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Greenberg

Bittersüße Komödie über einen 40-Jährigen New Yorker, der bei einem sechswöchigen Aufenthalt in Los Angeles endlich Fuß im Leben fallen will.


Greenberg

Leihvideo

Erhältlich seit:
23.09.2010

Drama/ Komödie

USA 2010
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 16

Ben Stiller
Greta Gerwig
Rhys Ifans

Regie: Noah Baumbach
Tobis Home Entertainment GmbH & Co. KG

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Greenberg

Roger Greenberg ist zwar um die 40 Jahre alt, kann aber nicht wirklich auf etwas Geleistetes im Leben zurückblicken. Resigniert kündigt er seinem einzigen Freund an, er wolle ab jetzt gezielt nichts tun. Eine Gelegenheit bietet sich, als sein erfolgreicher Bruder dem New Yorker anbietet, er könne sechs Wochen lang dessen Haus in Los Angeles hüten. Er sucht Kontakt zu alten Freunden und lernt die Assistentin seines Bruders kennen, die er mehr und mehr ins Herz schließt. Ob allerdings mehr daraus werden kann, ist unsicher.

Noah Baumbach bleibt seinem zuletzt eingeschlagenen Weg treu: Nach "Der Tintenfisch und der Wal" und "Margot at the Wedding" stellt er einen weiteren sehr persönlichen Film vor, in dessen Mittelpunkt einmal mehr ein von Neurosen und Unsicherheit geplagter Mann steht, dem es nicht so recht gelingen will, endlich erwachsen zu werden. Nicht zuletzt Ben Stiller in der Hauptrolle, u.a. neben Baumbachs Ehefrau Jennifer Jason Leigh, garantiert, dass Baumbach näher an den Mainstream rückt, ohne seine ureigene Stimme zu verlieren.

Greenberg

Mit feinem Witz erzählt Noah Baumbach von der Selbstfindung eines lächerlichen Mannes, den der gegen den Strich besetzte Ben Stiller vorzüglich zum Leben erweckt.

Eigentlich, so betont er, sei er ja ein umgänglicher Kerl, dennoch scheint seine Haupttätigkeit darin zu bestehen, lange Beschwerdebriefe zu verfassen. An Fluggesellschaften schreibt er, an Supermarktketten und Tiertaxibetreiber. Von New York hat es den Schreiner Roger Greenberg nach Los Angeles verschlagen, ein Nervenzusammenbruch hat den 41-Jährigen aus der Bahn geworfen, nun will er in der Villa seines erfolgreichen Bruders wieder zu sich finden. Nach seinem Titelhelden benennt Noah Baumbach, Sohn des Schriftstellers Jonathan Baumbach und der Filmkritikerin Georgia Brown, seinen neuesten Film und setzt sich dabei erneut mit dem Themenkomplex Familie und Neurosen auseinander. Biographisch gefärbt war sein "Der Tintenfisch und der Wal", eine Hommage an Eric Rohmer "Margot at the Wedding", als Art Nabelschau darf man nun "Greenberg" lesen.

Nichts will Nervensäge Roger fortan tun, außer das Haus hüten und für den Hund des Bruders, der mit Frau und Kindern geschäftlich in Japan weilt, eine Hütte zimmern. Um Greenberg wiederum soll sich Zugehfrau Florence (sympathisch: Greta Gerwig) kümmern, ein zurückhaltendes, multitaskingfähiges Organisationstalent, das von einer Karriere als Folksängerin träumt und alles auf die Reihe kriegt nur nicht das eigene (Liebes-)Leben. Keine Frage also, dass die beiden verlorenen Seelen sich zueinander hingezogen fühlen, aber nicht richtig zusammen kommen. Der erste Sex ist ein verstolpertes Desaster, Greenberg redet sich um Kopf und Kragen, Florence, Mitte 20, schaut betroffen, gibt sich verständnisvoll und leidet leise. Die strahlenden Erfolgsmenschen Hollywoods kommen hier nur ganz am Rande vor. Die (Anti-)Helden sind Durchschnittsverbraucher, die es zu nichts gebracht haben, in der Vergangenheit leben und immer noch Jeans, Turnschuhe und Kapuzenpullis tragen.

"Zoolander" Ben Stiller, sonst gerne quengelnder, ewig zappelnder Treibauf gefällt hier als differenzierter Schauspieler. Einem brodelnden Vulkan gleicht er, droht stets zu explodieren - doch traut er sich dann doch nicht. Die Annäherungsversuche bei der Ex - cool interpretiert von Noah Baumbach Ehefrau Jennifer Jason Leigh - verpuffen im Nichts, seinen einzig verblieben Freund, den Ex-Bandkollegen Ivan (zerzauster Gutmensch: Rhys Ifans), stößt er immer wieder rüde vor den Kopf. Nein, Greenberg, diesen Pedanten und Besserwisser, diesen Aufschneider und unlustigen Spießer muss man nicht mögen - und doch beginnt man, sich für ihn zu interessieren, wie für den ganzen Film, der merkwürdig mäandert, sich nicht entscheidet, ob er nun Komödie oder Soziogramm, Drama oder Tragödie sein möchte. Wenn man so will hat der Regisseur und Drehbuchautor ein neues Genre kreiert, eine Art Mainstream Home Movie mit dem Zuschauer in der Rolle des passiven Familienmitglieds - man kann die eigene Mischpoke nicht leiden und dennoch nicht von ihr lassen. geh.

Darsteller:  Ben Stiller   als Roger Greenberg
  Greta Gerwig   als Florence Marr
  Rhys Ifans   als Ivan Schrank
  Jennifer Jason Leigh   als Beth
  Brie Larson   als Sara
  Juno Temple   als Muriel
  Chris Messina   als Phillip Greenberg
  Susan Traylor   als Carol Greenberg
  Mark Duplass   als Eric Beller
  Merritt Wever   als Gina
 
Regie:  Noah Baumbach  
Buch:  Noah Baumbach  
Kamera:  Harris Savides  
Produzent:  Scott Rudin  
  Jennifer Jason Leigh  
 

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