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Leihvideo
Erhältlich seit:
02.08.2001
USA 2001
Laufzeit: 126 Min.
FSK: nicht unter 18
Sir Anthony Hopkins
Julianne Moore
Ray Liotta
Regie: Ridley Scott
Universum Film

Exakt zehn Jahre, nachdem Hannibal Lecter sich mit einem alten Bekannten zum Lunch verabredete, brechen die Lämmer ihr Schweigen: Von Ridley Scott ein knappes Jahr nach "Gladiator" nach der Vorlage des Bestsellers von Thomas Harris inszeniert, kommt es zum lange ersehnten zweiten Leinwand-Zusammentreffen von Hannibal the Cannibal und Clarice Starling, nachdem "Das Schweigen der Lämmer" Maßstäbe für den modernen Thriller gesetzt und en passant fünf Oscars abkassiert hatte. Diesmal steht jedoch nicht die FBI-Agentin (nach der Absage von Jodie Foster kompetent von Julianne Moore dargestellt) im Mittelpunkt, sondern der von Anthony Hopkins einmal mehr mit Hochgenuss gespielte Lecter selbst, der vom einzigen Überlebenden einer seiner Attacken mit allen Mitteln gejagt wird.
Das Warten hat ein Ende, weil der exzentrische Harris sich im vergangenen Jahr mit der Veröffentlichung von "Hannibal" sozusagen aus heiterem Himmel endlich zu einem dritten Lecter-Roman - nach "Roter Drache" (von Michael Mann 1987 als "Blutmond" verfilmt) und "Das Schweigen der Lämmer" - hinreißen ließ. Hoffnungen auf die Verfilmung wurden durch die Lektüre des sich mit perversem Gusto gleichzeitig in feinster Kunst und Kultur und extremem Ekel suhlenden Romans allerdings nur bedingt geweckt: Deutlicher als in der massierten Explosion aus überzogenen Gewaltfantasien hat wohl selten ein Autor seiner Verachtung für die eigene Fanbasis Ausdruck verliehen. Das Überraschende an der Adaption ist sicherlich, dass mit Ausnahme einer minimalen Änderung am Schluss und einer verständlichen Raffung der Handlung alle Elemente des Romans erhalten bleiben. Trotzdem oder gerade deshalb fasziniert der Film, und selbst in vereinzelten abstoßenden Szenen bietet er spannende Unterhaltung - auch wenn er weniger überwältigt als es der komplexere und packendere "Das Schweigen der Lämmer" tat. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass Jonathan Demme mehr wert darauf legte, die perfekt geölte Thrillermaschine mit vielschichtigen Inhalten und Figuren anzureichern. Wie der Roman "Hannibal" ist auch der Film weniger an Handlung als an Atmosphäre interessiert. Leinwand-Ästhet Scott erlaubt es sich, impressionistisch und opulent durch Palazzi, Museen und edelst ausgestattete Anwesen zu schwelgen, während die Geschichte von dem perversen Milliardär Mason Verger, den Lecter einst zwang, das eigene Gesicht in Stücke zu schneiden, nur langsam in Fahrt gebracht wird. Gespielt von einem unerkennbaren Gary Oldman, hat das abstoßende Hackfleisch-Gesicht eine hohe Summe ausgesetzt, wer Hinweise auf den Aufenthaltsort seines einstigen Peinigers geben kann, um ihn - buchstäblich - den Schweinen zum Fraß vorzuwerfen. Ein italienischer Inspektor in Florenz ist es, der Lecter auf die Spur kommt, der in Florenz die Stelle des Kurators übernehmen will und nach acht Jahren im Kerker die schönen Dinge des Lebens genießt. Obwohl der Polizist sich dem souveränen, mit Spaß überzeichneten Lecter geschlagen geben muss, löst er eine Kette von Ereignissen aus, die Hannibal in den USA wieder mit Verger zusammenkommen lassen - und mit Clarice Starling, die die damalige Begegnung mit dem kultivierten Kannibalen nie überwunden hat und von dem intriganten FBI-Ekel Krendler aufs Abstellgleis geschoben wurde. Natürlich ertappt man sich wieder dabei, sich auf die Seite von Lecter zu schlagen, weil er zwar Unaussprechliches tut, aber anders als sein Gegenspieler Verger und dessen willfährige sardinische Handlanger wenigstens gutes Benehmen, Eloquenz und Kultur an den Tag legt. Moore spielt eindeutig die zweite Geige, denn wenn Hannibal nach einer halben Stunde die Szene betritt, dann ist der Film nur noch seine Show. Und er ist ein Conferencier par excellence - auch wenn er beißt, tötet und entleibt, auch beim absurd abstoßenden Finale, über das gesprochen werden wird - und gesprochen werden muss: Es ist die vielleicht gleichzeitig extremste und groteskeste Szene, die es bislang in einem Mainstream-Film zu sehen gab. Wie sich hier Ekel und Lust überkreuzen, das gibt dem gängigen Horror eine völlig neue Qualität und wird unweigerlich passionierte Reaktionen hervorrufen. Aber sie weckt auch das Bedürfnis, unbedingt über das Gesehene zu sprechen, um es verarbeiten zu können. Sicherlich auch eine Aufgabe von Kunst, auch wenn sie wie hier hochglänzend in eine kommerzielle Hülle verpackt wurde. ts.
| Darsteller: | Sir Anthony Hopkins | als Hannibal Lecter | |
|---|---|---|---|
| Julianne Moore | als Clarice Starling | ||
| Ray Liotta | als Paul Krendler | ||
| Frankie Faison | als Barney | ||
| Giancarlo Giannini | als Rinaldo Pazzi | ||
| Francesca Neri | als Allegra Pazzi | ||
| Zeljko Ivanek | als Dr. Cordell Doemling | ||
| Hazelle Goodman | als Evelda Drumgo | ||
| David Andrews | als FBI Agent Pearsall | ||
| Francis Guinan | als FBI Direktor Noonan | ||
| James Opher | als DEA Agent Eldridge | ||
| Enrico Lo Verso | als Gnocco | ||
| Ivano Marescotti | als Carlo | ||
| Fabrizio Gifuni | als Matteo | ||
| Ennio Coltorti | als Ricci | ||
| Gary Oldman | als Mason Verger | ||
| Johannes Kiebranz | als Mr. Konie | ||
| Regie: | Ridley Scott | ||
| Buch: | David Mamet | ||
| Steven Zaillian | |||
| Musik: | Hans Zimmer | ||
| Klaus Badelt | |||
| Kamera: | John Mathieson | ||
| Produzent: | Dino De Laurentiis | ||
| Martha De Laurentiis | |||
| Ridley Scott | |||
Sprachen: Deutsch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1:1,85/16:9
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