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Große Mädchen weinen nicht

Teenager-Drama über eine Mädchenfreundschaft, die an der Affäre eines Elternteils zu zerbrechen droht.


Große Mädchen weinen nicht

Leihvideo

Erhältlich seit:
24.06.2003

Drama

Deutschland 2002
Laufzeit: 88 Min.
FSK: ab 12

Anna Maria Mühe
Karoline Herfurth
Josefine Domes

Regie: Maria von Heland
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Life aus dem "Teenage Battlefield": packende Story um die Nöte des Erwachsen- werdens mit "Mädchen Mädchen"-Star Karoline Herfurth und Newcomerin Anna Maria Mühe.

Steffi und Kati befürchten, dass ihr Plan scheitert

Steffi und Kati befürchten, dass ihr Plan scheitert

Nichts dem Zufall überließ Maria von Heland bei den Vorbereitungen zu ihrem Kinodebüt. Noch bevor die erste Klappe fiel, sprach die Stockholmer Regisseurin und Drehbuchautorin mit Berliner Teenagern über ihre Lebenspläne. Diese gesammelten Informationen verleihen ihrem Film ein Höchstmaß an Authentizität.

"Große Mädchen weinen nicht" beobachtet die 17-jährigen Freundinnen Kati (Anna Maria Mühe) und Steffi (Karoline Herfurth), bei denen sich alles um Schule, Jungs und Party dreht. Während Kati jedoch ständig Zoff mit ihren spießigen Eltern hat, scheint bei ihrer Freundin zu Hause alles im Lot zu sein. Bis sie eines Abends in einem Szene-Club Steffis Vater beim Knutschen mit einer Fremden ertappen. Für Steffi bricht eine Welt zusammen...

Mit viel Gespür für ihre jungen Protagonistinnen erforscht die Regisseurin das im Abspann besungene "Teenage Battlefield". Dabei werden die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens geschickt thematisiert und die pulsierende Metropole Berlin als pittoresker Hintergrund optimal genutzt. Mit viel Spaß bei der Sache sind Newcomerin Anna Maria Mühe und Karoline Herfurth ("Mädchen Mädchen"), die als Identifikationsfiguren hervorragend funktionieren. Ein durchdachtes Teen Movie, das ohne Kalauer und Fäkal-Gags auskommt und seine Figuren und deren Nöte endlich einmal ernst nimmt.

Große Mädchen weinen nicht

2000 landete die Deutsche Columbia Filmproduktion mit "Anatomie", ihrem ersten Spielfilm, sogleich einen veritablen Hit: Über zwei Millionen Besucher strömten in die Kinos und machten den Horror-Thriller zur erfolgreichsten deutschen Produktion des Jahres. Es folgten mit "Viktor Vogel - Commercial Man" und "Was tun, wenn's brennt" zwei thematisch anspruchsvollere Projekte, die sich mit 155.000 bzw. 390.0000 Besuchern an der Kasse recht wacker schlugen. Ein Einspielergebnis in diesem Bereich sollte auch für "Große Mädchen weinen nicht", einem ambitionierten, zur Abwechslung einmal Fäkal-Gag-freien Teen-Film über die Probleme des Erwachsenwerdens, möglich sein.

"Was heißt es, siebzehn zu sein?" Dieser Frage stellte sich Regisseurin und Drehbuchautorin Maria von Heland mit ihrem Kinodebüt. Die Filmemacherin, 1965 in Stockholm geboren, gelernte Journalistin, Absolventin der School of Film and Video sowie Austauschstudentin an der HFF "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg, traf sich vor Beginn der Dreharbeiten mit Dutzenden Berliner Teenagern zwischen 15 und 19 Jahren, um sich mit ihnen über deren Sorgen, Ängste, Träume und Hoffnungen zu unterhalten. Dabei kristallisierten sich fünf große Themenschwerpunkte heraus - neben der zentralen Suche nach der eigenen Identität noch Sex, Eltern, Schule und Zukunft. Und genau darum geht es nun in von Helands Spielfilm-Erstling, wobei "das Drehbuch keine der Geschichten enthält, die mir (...) erzählt wurden. Ich verwendete die Interviews als eine Folie, vor der ich prüfen konnte, ob meine Geschichte aus dem wirklichen Leben stammt und ob meine Heldinnen aus Fleisch und Blut sind."

So stehen denn auch ihre Heldinnen, die Busenfreundinnen Kati und Steffi, mit beiden Beinen im Leben. Schule, Jungs und Freizeit halten die beiden 17-Jährigen, die sich seit ihrer Kindheit kennen und voreinander keine Geheimnisse haben, auf Trab. Während sich Kati jedoch mit ihren erzkonservativen Eltern in den Haaren liegt, scheint bei ihrer Freundin zu Hause alles im Lot zu sein. Bis die beiden Mädchen eines Abends in einem Szene-Club Steffis Vater in den Armen einer anderen Frau ertappen. Für Steffi bricht die Welt zusammen. Fortan sinnt sie nur noch auf Rache - an ihrem Vater, an dessen Geliebter und sogar an der Tochter dieser Freundin. Der Anfang eines gefährlichen Spiels, das ihr nach und nach alle Freunde kostet und im Tod einer Klassenkameradin gipfelt...

Mit viel Gespür für ihre jungen Protagonistinnen erforscht die Regisseurin das im Abspann besungene "Teenage Battlefield". Weinen die großen Mädchen - frei nach Frankie Valli - hier auch nicht, werden die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens doch recht geschickt thematisiert und die pulsierenden Metropole Berlin als pittoresker Hintergrund optimal genutzt. Gekonnt eingesetzt und mit viel Spaß bei der Sache sind die Leinwand-Debütantin Anna Maria Mühe und Karoline Herfurth ("Mädchen Mädchen"), die ihre Parts glaubwürdig transportieren und als Identifikationsfiguren hervorragend funktionieren. Grundsolide - wie immer - agieren Nina Petri als Steffis Mama und Dieter Laser in einer Gastrolle als zwielichtiger Porno-Produzent.

Kleinere Schwachstellen des Werks sind Themenüberfrachtung und die etwas hölzerne Erzählweise. Statt sich auf zwei oder drei Handlungsstränge zu konzentrieren, versucht von Heland zu viel in ihren Film hineinzupacken - ein Phänomen, das bei zahlreichen Erstlingen zu beobachten ist. Eine Folge davon: das hektische Tempo. So müssen die verschiedenen Stories und Personen zum Schluss relativ schnell zusammengebracht werden, was nach der sorgfältigen Exposition eigentlich schade ist. Dennoch: "Große Mädchen weinen nicht" besticht als anspruchsvolles, durchdachtes Teen-Movie, das ohne Kalauer und Fäkal-Gags auskommt, seine Figuren und deren Nöte endlich einmal ernst nimmt und sich vor ähnlich gelagerten US-Produktionen nicht zu verstecken braucht. geh.

Darsteller:  Anna Maria Mühe   als Kati
  Karoline Herfurth   als Steffi
  Josefine Domes   als Tessa
  Tilbert Strahl-Schäfer   als Klaus
  David Winter   als Carlos
  Stefan Kurt   als Hans
  Nina Petri   als Ann
  Gabriela Maria Schmeide   als Ingrid
  Matthias Brandt   als Jost
  Teresa Harder   als Jeanette
  Chiara Steinmüller   als Lotte
  Hyun Wanner   als Jani
  Jennifer Ulrich   als Yvonne
  Conny Warmuth   als Jochen
  Dieter Laser   als Herr Winter
 
Regie:  Maria von Heland  
Buch:  Maria von Heland  
Musik:  Niklas Frisk  
  Andreas Mattsson  
Kamera:  Roman Osin  
Produzent:  Andrea Willson  
  Judy Tossell  
 

Große Mädchen weinen nicht in der Fotoshow

 

Fassungen

 

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Features

 

Star

Anna Maria Mühe

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Star

Karoline Herfurth

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