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Kaufvideo
Erhältlich seit:
15.10.1999
Originaltitel: Deconstructing Harry
USA 1997
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 12
Caroline Aaron
Woody Allen
Kirstie Alley
Regie: Woody Allen
Kinowelt Home Entertainment

Im 29. Jahr seiner Karriere als Regisseur läuft Woody Allen wieder einmal zu verblüffender Hochform auf. Seine altbekannten Themen hat er in dieser komplex erzählten und bei aller Kopflastigkeit immens witzigen Komödie über die inneren und äußeren Konflikte eines Schriftstellers in einer Existenzkrise untergebracht. Neu ist die gnadenlose Ehrlichkeit, mit der sich der New Yorker zu seinen Obsessionen und Dämonen bekennt: Mehr denn je scheint seine eigene Leinwandfigur untrennbar mit dem Privatmann Allen verbunden zu sein. Unterstützt von einem gewohnt namhaften Ensemble, in dem sich selbst Superstars wie Demi Moore und Robin Williams mit Minutenauftritten zufrieden geben müssen, dürfte "Deconstructing Harry" bei seiner Kinoauswertung ähnlich hohe Wellen schlagen wie bei der Eröffnung der Biennale.
"Deconstructing Harry" markiert eine Rückkehr zur Hochform von "Bullets Over Broadway", in dem ebenfalls explizit die primalen Urängste des Kreativen beim Erschaffen eines Werkes thematisiert wurden. Anders als der Erfolg von 1994, der in den dreißiger Jahren angesiedelt war, ist Allens neuer Ausflug in die Gedanken- und Gefühlswelt eines gequälten Künstlers allerdings ungleich persönlicher gefärbt. Das allein wäre noch nicht ungewöhnlich: Wie diese Komödie von einer panischen, fast immer sexuell motivierten Verzweiflung getrieben wird, wie Allen sich hier zu Flüchen aus Tarantinos und Scorseses Verbaluniversum hinreißen läßt ("fuck" und "cocksucker" sind noch die harmlosesten) und sich zu Sex mit Prostituierten und lustvoll-masochistischer Erniedrigung bekennt, gibt diesem verwegen strukturierten Ausflug in die Psyche eines Kreativen eine unmittelbare, provokative Direktheit, die man in Allens Werken noch nicht gesehen hat.
Hauptfigur ist der von Allen gespielte Schriftsteller Harry Block, der von einer schwerwiegenden Schreibblockade geplagt wird, zu sehr lastet der Fluch vergangener Beziehungen zu ehemaligen Geliebten und seiner Schwester auf seinem Gewissen. Wie in "Wilde Erdbeeren" von seinem Vorbild Ingmar Bergman bildet eine Reise das Zentrum von "Deconstructing Harry". Harry wird von seinem ehemaligen College eingeladen, einen Preis für sein Lebenswerk entgegenzunehmen. Weil er die Fahrt nicht alleine antreten will, sucht er in seinem Bekanntenkreis, zunächst vergeblich, nach einem Begleiter. Wenn er schließlich gegen Ende des Films ankommt, hat er eine Prostituierte, einen Toten und seinen Sohn mit an Bord, den er aus der Schule entführt hat. Gleichzeitig hat Allen zu diesem Zeitpunkt alle Fäden zusammengeführt, denn die Handlung entfaltet sich in pausenlosen Sprüngen zwischen Harrys realem Leben und seinen Kurzgeschichten, in denen er seine persönlichen Erlebnisse wenig verkleidet verarbeitet hat. So entsteht ein spannendes Psychogramm, das einen Mann entlarvt, der unfähig ist, erwachsen zu werden. Je weiter sich die Elemente zusammenfügen, desto mehr fällt der Mensch Harry auseinander, bis sich Fiktion und Realität tatsächlich überschneiden - und der bislang doch relativ leicht nachvollziehbaren Handlung einen neuen Dreh ins Abstrakte und Surreale verleihen.
"Deconstructing Harry" ist voller exquisiter Höhepunkte. In einer Kurzgeschichte spielt Robin Williams einen Mann, der buchstäblich "unscharf" ist - ein Schicksal, das Allen später in der Realität selbst ereilt. In einer Traumsequenz trifft Allen in der Hölle auf den von Billy Crystal gespielten Teufel und führt ein hinreißend komisches Gespräch mit ihm. Aber die womöglich stärkste Szene findet in der Realität statt, wenn Allen von seiner von Kirstie Alley gespielten Ehefrau und Psychiaterin mit einer Flutwelle von Beschimpfungen überschüttet wird, während im Nebenzimmer ein Patient wartet. Viele der eingewobenen Storys kennt man aus Woody Allens Kurzgeschichtensammlungen. Hier fügt er sie zu einem Film aus einem Guß zusammen, in dem er virtuos wie lange nicht mehr Superstars und filmische Mittel einsetzt. Ein Leckerbissen, auf den man sich die nächsten elf Monate freuen darf, bis ihn die Kinowelt in die deutschen Kinos bringt. Eine Wartezeit, die sich lohnt. ts.
| Darsteller: | Caroline Aaron | als Doris | |
|---|---|---|---|
| Woody Allen | als Harry Block | ||
| Kirstie Alley | als Joan | ||
| Bob Balaban | als Richard | ||
| Richard Benjamin | als Ken | ||
| Eric Bogosian | als Burt | ||
| Billy Crystal | als Larry | ||
| Judy Davis | als Lucy | ||
| Hazelle Goodman | als Cookie | ||
| Mariel Hemingway | als Beth Kramer | ||
| Amy Irving | als Jane | ||
| Julie Kavner | als Grace | ||
| Eric Lloyd | als Hilly Block | ||
| Julia Louis-Dreyfus | als Leslie | ||
| Tobey Maguire | als Harvey Stern | ||
| Demi Moore | als Helen | ||
| Elisabeth Shue | als Fay | ||
| Stanley Tucci | als Paul Epstein | ||
| Robin Williams | als Mel | ||
| Annette Arnold | |||
| Philip Bosco | |||
| Stephanie Roth Haberle | |||
| Gene Saks | |||
| Shifra Lerer | als Dolly | ||
| Regie: | Woody Allen | ||
| Buch: | Woody Allen | ||
| Kamera: | Carlo Di Palma | ||
| Produzent: | Jean Doumanian | ||
Harry außer sich in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 1.0
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9/1:1,85
Star
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Der kleine Mann mit der großen Hornbrille und dem noch größeren Witz, dessen Dauerthemen Sex, Tod und der Sinn des Lebens in präzise pointierten...
Star
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