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Grace Is Gone

Bewegender Antikriegsfilm ohne Schlachtgetümmel und Familiendrama über einen Mann, der den Tod seiner Frau im Irak nicht verkraften kann.


Grace Is Gone

Leihvideo

Erhältlich seit:
13.05.2009

Drama

USA 2007
Laufzeit: 81 Min.
FSK: ab 12

John Cusack
Alessandro Nivola
Shélan O'Keefe

Regie: James C. Strouse
Senator Home Entertainment

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Bewegender Antikriegsfilm ohne Schlachtgetümmel: Familiendrama über einen Mann, der den Tod seiner Frau im Irak nicht verkraften kann.

Stanley versucht, die schlimme Nachricht zu verdrängen (Foto: Central) Großansicht

Stanley versucht, die schlimme Nachricht zu verdrängen (Foto: Central)

Stanley Philips (John Cusack) ist ein amerikanischer Jedermann aus Minnesota. Er arbeitet im Baumarkt und kümmert sich liebevoll um seine beiden Töchter, zwölf und acht Jahre alt. Da bekommt er eine schreckliche Nachricht überliefert: Seine Frau, die als Soldatin im Irakkrieg stationiert war, ist gefallen.

Er bringt es einfach nicht übers Herz, es seinen Kindern zu sagen und unternimmt stattdessen mit ihnen einen Ausflug in einen weit entfernten Freizeitpark in Florida. Die Ablenkung wirk aber nicht allzu lange. Im Laufe des Trips wird Stanleys Trauer und Verzweiflung immer größer.

Zuhause ist es jetzt sehr einsam (Foto: Central) Großansicht

Zuhause ist es jetzt sehr einsam (Foto: Central)

Persönlich getroffen

Regisseur James C. Strouse überzeugt durch seine einfache Erzählweise und die Reduzierung auf das Notwändige. John Cusack beeindruckt mit seiner glaubhaften Darstellung eines zerrissenen Durchschnittsamerikaners, der vom Krieg nichts wissen wollte und aus dem nationalen Koma erst erwacht, als es ihn persönlich trifft. Ein kleiner, intensiver, anrührender Film.

Grace Is Gone

Bewegender Antikriegsfilm ohne Schlachtgetümmel und Familiendrama über Verlust und Trauer mit John Cusack, der den Tod seiner Frau im Irak nicht verkraften kann.

Eine ganz normale amerikanische Familie im Mittleren Westen, nur dass statt des Mannes die Frau im Irak als Soldatin kämpft. Stanley Phillips, früher selbst in der Army und wegen schlechter Augen ausgemustert, arbeitet im Baumarkt und kümmert sich liebevoll um seine beiden Töchter, zwölf und acht Jahre alt. Und dann stehen sie vor seiner Tür, zwei Uniformierte und überbringen ihm routiniert die Nachricht vom Tod seiner Frau, Beileid inklusive. Die Tragik des Krieges hat ihn eingeholt. Statt den Mädchen die Wahrheit zu sagen, schiebt er diesen Moment immer weiter vor sich her, begibt sich mit ihnen von Minnesota aus quer durch das Land auf eine Fahrt in den Freizeitpark "Enchanted Gardens" im fernen Florida. Je länger der Vater mit ihnen unterwegs ist, um so mehr empfinden sie sich als Familie, aber um so schwieriger wird es auch, den Kindern das Schreckliche zu erklären - die Verdrängung nimmt überhand. Die Ältere ahnt, dass da etwas nicht stimmt, die jüngere genießt naiv den Trip.

John Cusack spielt den Trauernden, der nach außen fröhlich scheinen muss und dabei innerlich verzweifelt und selbst Trost sucht, überzeugend in seiner Zerrissenheit und Verlorenheit. Er verweigert sich der schmerzhaften Konfrontation, obgleich sein Leid mit jedem Tag zunimmt, bis zur emotionalen Katharsis. James C. Strouse zeigt das Leben im Mittleren Westen aus der Perspektive derer, die dort leben, lässt nicht eine Sekunde Überheblichkeit spüren. So ist Stanley der Durchschnittsmensch aus der gepflegten Vorstadt, dessen Grundfesten zusammenbrechen. Ein Befürworter des Irakkrieges im Gegensatz zu seinem Bruder, einem erklärten Gegner (wobei der politische Streit zwischen den Brüdern etwas gekünstelt wirkt). "Grace is Gone" bewegt durch seine einfache Erzählweise, die Reduzierung auf das Notwendige. Wenn das Trio auf der Highway an sich immer wiederholenden Fast-Food-Restaurants und Shopping-Malls vorbeifährt, in den üblichen Motels übernachtet, so unterstreicht der Blick auf diese Alltäglichkeiten, die alltägliche Entfremdung. Die männliche Hauptfigur repräsentiert aber auch die Mehrheit seiner Landsleute, die nichts vom Irakkrieg wissen wollen, die das Grauen wegschieben und nur aus dem nationalen Koma erwachen, wenn es sie persönlich betrifft. Da passt es, dass das in geringer Kopienzahl gestartete Drama in USA - wie auch andere Irak-Filme von der Heimatfront wie "Im Tal von Elah" oder "Badland"- auf wenig und ambivalente Resonanz stieß. Was seine Qualität nicht schmälert. mk.

Darsteller:  John Cusack   als Stanley Phillips
  Alessandro Nivola   als John Phillips
  Shélan O'Keefe   als Heidi Phillips
  Gracie Bednarczyk   als Dawn Phillips
  Doug Dearth   als Captain Riggs
  Doug James   als Chaplain Johnson
  Marisa Tomei   als Frau am Pool
  Dana Gilhooley   als Grace Phillips
  Mary Kay Place   als Frau bei Beerdigung
 
Regie:  James C. Strouse  
Buch:  James C. Strouse  
Musik:  Clint Eastwood  
Kamera:  Jean-Louis Bompoint  
Produzent:  Galt Niederhoffer  
  John Cusack  
  Grace Loh  
  Celine Rattray  
  Daniela Taplin Lundberg  
 

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