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Happy-Go-Lucky

Frei von gesellschaftlichen Zwängen und unwiderstehlich gut gelaunt sorgte Bärengewinnerin Sally Hawkins in Mike Leighs leichtfüßigem Feelgoodmovie für Charme, Witz und Wonne.


Happy-Go-Lucky

Leihvideo

Start: 28.01.2009

Komödie/ Drama

Großbritannien 2008
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 6

Sally Hawkins
Alexis Zegerman
Eddie Marsan

Regie: Mike Leigh
Universum Film

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Bei Poppy macht sogar der Unterricht Spaß (Foto: Tobis) Großansicht

Bei Poppy macht sogar der Unterricht Spaß (Foto: Tobis)

Leopardenbluse, gemusterte Nylonstrumpfhose, giftgrüner Rock, Modeschmuck an jedem nur denkbaren Körperteil und hemmungslos optimistisch - Pauline (Sally Hawkins), von allen nur Poppy genannt, arbeitet als Grundschullehrerin im Norden Londons und ist das, was man eine wahre Frohnatur nennt: stets gut gelaunt, offenherzig, hilfsbereit und ihren Mitmenschen gegenüber unvoreingenommen. Kurzum: Poppy muss man einfach gern haben.

Mit der großen Liebe hat es zwar noch nicht geklappt - ist aber auch halb so wild. Schließlich hat Poppy ja ihre Mitbewohnerin Zoe und einen ganzen Haufen bester Freundinnen, mit denen sie um die Häuser ziehen kann. Und nicht selten gerät sie mit ihrer einnehmenden guten Laune in absurdeste Situationen. So zum Beispiel auch an dem Tag, als sie beschließt, endlich den Führerschein zu machen.

Als Poppy auf den ständig schlecht gelaunten Fahrlehrer Scott trifft (großartig: Eddie Marsan), beginnen die witzigsten Fahrstunden, die man je auf einer Kinoleinwand gesehen hat. Ach ja, und dann kommt doch noch die Liebe ins Spiel ?

Da bahnt sich doch was an... (Foto: Tobis) Großansicht

Da bahnt sich doch was an... (Foto: Tobis)

Knallbunte Sommerkomödie

Wie die quirlige Poppy ihren Alltag bewältigt, zwischen Flamenco-Unterricht, Pub-Touren, Fahrstunden und einer sich anbahnenden Beziehung zu einem knackigen Sozialarbeiter, davon erzählt diese hintersinnige Komödie, die den Blick für die Realität nie verliert und mit der Kultregisseur Mike Leigh die diesjährige Berlinale im Sturm eroberte.

Herzstück und Motor dieser Liebeserklärung an das Leben ist Energiebündel Sally Hawkins, die für ihr wunderbares Spiel zu Recht mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde.

Happy-Go-Lucky

Regie:  Mike Leigh  
Buch:  Mike Leigh  
Musik:  Gary Yershon  
Kamera:  Dick Pope  
Produzent:  Simon Channing Williams  
 
Darsteller:  Sally Hawkins   als Poppy
  Alexis Zegerman   als Zoe
  Eddie Marsan   als Scott
  Samuel Roukin   als Tim
  Andrea Riseborough   als Dawn
  Sinead Matthews   als Alice
  Kate O'Flynn   als Suzy
  Sarah Niles   als Tash
  Sylvestra Le Touzel   als Heather
  Karina Fernandez   als Rosita
  Stanley Townsend   als Stadtstreicher
  Caroline Martin   als Helen
  Oliver Maltman   als Jamie
  Nonso Anozie   als Ezra

Heath Ledger gewinnt Golden Globe

Viele hatten auf ihn getippt und die Jury hatte tatsächlich den Mut für eine postume Auszeichnung - jetzt deutet auch alles auf einen Oscar für Heath Ledger hin.

Einfach beeindruckend: Die Rolle als Joker bringt dem verstorbenen Heath Ledger einen Golden Globe (Foto: Warner) Großansicht

Einfach beeindruckend: Die Rolle als Joker bringt dem verstorbenen Heath Ledger einen Golden Globe (Foto: Warner)

Normalerweise ist der Preis für den besten Nebendarsteller eine Randnotiz bei der Verleihung der Golden Globes. Doch dieses Jahr war es die meistbeachtete Kategorie bei der Zeremonie in der Nacht zum Montag in Los Angeles: Die Vertreter der Auslandspresse, die die Globes vergeben, ehrten Heath Ledger für seine Rolle als Joker in "The Dark Knight" als besten Nebendarsteller. Ledger war vor knapp einem Jahr unter tragischen Umständen an einem tödlichen Cocktail von Schlaf- und Schmerzmitteln gestorben. Postume Ehrungen sind sowohl bei den Globes als auch bei den Oscars - für die Ledger nun ebenfalls als Favorit gilt - eine große Ausnahme.

In den Königskategorien dominierte ansonsten der Independent-Film: "Slumdog Millionär" über einen Jungen, dem beim indischen "Wer wird Millionär" Betrug vorgeworfen wird, wurde zum besten Drama gekürt. Woody Allens zynischer Reigen um Liebe und Untreue "Vicky Cristina Barcelona" ist nach Meinung der Jury die beste Komödie. Bester Animationsfilm wurde "WALL·E - Der Letzte räumt die Erde auf".

Altstar Rourke und die doppelte Kate

Als bester Schauspieler setzte sich Mickey Rourke in seiner Rolle als alternder Catcher im anrührenden Drama "The Wrestler" überraschend gegen Sean Penn ("Milk") durch. Beste Schauspielerin ist Kate Winslet für das starke Beziehungsdrama "Zeiten des Aufruhrs", in dem sie neben ihrem "Titanic"-Partner Leonardo DiCaprio zu sehen ist. Dazu gewann Winslet für die Romanverfilmung "Der Vorleser" auch den Preis als beste Nebendarstellerin. Bester komischer Schauspieler ist Colin Farrell für "Brügge sehen... und sterben?", Sally Hawkins setzte sich mit "Happy-Go-Lucky" durch.

Die deutsche Hoffnung "Der Baader Meinhof Komplex" ging leider leer aus. Das RAF-Drama musste sich im Rennen um den besten ausländischen Film der deutschen Koproduktion "Waltz With Bashir" geschlagen geben, die für Israel ins Rennen gegangen war.

Der beste Film "Slumdog Millionär" bescherte auch seinem Regisseur Danny Boyle einen Globe - seinen ersten. Zudem wurden Drehbuchautor Simon Beaufoy und Komponist A. R. Rahman ausgezeichnet. Der beste Song stammt von Bruce Springsteen für "The Wrestler".

Die Golden Globes gelten insgesamt als wichtiger Fingerzeig für die Oscar-Verleihung, die in der Nacht des 22. Januar vergeben werden.

 

Happy-Go-Lucky in der Fotoshow

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Sally Hawkins

Britische Schauspielerin. Sie eroberte 2008 die Berlinale im Sturm: Sally Hawkins gewann mit ihrer unerschütterlich lebenslustigen und ...