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Kaufvideo
Erhältlich seit:
18.12.2008
Deutschland 2008
Laufzeit: 89 Min.
FSK: ab 12
Peter Simonischek
Iris Berben
Nina Proll
Regie: Carlo Rola
Highlight Communications (Deutschland)

Es ist schon verblüffend, wie reibungslos der Austausch funktioniert. In Johannes Mario Simmels Roman "Gott schützt die Liebenden", erstmals erschienen 1957, geht es um nationalsozialistisches Geschmeiß, das zwölf Jahre nach dem Untergang des "Dritten Reichs" immer noch sein Unwesen treibt. Fünfzig Jahre später muss man solch eine Geschichte natürlich ganz anders erzählen. Wer immer auch die Idee hatte, "Nationalsozialismus" durch "Rote Armee Fraktion" zu ersetzen: Sie ist brillant.
Natürlich bildet der historische Hintergrund wie stets bei Simmel bloß die Kulisse für die unvermeidliche Liebesgeschichte, doch Günter Schütter, Autor diverser Drehbücher für Dominik Graf (unter anderem "Der Rote Kakadu" und die Grimme-preisgekrönte "Polizeiruf"-Folge "Der scharlachrote Engel"), integriert die unglückselige Romanze ganz vortrefflich in die Zeit des RAF-Niedergangs.
Weniger gut ist Schütter die Dramaturgie geglückt, denn die handelnden Personen müssen immer wieder innehalten, um ihren Gesprächpartnern (und damit dem Publikum) die in Rückblenden dargebotenen Zusammenhänge zu erläutern. Dabei sind die eigentlich ganz einfach. Als seine Geliebte spurlos verschwindet, stößt Kriegsberichterstatter Paul Holland (Peter Simonischek) bei seinen Recherchen auf ein düsteres Kapitel in ihrer Vergangenheit: Sibylle Loredo (Iris Berben) heißt eigentlich Viktoria Brunswick und war die frühere Freundin eines RAF-Terroristen der so genannten Dritten Generation. Das Bundeskriminalamt hat sie benutzt, um den Kopf der letzten aktiven RAF-Splittergruppe zu schnappen. Sibylle/Viktoria rächte sich und wird nun selbst gesucht. Ihre Spur führt nach Salzburg, wo Holland auf eine weitere rätselhafte Frau (Nina Proll) trifft, nicht ahnend, dass auch sie noch eine alte Rechnung offen hat.
Iris Berben hat es vermutlich genossen, mal in eine ganz andere Rolle zu schlüpfen. Dass man ihr das Terroristenliebchen trotzdem nicht recht glaubt, liegt nicht zuletzt an der Wahl des Partners: Wie schon in der letzten "Rosa Roth"-Episode ("Der Fall des Jochen B.") wird ihr Geliebter von dem fast zwanzig Jahre jüngeren Ole Puppe gespielt. Berben wiederum ist Opfer des Images, das sie selbst aufgebaut hat. Dialogsätze wie "Ich hab' nicht mal 'ne Gebärmutter" (auf die Frage, ob sie Kinder habe) klingen längst nicht so locker, wie sie sollen. Und Simonischek muss mit seinen Befindlichkeitsbekundungen unnötig über Hollands Gefühlshaushalt aufklären ("Was ich nun erfuhr, traf mich bis ins Mark"). Carlo Rolas Inszenierung schließlich wirkt angesichts der Brisanz des Stoffes allzu undynamisch.
Dabei hat Schütter noch ein richtig heißes Eisen im Feuer: Das BKA ist Loredo auch deshalb auf den Fersen, weil sie beweisen kann, dass die Justizvollzugsbeamten in Stuttgart-Stammheim sehr wohl über die Vorgänge in den Zellen der inhaftierten RAF-Terroristen (Baader, Meinhof & Co.) und damit auch über deren Vorbereitungen zum gemeinsamen Suizid informiert waren. Spätestens jetzt wird die Handlung allerdings so komplex, dass man ihr ohne Gebrauchsanweisung gar nicht mehr folgen könnte. So etwas ist immer ein schlechtes Zeichen, aber wenn der Kommentar zur Rückblende dann auch noch derart ungelenk vorgetragen wird wie von Nina Proll, wird das Konstrukt zur Geduldsprobe. tpg.
Der Kriegsreporter Paul Holland (Peter Simonischek) hat zu viel Leid gesehen, um noch an Gott glauben zu können.
In Sybille Loredo (Iris Berben) hat er die Frau seines Lebens gefunden, und die Liebe zu ihr bedeutet ihm mehr als
jede Religion oder politische Weltanschauung. Doch seine Liebe wird auf eine harte Probe gestellt: Bei Pauls Rückkehr
von einer Reise in den Tschad ist Sybille plötzlich spurlos verschwunden. Alles deutet auf eine Entführung hin - nur
ein Motiv gibt es nicht. Als die Berliner Kriminalpolizei Paul um seine Mitarbeit bittet, macht er sich auf die Suche.
Denn dass Sybille tot ist, will er einfach nicht glauben.
Die einzige Spur, die Paul findet, führt ihn nach Salzburg. Dort stößt er auf einen Toten mit falschem Namen, der
früher unerbittlich die RAF verfolgte, auf einen redseligen Oberkommissar im Trachtenlook, auf eine geheimnisvolle
junge Frau mit weißen Haaren... und schließlich auf Sybille selbst, die eigentlich ganz anders heißt und seit Jahren
auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit ist.
GOTT SCHÜTZT DIE LIEBENDEN - zugleich dramatische Liebesgeschichte und politischer Thriller - ist der zweite Film
der aufwändig produzierten Simmel-Reihe, die im ZDF gezeigt wird. Das Drehbuch hat Grimme-Preisträger Günter
Schütter frei nach Motiven des gleichnamigen Bestsellers von Johannes Mario Simmel geschrieben. In den Hauptrollen
sind Iris Berben, Peter Simonischek und Nina Proll zu sehen.
Quelle: Highlight
| Darsteller: | Peter Simonischek | als Paul Holland | |
|---|---|---|---|
| Iris Berben | als Sybille Loredo | ||
| Nina Proll | als Petra Wendt | ||
| Ole Puppe | als Pascal Höhnefeld | ||
| Gitta Schweighöfer | als Franziska Zscheile | ||
| Fritz von Friedl | als Günter Enders | ||
| Johannes Silberschneider | als Kommissar Kohut | ||
| Joachim Paul Assböck | als Walter Albertz | ||
| Jana Thies | als Hanne Welz | ||
| Hans Klima | als Dr. Gürtler | ||
| Carmen-Maja Antoni | als Bea Höhnefeld | ||
| Frank G. H. Pohl | |||
| Regie: | Carlo Rola | ||
| Buch: | Günter Schütter | ||
| Musik: | Georg Kleinebreil | ||
| Kamera: | Frank Küpper | ||
| Produzent: | Oliver Berben | ||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Bildformat: 1:1,78/16:9
Extras: Making of, Bio- und Filmografien
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