40. Jahrestag, obwohl der Sozialismus längst im Koma liegt, in das auch eine seiner unermüdlichsten Kämpferinnen nach einer Herzattacke fällt. Als Christiane Kerner (großartig: Katrin Saß) im Sommer 1990 wieder erwacht, muss ihre fragile Gesundheit geschont werden. Deshalb darf sie die Wahrheit über die radikal veränderte politische Situation nicht erfahren. Zu groß wäre der Schock, nach ihrem Mann (Westflucht) nun auch noch vom politischen Traum verlassen worden zu sein. So spielt die Familie der bettlägerigen Frau in der Wohnung das unverändert blühende Plaste-Paradies vor. Die schon entfernten Möbel werden vom Sperrmüll zurückgeholt, der westliche Maggi- und Erasco-Ernährungsimperialismus wird vertuscht (alte DDR-Etiketten auf neuen Lebensmitteln) und zu Mutters Geburtstag holt man zwei Kids von der Straße, die im FDJ-Outfit, von solider D-Mark motiviert, das obligatorische Republiksständchen vortragen dürfen. Mutters Unterhaltungs- und Informationsbedürfnis schließlich wird mit Videokonserven aus glücklichen DDR-Tagen befriedigt. Womit der Zuschauer den Willen zum Glauben mitbringen muss, dass sie immer nur dann fernsehen will, wenn ihre Kinder zum Füttern des versteckten Videorekorders präsent sind. Es gibt weitere kleinere Fragezeichen, die mit der Aufrechterhaltung der Illusion gekoppelt sind. Aber auch sie bleiben bedeutungslos angesichts des Charmes und der Glaubwürdigkeit des Films in Atmosphäre, Milieu und Darstellungen. Was leicht in den Klamauk hätte abstürzen können, bleibt gewitzt und in der ironischen Verdrehung der politischen Realitäten geradezu brillant. Denn die Sozialismus-Matrix entwickelt sich zum Fulltime-Job, als vor dem Fenster riesige Coke-Werbeträger sichtbar platziert werden, Test-the-West (!)-Ballons vorbeifliegen und Mutter Kerner bei ihrem ersten Ausflug auf die Straße so viele Autos, Menschen und Technik aus dem Westen entdeckt, dass der neue Erklärungsbedarf von Alex gedeckt werden muss. Zusammen mit seinem Freund Denis, der Filmemacher werden will, inszeniert Alex TV-Fälschungen der "Aktuellen Stunde", mit der die Veränderungen im Staat als Verdienste der DDR-Regierung gedeutet werden. So werden die neuen Bürger aus dem Westen mit einer großzügigen Geste Honeckers erklärt, der durch den Kapitalismus verunsicherten Wessis die Einreise in großem Stil erlaubte. Hinreißend komisch ist das, aber immer auch mit Sympathien für die Menschen verbunden, deren Leben innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf gestellt wurde. Dabei erkennt der Film Defizite wie auch Errungenschaften der DDR an, die in der Inszenierung schließlich so aussieht, wie sie sich Alex immer gewünscht hätte. Gleichberechtigt mit der politisch-gesellschaftlichen ist die familiäre Perspektive. Die Westflucht von Vater Kerner hat Kinder, Mutter und ihre enge Bindung geprägt. Doch die Desertion entpuppt sich wie die Perfektion des Sozialismus schließlich als Lebenslüge. Die inszenatorische und darstellerische Qualität des Films zeigt sich in der Familienzusammenführung noch einmal exemplarisch. Die Gefühle erkennt man in den Gesichtern, nicht in großen Gesten oder Worten. Am Ende wird auf der Leinwand gefeiert, aber auch davor hätte man allen Grund dazu. kob.

Good Bye, Lenin!

Geschichte wird gemacht.
Nur für den 21-jährigen Alex (Daniel Brühl) geht nichts voran. Kurz vor dem Fall der Mauer fällt seine Mutter (Katrin Sass), eine überzeugte Bürgerin der DDR, nach einem Herzinfarkt ins Koma - und verschläft den Siegeszug des Kapitalismus. Als sie wie durch ein Wunder nach acht Monaten die Augen aufschlägt, erwacht sie in einem neuen Land. Erfahren darf sie von alledem nichts: Zu angeschlagen ist ihr schwaches Herz, als dass es die Aufregung überstehen könnte. Um seine Mutter zu retten, muss Alex auf 79 Quadratmeter die DDR wieder auferstehen lassen ...

Mit "Good Bye, Lenin!" schreibt Wolfgang Becker Filmgeschichte:
9 Deutsche Filmpreise, 6 Millionen begeisterte Kinozuschauer, 5 Wochen auf Platz 1 der Kinocharts, in die ganze Welt verkauft und schon heute einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten.

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Daniel Brühl   als Alex
  Katrin Saß   als Mutter
  Chulpan Khamatova   als Lara
  Maria Simon   als Ariane
  Florian Lukas   als Denis
  Alexander Beyer   als Rainer
  Burghart Klaußner   als Vater
  Franziska Troegner   als Frau Schäfer
  Michael Gwisdek   als Direktor Klapprath
 
Regie:  Wolfgang Becker  
Buch:  Bernd Lichtenberg  
  Wolfgang Becker  
Musik:  Yann Tiersen  
Kamera:  Martin Kukula  
Produzent:  Stefan Arndt  

Wim Wenders im Wettbewerb

Der neue Biennale-Direktor Marco Müller hat die Teilnehmer des diesjährigen Filmfestivals von Venedig bekannt gegeben.

Dolce Vita für Wim Wenders (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Dolce Vita für Wim Wenders (Foto: Kurt Krieger)

Mit dabei ist Wim Wenders sozialkritischer Spielfilm "Land of Plenty". Der deutsche Regisseur selbst nennt "Land of Plenty" seinen bisher politischsten Film. Außerdem werden in Venedig unter anderem der Skandalfilm "Birth" von Jonathan Glazer, "5x2" von Francois Ozon und "Mar adentro" von Alejandro Amenábar gezeigt.

Das Filmfestival findet vom 1. bis 11. September unter dem Vorsitz des britischen Regisseurs John Boorman statt. In der Jury sitzen Größen wie Spike Lee und Scarlett Johansson sowie der "Good Bye, Lenin!"-Regisseur Wolfgang Becker.

» Alle Teilnehmer im Wettbewerb des Filmfestivals 2004

 

Good Bye, Lenin! in der Fotoshow

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Daniel Brühl

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