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Kaufvideo
Erhältlich seit:
06.08.2007
Großbritannien/USA/Deutschland 2001
Laufzeit: 137 Min.
FSK: ab 12
Michael Gambon
Kristin Scott Thomas
Camilla Rutherford
Regie: Robert Altman
Focus Magazin Verlag

Unbeirrbar und dabei unberechenbar verfolgt Robert Altman den eingeschlagenen Weg, bissige Gesellschafts- und Verhaltensbetrachtungen mit erkennbarer, aber nie plakativer Humanität zu verbinden. "Gosford Park" ist Altmans jüngste, von der US-Kritik bereits sehr geschätzte Pretiose, ein mit britischer Schauspielelite besetztes, theaterhaftes, aber nie Salon-erstarrtes Ensemblestück über ein Wochenende auf einem luxuriösen Landsitz. In dessen Verlauf leckt der Blutadel seine vom Geldadel geschlagenen Wunden, werden Klassenkonturen sowohl bei den Herrschaften wie auch deren Dienstpersonal aufgezeigt, wird aber hinter der Maskerade deutlich, dass die einstige soziale Trennungswand nicht nur sexuell längst eine poröse Membran geworden ist.
Atmosphäre und Ambiente von "Gosford Park" erinnern an Alan Bridges' kleines Meisterwerk "Die letzte Jagd", das 1983 eine britische Jagdgesellschaft vor dem Ausbruch des 1.Weltkriegs versammelte, um das Ende einer Ära zu markieren. Auch das erste Filmdrehbuch von Schauspieler Julian Fellowes, das wie Regisseur Altman mit einer Oscar-Nominierung rechnen darf, nimmt eine Jagdgesellschaft, hier im Jahr 1932, zum Ausgangspunkt, von der sich mancher der eingeladenen vornehmen Gäste erhofft, aus der chronischen Langeweile, der Strafe der Reichen, herausgerissen zu werden. Ähnliche Probleme plagen das Dienstpersonal nicht, das in seinem eigenen Bereich die Hierarchie seiner Herrschaft abbildet, damit keine homogene Einheit bildet, aber mit seiner pragmatischen Weltsicht deutlich besser auf das Leben vorbereitet ist. Der Clou des Drehbuchs ist nicht allein der Fokus auf das Personal, repräsentiert unter anderem von der jungen, unschuldigen Mary (Kelly Macdonald), dem in sich ruhenden Butler (Alan Bates) und der dominanten Haushälterin (Helen Mirren), sondern, dass die Menschen hinter den Masken nur in Gegenwart ihrer Dienstboten sichtbar werden. Das Personal ist die einzige Adresse für Privates und Intimes, ihm gegenüber öffnen sich Ladies und Lords, während sie untereinander klatschen, verbales Gift versprühen und das Gesicht zu wahren versuchen. Das Ergebnis ist nicht nur eine einzigartige Perspektive, sondern auch die bissige Erkenntnis, dass nämlich finanziell vielleicht unten von oben, emotional und in der Bewältigung des Lebens aber oben von unten abhängig ist. Natürlich braucht man eine Weile, um die eingeladenen Herrschaften samt Personal sortieren und zuordnen zu können, zumal Altman in seinen virtuos arrangierten Salonszenen wie gewohnt die Dialoge überlappen und die Figuren rochieren lässt. Dann aber findet man sich dank seiner Übersicht gut zurecht, konsumiert mit Genuss die kleinen verbalen Grausamkeiten und Verhaltensmuster, amüsiert sich über die kalifornischen Gäste aus der Filmbranche, die die Gesellschaft als Recherche für ihr nächstes Projekt wie kulturelle Exoten bestaunen, aber auch als solche bestaunt werden. Und wie in einem Charlie-Chan- oder Agatha-Christie-Film gibt es einen Mord, der Geheimnisse an die Oberfläche treten lässt. Mit dieser Murder-Mystery geht Altman spielerisch um, lässt mit Stephen Frys Inspektor einen unfähigen, aber witzigen Clown mit Monsieur-Hulot-Habitus auftreten, der solidarisch mit Altman an der Überführung des Täters nicht sonderlich interessiert ist. Was den Regieveteranen beschäftigt, ist eine soziale und emotionale Klimabeschreibung, ein Beobachten und Aufbrechen der Oberflächen. Und dies gelingt ihm hier ohne einen falschen Ton, in einer harmonischen Verbindung von giftiger Gesellschaftsanalyse, frivol-lockerem Amüsement und einem Streifzug durch persönliche Tragödien. kob.
| Darsteller: | Michael Gambon | als Sir William McCordle | |
|---|---|---|---|
| Kristin Scott Thomas | als Lady Sylvia McCordle | ||
| Camilla Rutherford | als Isobel McCordle | ||
| Maggie Smith | als Constance Countess of Trentham | ||
| Charles Dance | als Raymond Lord Stockbridge | ||
| Geraldine Somerville | als Louisa Lady Stockbridge | ||
| Tom Hollander | als Lt. Comm. Anthony Meredith | ||
| Natasha Wightman | als Lady Lavinia Meredith | ||
| James Wilby | als Freddie Nesbitt | ||
| Claudie Blakley | als Mabel Nesbitt | ||
| Laurence Fox | als Lord Rupert Standish | ||
| Trent Ford | als Jeremy Blond | ||
| Jeremy Northam | als Ivor Novello | ||
| Bob Balaban | als Morris Weissman | ||
| Alan Bates | als Jennings | ||
| Helen Mirren | als Mrs. Wilson | ||
| Eileen Atkins | als Mrs. Croft | ||
| Emily Watson | als Elsie | ||
| Richard E. Grant | als George | ||
| Jeremy Swift | als Arthur | ||
| Derek Jacobi | als Probert | ||
| Sophie Thompson | als Dorothy | ||
| Meg Wynn Owen | als Lewis | ||
| Teresa Churcher | als Bertha | ||
| Sarah Flind | als Ellen | ||
| Finty Williams | als Janet | ||
| Emma Buckley | als May | ||
| Kelly Macdonald | als Mary Maceachran | ||
| Ryan Phillippe | als Henry Denton | ||
| Clive Owen | als Robert Parks | ||
| Adrian Scarborough | als Barnes | ||
| Joanna Maude | als Renee | ||
| Frances Low | als Sarah | ||
| John Atterbury | als Merriman | ||
| Stephen Fry | als Inspektor Thompson | ||
| Ron Webster | als Constable Dexter | ||
| Regie: | Robert Altman | ||
| Buch: | Julian Fellowes | ||
| Musik: | Patrick Doyle | ||
| Kamera: | Andrew Dunn | ||
| Produzent: | Robert Altman | ||
| Bob Balaban | |||
| David Levy | |||
Gosford Park in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1:1,85/16:9
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Michael Gambon
Ein Kerl wie eine Falstaff-Figur. Er sieht aus wie ein verlebter Wüstling und ist doch als weiser Professor Albus Dumbledore der gütige...
Star
Kristin Scott Thomas
Sie ist die Frau für dezente, gehobene Melodramen. Dort kann sie ihre wertvollen Gefühle verstecken und erst nach und nach zum...
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