VHS Leihvideo

Halbe Treppe

Liebevolle und lebensnahe Tragikomödie über das Leben zweier befreundeter Paare in einer Plattenbausiedlung in Frankfurt/Oder.


Halbe Treppe

Leihvideo

Erhältlich seit:
18.09.2003

Drama/ Komödie

Deutschland 2002
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12

Steffi Kühnert
Gabriela Maria Schmeide
Thorsten Merten

Regie: Andreas Dresen
Universal Pictures Germany

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Halbe Treppe

Alltag in Frankfurt/Oder: Imbissbesitzer Uwe vergisst über seine Arbeit sowohl seine Ehefrau Ellen als auch die Kinder. Währenddessen läuft es auch in der Ehe ihrer Freunde, des Radiomoderators Chris und der Parkplatz-Einweiserin Katrin, nicht gerade prickelnd. Es kommt wie es kommen muss, Chris und Ellen lassen sich zu einem Seitensprung hinreißen. Die vorhersehbaren Tage zwischen Plattenbau, Dia-Abend und Couch-Gekuschel sind gezählt, denn die abgekühlten Beziehungen erweisen sich als keineswegs krisenfest.

Andreas Dresens ("Nachtgestalten") ungeschönte Tragikomödie begeisterte Kritiker wie Publikum gleichermaßen. Zwei Bayerische Filmpreise, ein Deutscher Filmpreis und der Silberne Bär auf der letztjährigen Berlinale sind die Bilanz der präzise beobachteten Milieu-Studie. Die vier hervorragenden Hauptdarsteller, allen voran Gabriela Maria Schmeide, strahlen sympathisch-pragmatische Gebrochenheit aus, während die Berliner Weltmusiktruppe 17 Hippies dieses Arthaus-Juwel mit hinreißendem Sound versorgt.

Halbe Treppe

Der Große Preis der Jury der Berlinale 2002 ist die verdiente Bestätigung der Filmarbeit von Andreas Dresen, der die in "Nachtgestalten" (Silberner Bär 1999 für Hauptdarsteller Michael Gwisdek; Deutscher Filmpreis 1999) und "Die Polizistin" (Grimme-Preis 2001) begonnen realistischen, liebe- und humorvollen Blicke auf die bittersüßen Probleme kleiner Leute mit Plattenbau-Gestalten aus Frankfurt/Oder fortsetzt und mit Digitalkamera, kleiner Crew, weitgehend improvisiertem Drehbuch und vier hervorragenden Schauspielern beste Ergebnisse erzielte.

Die titelgebende "Halbe Treppe", Imbissbude unter Plastikzelt auf einem Parkgang, gehört Uwe (Axel Prahl), der über der Arbeit Ehefrau Ellen (Steffi Kühnert), die in einer Parfümerie jobbt, und die Kinder vergisst. Die beiden sind befreundet mit dem kinderlosen und ebenfalls Mittdreißigerehepaar Chris (Thorsten Merten), Radiomoderator im Funkturm, und Katrin ("Polizistin" Gabriela Maria Schmeide), die an der Grenze nach Polen Trucks auf ihre Stellplätze einweist, und die sich im Bett nicht mehr viel zu sagen haben. Man amüsiert sich bei typisch deutschen Dia-Abenden, jagt dem entflohenen Wellensittich nach und hat sich mehr oder weniger in der "Hälfte des Lebens" auf halber Treppe abgeschliffen. Als Chris mit Ellen fremdgeht, hat der Seitensprung ungeahnte Folgen, führt zu Verletzungen, neuen Sichtweisen, Bilanzen und spurtet ohne Happy End zu neuen Anfängen unter anderen Vorzeichen.

Wie in den vorherigen Filmen ist Dresens Milieugenauigkeit stupend, ist sein Blick für die Szenen zweier Ehen zwischen Spülsteinrealismus, Ikea-Möbeln und Eisbeinstücken in der Badewanne prägnant und leider nur zu stimmig. Der Wortwitz kommt aus der guten alten Kaurismäki-Schule für geborene Verlierer und deren Sprachlosigkeit, die Komik mit eingebauter Tragik produziert: echt lebensnah. Dresen folgt den Krisengebeutelten hautnah per Digitalvideo und schafft lauter Wiedererkennungsmöglichkeiten. Ungleichgewichte in der Sympathieverteilung werden durch die Wirklichkeitsnähe aufgehoben, und das Inflagranti-Erwischen ist selten so kurios gefilmt worden. Der Preis für das vitale Stück deutschen Kinos, ehrlicher als der verstiegen exponierte "Felsen" und nicht so kunstgewerblich wie "Heaven", sollte Dresen über die Arthaus-Programmierung hinaus helfen. Mit der Berliner Folk-Gruppe 17 Hippies (Töne irgendwo zwischen Balkan und Schottland) gibt es zudem einen herrlichen musikalischen Running Gag. ger.

Darsteller:  Steffi Kühnert   als Ellen
  Gabriela Maria Schmeide   als Katrin
  Thorsten Merten   als Christian
  Axel Prahl   als Uwe
  Julia Ziesche   als Julia
  Jens Graßmehl   als Jens
  Mascha Rommel   als Mascha
  Gregor Ziesche   als Gregor
  Christine Schorn   als Frau i.d. Parfümerie
  Miro De Vittoris   als Bauunternehmer
  Eberhard Urban   als Eberhard
  Ralf Schönknecht   als Schöni
  Doris Schlingmann   als Doris
  Knut Elstermann   als Knut
  André Schneider   als Nachrichtensprecher
  Janko Brett  
  Torsten Thiem  
  Martina Pach  
  Frank Fuhrmann  
  Joanna Zaremba  
  Jaqueline Röstel  
  Carmen Engler  
  Martin Stoffer  
 
Regie:  Andreas Dresen  
Buch:  Andreas Dresen  
Musik:  17 Hippies  
Kamera:  Michael Hammon  
Produzent:  Peter Rommel  
 

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Features

 

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