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Hannibal

Lange überfällige Fortsetzung von "Das Schweigen der Lämmer", in der Hannibal Lecter von seinem Erzfeind den Schweinen zum Fraß vorgeworfen werden soll.


ohne Abbildung

Leihvideo

Erhältlich seit:
02.08.2001

Thriller

USA 2001
Laufzeit: 126 Min.
FSK: nicht unter 18

Sir Anthony Hopkins
Julianne Moore
Ray Liotta

Regie: Ridley Scott
Universum Film

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Lange überfällige Fortsetzung von "Das Schweigen der Lämmer", in der Hannibal Lecter von seinem Erzfeind den Schweinen zum Fraß vorgeworfen werden soll.

Traue nie einem Kannibalen (Foto: Tobis) Großansicht

Traue nie einem Kannibalen (Foto: Tobis)

Zehn Jahre nach seiner Flucht aus dem Gefängnis meldet sich Hannibal Lecter aus seinem Unterschlupf in Florenz bei Clarice Starling.

Überraschende Aktivitäten des FBI haben ihn aufmerksam werden lassen. Der Feinschmecker ahnt nicht, dass der Multimillionär Verger, den Lecter einst zwang, sich selbst das Gesicht abzuschälen, die Faszination Lecters für die FBI-Agentin nutzen will, um ihn zu fangen und buchstäblich den Schweinen zum Fraß vorzuwerfen.

Exakt zehn Jahre nach dem fünffachen Oscar-Gewinner "Das Schweigen der Lämmer" kehrt Sir Anthony Hopkins in seiner Paraderolle des Hannibal Lecter zurück auf die Leinwand.

Clarice ist Hannibal dicht auf den Fersen (Foto: Tobis) Großansicht

Clarice ist Hannibal dicht auf den Fersen (Foto: Tobis)

Alles neu

Diesmal ist es Regie-Ikone Ridley Scott, der die morbide Serienkiller-Saga dem letztjährigen Bestseller von Thomas Harris mit visuellem Flair, abgründiger Spannung und Julianne Moore als Jodie Foster-Ersatz kongenial umsetzt.

Hannibal

Exakt zehn Jahre, nachdem Hannibal Lecter sich mit einem alten Bekannten zum Lunch verabredete, brechen die Lämmer ihr Schweigen: Von Ridley Scott ein knappes Jahr nach "Gladiator" nach der Vorlage des Bestsellers von Thomas Harris inszeniert, kommt es zum lange ersehnten zweiten Leinwand-Zusammentreffen von Hannibal the Cannibal und Clarice Starling, nachdem "Das Schweigen der Lämmer" Maßstäbe für den modernen Thriller gesetzt und en passant fünf Oscars abkassiert hatte. Diesmal steht jedoch nicht die FBI-Agentin (nach der Absage von Jodie Foster kompetent von Julianne Moore dargestellt) im Mittelpunkt, sondern der von Anthony Hopkins einmal mehr mit Hochgenuss gespielte Lecter selbst, der vom einzigen Überlebenden einer seiner Attacken mit allen Mitteln gejagt wird.

Das Warten hat ein Ende, weil der exzentrische Harris sich im vergangenen Jahr mit der Veröffentlichung von "Hannibal" sozusagen aus heiterem Himmel endlich zu einem dritten Lecter-Roman - nach "Roter Drache" (von Michael Mann 1987 als "Blutmond" verfilmt) und "Das Schweigen der Lämmer" - hinreißen ließ. Hoffnungen auf die Verfilmung wurden durch die Lektüre des sich mit perversem Gusto gleichzeitig in feinster Kunst und Kultur und extremem Ekel suhlenden Romans allerdings nur bedingt geweckt: Deutlicher als in der massierten Explosion aus überzogenen Gewaltfantasien hat wohl selten ein Autor seiner Verachtung für die eigene Fanbasis Ausdruck verliehen. Das Überraschende an der Adaption ist sicherlich, dass mit Ausnahme einer minimalen Änderung am Schluss und einer verständlichen Raffung der Handlung alle Elemente des Romans erhalten bleiben. Trotzdem oder gerade deshalb fasziniert der Film, und selbst in vereinzelten abstoßenden Szenen bietet er spannende Unterhaltung - auch wenn er weniger überwältigt als es der komplexere und packendere "Das Schweigen der Lämmer" tat. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass Jonathan Demme mehr wert darauf legte, die perfekt geölte Thrillermaschine mit vielschichtigen Inhalten und Figuren anzureichern. Wie der Roman "Hannibal" ist auch der Film weniger an Handlung als an Atmosphäre interessiert. Leinwand-Ästhet Scott erlaubt es sich, impressionistisch und opulent durch Palazzi, Museen und edelst ausgestattete Anwesen zu schwelgen, während die Geschichte von dem perversen Milliardär Mason Verger, den Lecter einst zwang, das eigene Gesicht in Stücke zu schneiden, nur langsam in Fahrt gebracht wird. Gespielt von einem unerkennbaren Gary Oldman, hat das abstoßende Hackfleisch-Gesicht eine hohe Summe ausgesetzt, wer Hinweise auf den Aufenthaltsort seines einstigen Peinigers geben kann, um ihn - buchstäblich - den Schweinen zum Fraß vorzuwerfen. Ein italienischer Inspektor in Florenz ist es, der Lecter auf die Spur kommt, der in Florenz die Stelle des Kurators übernehmen will und nach acht Jahren im Kerker die schönen Dinge des Lebens genießt. Obwohl der Polizist sich dem souveränen, mit Spaß überzeichneten Lecter geschlagen geben muss, löst er eine Kette von Ereignissen aus, die Hannibal in den USA wieder mit Verger zusammenkommen lassen - und mit Clarice Starling, die die damalige Begegnung mit dem kultivierten Kannibalen nie überwunden hat und von dem intriganten FBI-Ekel Krendler aufs Abstellgleis geschoben wurde. Natürlich ertappt man sich wieder dabei, sich auf die Seite von Lecter zu schlagen, weil er zwar Unaussprechliches tut, aber anders als sein Gegenspieler Verger und dessen willfährige sardinische Handlanger wenigstens gutes Benehmen, Eloquenz und Kultur an den Tag legt. Moore spielt eindeutig die zweite Geige, denn wenn Hannibal nach einer halben Stunde die Szene betritt, dann ist der Film nur noch seine Show. Und er ist ein Conferencier par excellence - auch wenn er beißt, tötet und entleibt, auch beim absurd abstoßenden Finale, über das gesprochen werden wird - und gesprochen werden muss: Es ist die vielleicht gleichzeitig extremste und groteskeste Szene, die es bislang in einem Mainstream-Film zu sehen gab. Wie sich hier Ekel und Lust überkreuzen, das gibt dem gängigen Horror eine völlig neue Qualität und wird unweigerlich passionierte Reaktionen hervorrufen. Aber sie weckt auch das Bedürfnis, unbedingt über das Gesehene zu sprechen, um es verarbeiten zu können. Sicherlich auch eine Aufgabe von Kunst, auch wenn sie wie hier hochglänzend in eine kommerzielle Hülle verpackt wurde. ts.

Darsteller:  Sir Anthony Hopkins   als Hannibal Lecter
  Julianne Moore   als Clarice Starling
  Ray Liotta   als Paul Krendler
  Frankie Faison   als Barney
  Giancarlo Giannini   als Rinaldo Pazzi
  Francesca Neri   als Allegra Pazzi
  Zeljko Ivanek   als Dr. Cordell Doemling
  Hazelle Goodman   als Evelda Drumgo
  David Andrews   als FBI Agent Pearsall
  Francis Guinan   als FBI Direktor Noonan
  James Opher   als DEA Agent Eldridge
  Enrico Lo Verso   als Gnocco
  Ivano Marescotti   als Carlo
  Fabrizio Gifuni   als Matteo
  Ennio Coltorti   als Ricci
  Gary Oldman   als Mason Verger
  Johannes Kiebranz   als Mr. Konie
 
Regie:  Ridley Scott  
Buch:  David Mamet  
  Steven Zaillian  
Musik:  Hans Zimmer  
  Klaus Badelt  
Kamera:  John Mathieson  
Produzent:  Dino De Laurentiis  
  Martha De Laurentiis  
  Ridley Scott  

Eminem, die zweite

Eminems patentierter <br />Es-sind-ja-alle-so-gemein-zu-mir-Blick

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Typisch Hollywood: In Deutschland ist das Kinodebüt von Superrapper Eminem noch nicht mal angelaufen, da strickt man in Tinseltown bereits am Sequel zu "8 Mile": "Ich wäre begeistert, wenn wir nochmal mit Eminem arbeiten könnten - er hat wirklich das Zeug zum Filmstar", sagt Adam Fogelson, Marketing-Chef bei Universal.

In solche Höhen wird natürlich nur gelobt, wer die Hoffnung auf klingelnde Kassen weckt. Für Eminem nach einem gigantischen 51 Mio. Dollar Startwochenende kein Problem: Er fuhr hinter "Hannibal" das zweitbeste Opening eines Films mit dem Rating "R" (Restricted) ein, und das fünftbeste des Jahres.

Fogelson analysiert: "Ich bin begeistert, bei uns herrscht totale Euphorie - denn damit war einfach nicht zu rechnen. Eminem ist eben die Stimme der jungen Generation und so etwas wie eine kulturelle Kraft."

Ob da der gewiefte Marktstratege oder der Kulturphilosoph spricht, möge jeder selbst entscheiden.

Die Kritiken für "8 Mile" sind jedenfalls sehr unterschiedlich. Die Story: Lose am Leben und Wirken von Eminem angelehnt, wird der Aufstieg des weißen Rappers Jimmy 'Rabbit' Smith in einem von Schwarzen dominierten Geschäft geschildert. Obwohl Eminem schauspielerisches Talent attestiert wird, ist auch oft zu lesen, dass der Film vor allem von den hervorragenden Co-Stars getragen werde, darunter Kim Basinger in einer Glanzrolle als Eminems, äh, pardon, JIMMYS Mutter.

Was Eminems Raps angeht, sind sich die Kritiker einig, dass seine Texte zwar diskussionswürdig sind, er aber technisch und rhythmisch der beste Zungenartist seit Grandmaster Flash ist.

Bis "8 Mile" am 30. Januar auch bei uns startet, muss man sich vorerst noch mit Eminems hochintelligenten, weisen und kulturell bedeutsamen Rhymes begnügen...

 

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