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Hamlet

Modernisierte, im New York von heute angesiedelte Variante von Shakespeares berühmtem Drama.


Hamlet

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Start: 26.06.2001

Drama

USA 1999
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 12

Ethan Hawke
Kyle MacLachlan
Sam Shepard

Regie: Michael Almereyda
Kinowelt

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Hamlet goes Cinema: William Shakespeares tragische Figur des Dänenprinzen wurde ungefähr in 40 Versionen verfilmt, davon 17 Mal allein in der Stummfilmära. Nach der fulminanten Leinwandadaption in ungekürzter Fassung von und mit Kenneth Branagh 1996 konnte man sich kaum eine erneute Bearbeitung des Klassikers vorstellen. Doch Michael Almereyda findet einen ganz anderen Ansatz: Sein "Hamlet" sinnt im New York des Jahres 2000 auf Rache. Kaum ein anderer Stoff wurde aus so unterschiedlichen Perspektiven verfilmt. Unvergessen Laurence Olivier in der einzigartigen Schwarz-Weiß-Produktion aus dem Jahre 1948, Tony Richardson wagte sich 1969 mit Nicol Williamson in der Hauptrolle an den Meister, Franco Zeffirelli 1990 mit Mel Gibson, ganz zu schweigen von Hamlet-inspirierten Werken wie Akira Kurosawas "Die Bösen schlagen gut" (1960) oder gar der Animationsfilm "König der Löwen" (1995). Mit seinen schwergewichtigen Vorgängern nimmt es diesmal Ethan Hawke auf und schlägt sich gut, auch wenn sein Wahnsinn zu unterkühlt wirkt. Sein Vater, Präsident und Vorstandsvorsitzender der Denmark Corporation (Sam Shepard) ist tot, dessen Bruder Claudius (Kyle MacLachlan) übernimmt den begehrten Posten und heiratet die Witwe Gertrude. Das bekannte Drama nimmt seinen Lauf, Hamlet entdeckt Lügen und Intrigen, gerät in ein Netz aus Liebe und Schuld, verliert den Verstand und wird zum rasenden Rächer. Michel Almereyda nennt Orson Welles als Inspiration, der seinen in nur 21 Tagen gedrehten "Macbeth" als "grobe Kohlezeichnung des Stücks" bezeichnete. "Hamlet" sollte eine Collage werden, das Resultat ist eine zwei Millionen Dollar Low-Budget-Produktion gedreht auf Super 16 mit einem verlorenen Helden der Generation X. In Shakespeares Sprache (allerdings in gekürzter Form), an die man sich relativ schnell gewöhnt, setzt Almereyda die Story in einen modernen Kontext. Die Macht geht nicht mehr vom königlichen Hof aus, sondern von einem multinationalen Konzern und Global Player, die böse Tat prangert der Sohn, hier dem Zeitgeist entsprechend angehender Filmemacher, nicht per Theaterstück an, sondern durch ein entlarvendes Filmchen, die existentielle Frage "to be or not to be" stellt sich in einem Blockbuster-Video-Shop als ziemlich grober Hinweis auf die Einsamkeit trotz Möglichkeiten zu multimedialer Kommunikation. Die Übertragung in die Gegenwart entbehrt nicht einer gewissen Ironie, Limousinen und Laptops, Filmkameras und Faxgeräte, Pistolen und Peilmikros ersetzen reitenden Boten, Schwerter und Giftbecher. Und Julia Stiles ist wohl die erste Ophelia, die erst einmal ein Kaugummi aus dem Mund zieht, bevor sie einen Satz artikuliert. Eine interessante Annäherung an den Klassiker -trotz relativer Emotionslosigkeit und Länge(n). Für Shakespeare-Anhänger ein Muss, für das ganz normale junge Publikum eine lohnenswerte Strapaze, die aber wohl nicht jeder auf sich nehmen will. mk.

Hamlet

Regie:  Michael Almereyda  
Buch:  Michael Almereyda  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  John de Borman  
Produzent:  Andrew Fierberg  
  Amy Hobby  
 
Darsteller:  Ethan Hawke   als Hamlet
  Kyle MacLachlan   als Claudius
  Sam Shepard   als Geist
  Diane Venora   als Gertrude
  Bill Murray   als Polonius
  Liev Schreiber   als Laertes
  Julia Stiles   als Ophelia
  Karl Geary   als Horatio
  Paula Malcomson   als Marcella
  Steve Zahn   als Rosencrantz
  Dechen Thurman   als Guildenstern
  Rome Neal   als Barnardo
  Jeffrey Wright   als Totengräber
  Paul Bartel   als Osric
  Casey Affleck   als Fortinbras

Intrigen für Malkovich und Willis

Auch über 400 Jahre später fasziniert Shakespeares "Hamlet". In einer neuen Verfilmung stehen sich jetzt Bruce Willis und John Malkovich gegenüber.

Bühne frei für John Malkovich und Bruce Willis (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Bühne frei für John Malkovich und Bruce Willis (Foto: Kurt Krieger)

Schon Laurence Olivier, Mel Gibson und Kenneth Branagh glänzten in Leinwandadaptionen des düsteren Dramas über Dänenprinz Hamlet und Konsorten. Zuletzt versuchte sich Ethan Hawke an einer modernen Verfilmung, die im heutigen New York spielte.

Die neueste Version mit dem Titel "Texas Lullaby" ist im amerikanischen Lamarque, der Partnergemeinde des dänischen Städtchens Elsinore, angesiedelt. Bruce Willis schlüpft in die Rolle von Cletus Telmah, der nach seinem plötzlichen Tod als Geist mit Sohn Adair Kontakt aufnimmt. Cletus will Rache, denn er weiß, dass sein eigener Bruder Sheriff Tanner Telmah ihn umgebracht hat.

Yippie ya-yey oder nicht, das ist hier die Frage

John Malkovich hat inzwischen als Sheriff Telmah keine Zeit verschwendet und die Witwe seines Bruders geheiratet - keine angenehme Situation für den jungen Adair. Als auch noch seine Freundin Opal Coals Selbstmord begeht, nimmt das tragische Schicksal seinen Lauf.

Regie führt der internationale Star-Fotograf Malcolm Venville, der sich bisher mit Werbeclips einen Namen gemacht hat. Die erste Klappe fällt Mitte Dezember in Texas. Ob Bruce Willis und John Malkovich dann Shakespeares Originaldialoge sprechen oder doch im texanischen Slang ihre Intrigen spinnen, ist noch nicht bekannt.

 

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