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Hallam Foe - Anständig durchgeknallt

Schottisches Drama über einen jungen Mann, der sich als Voyeur betätigt, bis er ein junges Mädchen kennenlernt.


Hallam Foe - Anständig durchgeknallt

Leihvideo

Erhältlich seit:
06.03.2008

Originaltitel: Hallam Foe

Drama

Großbritannien 2007
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 12

Jamie Bell
Sophia Myles
Ciarán Hinds

Regie: David Mackenzie
Universal Pictures Germany

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Schottisches Drama über einen jungen Mann, der sich als Voyeur betätigt, bis er ein junges Mädchen kennen lernt.

Über den Dächern der Stadt hat Hallam die besten Einblicke (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

Über den Dächern der Stadt hat Hallam die besten Einblicke (Foto: Prokino (Fox))

Der etwas seltsame Teenager Hallam (Jamie Bell) verbringt seine Zeit am liebsten damit, andere Menschen und seine Umwelt heimlich zu beobachten. Seine Betrachtungen führen ihn sogar zu der Überzeugung, dass seine verführerische Stiefmutter Verity (Claire Forlani) Schuld an dem Tod seiner Mutter trägt.

Daraufhin verlässt Hallam sein Zuhause und zieht nach Edinburgh, wo er seinen voyeuristischen Neigungen auf den Dächern der Stadt weiter nachgeht. Dadurch lernt er die hübsche Kate (Sophia Myles) kennen, die ihm einen Job als Tellerwäscher besorgt und sein Liebslingsbeobachtungsobjekt wird. Doch diesmal bleibt Hallam nicht unentdeckt.

Hallams voyeuristische Neigungen bleiben nicht ohne Folgen... (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

Hallams voyeuristische Neigungen bleiben nicht ohne Folgen... (Foto: Prokino (Fox))

Einmal Berlin, immer Berlin

Nachdem sein "Asylum" 2005 im Wettbewerb der Berlinale eher skeptisch aufgenommen worden war, kehrte der schottische Regisseur David Mackenzie, der mit "Young Adam" ein beachtliches Debüt abgeliefert hatte, 2007 mit einem abermals komplexen Werk an die Spree zurück. Jamie Bell ("Billy Elliot") spielt die Hauptrolle in dem Film, der sich mit Themen wie Verlust, Erlösung und Ängsten auseinandersetzt.

Hallam Foe - Anständig durchgeknallt

David Mackenzie erzählt im Rahmen einer angedeuteten Krimihandlung eine ebenso einfühlsame wie fantasievolle Geschichte vom schwierigen Erwachsenwerden.

Hauptdarsteller Jamie Bell machte als tanzverrückter "Billy Elliot" (2000), einem Glanzstück des modernen britischen Kinos, nachhaltig auf sich aufmerksam. Mittlerweile zum jungen Erwachsenen gereift, steht er als "Hallam Foe" erneut im Mittelpunkt eines tragikomischen Plots um Sehnsucht und das Auseinanderbrechen der Familie. Dabei ist die eigentliche Katastrophe bei Filmbeginn schon längst passiert: Hallams Mutter ist vor zwei Jahren ertrunken, ein Unfall; genauer gesagt Selbstmord, wie sein Vater (Ciarán Hinds) dann (viel zu spät) beichtet. Der verwirrte Junge glaubt diese Version nicht, verdächtigt stattdessen die (goldgrabende?) Stiefmutter (Beauty als Biest: Claire Forlani) des Mordes. Schließlich war Papas Sekretärin schon lange vor dem Unglück dessen Geliebte.

An der Konstruktion eines emotional angeheizten Krimiplots liegt dem Schotten David Mackenzie ("Young Adam"), der zusammen mit Ed Whitmore das Drehbuch verfasst hat, wenig, umso mehr dafür an einer die Widersprüchlichkeit jugendlicher Erfahrung spiegelnden Stimmung. Denn Hallam ist (spätpubertärer) Voyeur, sehnt sich nach menschlicher Nähe und schreckt doch vor ihr zurück. Er ist einer, der das Beobachten liebt und Paare auch mal in abenteuerlicher Verkleidung erschreckt. Der Blick ist, bei ihm wie im Kino, Machtinstrument und Werkzeug zum Träumen zugleich. Als es physisch ernst wird, tritt er freilich die Flucht an. Ausgerechnet die Stiefmutter verführt den jungen Mann, was ihn vom ländlichen Herrensitz ins pulsierende Glasgow treibt, wo er in einem Hotel als Spüler unterkommt. In diesem Haus arbeitet das neueste Objekt seiner Begierde, die hübsche Kate (passend verführerisch: Kevin Reynolds' Isolde Sophia Myles), die seiner jungen Mutter zum Verwechseln ähnlich sieht - doch sie führt bereits eine Beziehung mit einem verheirateten Mann.

Um dunkle Geheimnisse und falsche Spuren geht es also, um Verbergung und Enthüllung. Ein klassischer Filmstoff, dem der Filmemacher einiges von seiner Schwere nimmt. Durch seinen superben, von temporeichem Britpop und Elektronik bestimmten Soundtrack etwa, der auf der Berlinale mit dem Preis für die beste Filmmusik belohnt wurde. Nun wäre die Evozierung des filmisch schon so oft durchgenommenen jugendlichen Lebensgefühls durch "Hallam Foe Dandelion Blow" (der In-Band "Franz Ferdinand") und all der anderen Stücke ein mehr als banaler Kniff, die Handlung in der Wirklichkeitserfahrung des Publikums zu erden - würde David Mackenzie nicht deutlich machen mit seinem Einfallsreichtum, der von der Erzählung bis in die Bildkomposition reicht, dass er mit derart naivem Realismus wenig am Hut hat. Er nimmt das Erwachsenwerden als Phase des Übergangs ernst, als Ineinander von Wunsch und Wahrheit - genauso wie das Kino. geh.

Darsteller:  Jamie Bell   als Hallam Foe
  Sophia Myles   als Kate Breck
  Ciarán Hinds   als Julius Foe
  Claire Forlani   als Verity Foe
  Jamie Sives   als Alasdair
  Maurice Roeves   als Raymond
  Ewen Bremner   als Andy
 
Regie:  David Mackenzie  
Buch:  Ed Whitmore  
  David Mackenzie  
Kamera:  Giles Nuttgens  
Produzent:  Gillian Berrie  
  Matthew Justice  
 

Hallam Foe - Anständig durchgeknallt in der Fotoshow

 

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