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Good Night, and Good Luck

Großartige zweite Regiearbeit von George Clooney über einen populären Fernsehjournalisten, der sich als einer von wenigen in den 50er Jahren mit Kommunistenjäger McCarthy anlegt.


Good Night, and Good Luck

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Erhältlich seit:
12.10.2007

Drama

USA 2005
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 6

David Strathairn
George Clooney
Robert Downey Jr.

Regie: George Clooney
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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George Clooney zeigt sich mal wieder als politischer Kopf bei diesem Blick in die McCarthy-Ära. Bezüge zur Gegenwart sind nicht zufällig ...

Letzte Besprechung vor der Sendung: Was tun gegen Druck von oben? (Foto: Kinowelt) Großansicht

Letzte Besprechung vor der Sendung: Was tun gegen Druck von oben? (Foto: Kinowelt)

Er empfindet sich als "stolzer Liberaler", auch wenn das in USA als Schimpfwort gilt, und steht für die neue Politisierung des US-Kinos: sexy George Clooney. Seine zweite brillante Regiearbeit spielt im Jahre 1953, die Zeit des kalten Krieges und des Scharfmachers Joseph McCarthy. Der riecht überall kommunistische Verschwörungen, vor allem in den Medien.

Ins Fadenkreuz der Hetzjagd gerät Moderator Edward Murrow (David Strathairn), der in der Live-Sendung "See It Now" die Methoden McCarthys unter die Lupe nimmt und Fakten recherchiert, die den nach außen so korrekten Senator mit nicht ganz weißer Weste zeigen. Am Sendungsende verabschiedet er sich mit dem Wunsch "Good Night, and Good Luck".

Clooney als TV-Produzent (Foto: Kinowelt) Großansicht

Clooney als TV-Produzent (Foto: Kinowelt)

Mut zur Meinungsfreiheit

Hier geht es um Zivilcourage, den Mut, sich gegen politischen Druck zu wenden, nicht mundtot machen zu lassen. In großartigem Schwarz-Weiss erzählt der Film mit Clooney als Regisseur, Drehbuchautor und in der Rolle des engagierten Fernsehproduzenten, der zu seinem Reporter hält, vom Kampf um Meinungsfreiheit und Journalistenehre.

Da sitzt jedes Wort, nicht nur vor der Kamera, sondern auch bei Whiskey und Zigarren unter Männern in der schummrigen Bar. Weiter so, Mr. Clooney.

Good Night, and Good Luck

Nachdem er mit "Confessions of a Dangerous Mind" auf der Berlinale 2002 als Regisseur debütierte, eröffnete George Clooney nun mit seiner zweiten Inszenierungsarbeit "Good Night, and Good Luck" den Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig. Zurück in die 50er Jahre führt sein exzellent besetztes und mit viel Stilwillen umgesetztes Werk, in dessen Mittelpunkt der couragierte Kampf des TV-Manns Edward R. Murrow mit dem "Hexenjäger" Senator Joseph McCarthy steht.

Als Schauspieler ist er Publikums- und Kritikerliebling gleichermaßen: George Clooney, einer der ganz wenigen zeitgenössischen Hollywood-Stars, der das Zeug dazu hat, in die Fußstapfen Cary Grants zu treten. Doch das genügt Clooney nicht. Er will mehr, sieht Film durchaus auch als Möglichkeit, etwas zu bewegen, als Regisseur Missstände anzuprangern. Als politischer Mensch übte er laute Kritik an George W. Bushs Angriff auf den Irak und musste dafür heftig Schelte einstecken. Was ihn, den Sohn eines Fernsehjournalisten, nicht daran hindert, gleich wieder in ein Wespennest zu stechen. Diesmal geht es ihm um das gesetzlich verbriefte Recht auf freie Meinungsäußerung, um die Sicherstellung der Unabhängigkeit der Presse - mit Blick auf den von US-Regierungskreisen so gepriesenen "embedded journalism" durchaus gerechtfertigt und nachvollziehbar.

Das US-Fernsehen steckt in den frühen 50er Jahren noch in den Kinderschuhen, ist abhängig von seinen Sponsoren, was den populären CBS-Reporter Edward R. Murrow (brillant: David Strathairn) und dessen Produzenten Fred Friendly (zurückhaltend: George Clooney) nicht davon abhält, in ihrer live ausgestrahlten News-Sendung "See It Now" heiße Eisen anzupacken und unbequeme Themen aufzugreifen. So berichten sie etwa von der Entlassung des Marine-Piloten Milo Radulovich. Der hat sich geweigert, Schwester und Vater zu denunzieren - woraufhin er als "Sicherheitsrisiko" seinem Arbeitsplatz "verliert". Das Team um Murrow geht der Story auf den Grund - und stößt dabei auf den paranoiden Senator Joseph McCarthy aus Wisconsin, der als Vorsitzender des "House Un-American Activities Committee" überall kommunistische Verschwörungen vermutet...

Eine Herzensangelegenheit, ein Lehrbeispiel in Sachen Zivilcourage und korrektem Journalismus, gefilmt in strengem Schwarzweiß (Kamera: Robert Elswit), örtlich reduziert auf ein Nachrichtenstudio und eine Bar, wo sich die Kollegen zu Meinungsaustausch und Schlummertrunk treffen. Clooney beschränkt sich aufs absolut Wesentliche, bleibt nahe an seinen ewig rauchenden Protagonisten, rückt ihnen im wahrsten Sinn des Wortes auf den Leib. Er zwängt sie gleichsam in die enge Kadrierung des Fernsehens, reduziert sie auf "talking heads", zeichnet nach, wie Nachrichten "entstehen" und fängt die ewig gespannte Atmosphäre im "News Room" mit viel Gespür ein. Unterstützt von einem exzellent harmonierenden Ensemble - darunter Frank Langella als legendärer CBS-Boss William Paley sowie Robert Downey Jr., Jeff Daniels und Patricia Clarkson -, untermalt von einem prickelnden, jazzigen Score, gelingt Clooney ein unglaublich kämpferischer Film, dessen Radikalität durch die formale Strenge noch betont wird. Eine wahre Geschichte, eine brisante, höchst aktuelle Geschichte. Erschreckend unterhaltsam ist das - und handwerklich makellos. geh.

Good Night, and Good Luck

USA, 1953. Senator Joseph McCarthy inszeniert eine landesweite Hexenjagd gegen vermeintliche Kommunisten, klagt Unschuldige in Schauprozessen an und zerstört ganze Existenzen. Auch im Newsroom von CBS ist die Angst angekommen. Doch Fernseh-moderator Edward R. Murrow lässt sich nicht einschüchtern. Unter dem Motto "Fakten statt Mutmaßungen" berichtet er in seiner Sendung "See it Now" über einen Piloten, der ohne triftigen Grund aus der Luftwaffe ausgeschlossen wurde. Damit bringt er nicht nur die Armee, sondern auch Werbekunden und Chefetage gegen sich auf. Trotzdem bleiben er und seine Mitstreiter, angeführt von dem Produzenten Fred Friendly und dem Reporter Joe Wershba, standhaft. In der nächsten Sendung nehmen sie McCarthy selbst ins Visier. Der holt schnell zum Gegenschlag aus ...
Mit seiner zweiten Regiearbeit liefert Hollywood-Star George Clooney ein packendes, stilistisch perfektes und hervorragend besetztes Drama ab, das nicht nur Reporterlegende Edward R. Murrow ein Denkmal setzt, sondern die Unentbehrlichkeit unabhängigen Journalismus' vor Augen führt. Der Film wurde für sechs Oscars[r] nominiert und gewann die Preise für das beste Drehbuch und den besten Hauptdarsteller auf dem Festival in Venedig wie auch den Europäischen Filmpreis für den besten Nicht-Europäischen Film 2005.

Quelle: Studiocanal

Die Hintergrundstory des Films, Interview mit George Clooney, Filmfestival Venedig

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  David Strathairn   als Edward R. Murrow
  George Clooney   als Fred Friendly
  Robert Downey Jr.   als Joe Wershba
  Patricia Clarkson   als Shirley Wershba
  Ray Wise   als Don Hollenbeck
  Frank Langella   als William Paley
  Jeff Daniels   als Sigfried Mickelson
  Tate Donovan   als Jesse Zousmer
  Thomas McCarthy   als Palmer Williams
  Matt Ross   als Eddie Scott
  Reed Diamond   als John Aaron
  Robert John Burke   als Charlie Mack
  Grant Heslov   als Don Hewitt
 
Regie:  George Clooney  
Buch:  George Clooney  
  Grant Heslov  
Kamera:  Robert Elswit  
Produzent:  George Clooney  
  Steven Soderbergh  
  Grant Heslov  

Clooney will sich adoptieren lassen

Für seine Späße ist George Clooney bekannt. Jetzt wird klar, von wem er diese Begabung hat.

George Clooney will endlich neue Eltern (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

George Clooney will endlich neue Eltern (Foto: Kurt Krieger)

Bei einer Vorführung seines Films "Good Night, and Good Luck" an der American University Washington machte George Clooney in der anschließenden Podiumsdiskussion jede Menge Faxen - und äußerte einen Adoptionswunsch.

In der Runde saßen Papa und Uni-Dozent Nicholas Clooney sowie ein Journalist. Als Nicholas den Studenten erklärte, es sei ihm sehr wichtig, dass sie aus diesem Film etwas lernen, meinte Clooney nur: "Mir nicht." Nicholas konterte: "Dieses Kind war mir noch nie wichtig. Aber seine Schwester ist toll!"

Unter dem Kichern der Zuschauer gab George zurück, er habe sich schon immer eine Adoption gewünscht, doch niemand wollte ihn haben. Auch der Journalist in der Runde konnte sich nicht durchringen, Clooney zu sich zu nehmen - obwohl er so vermögend sei: Er warte lieber auf das Angebot von Mark Cuban, einem der reichsten Menschen der Welt.

 

Good Night, and Good Luck in der Fotoshow

 

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