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Heaven

Mitreißende Liebes- und Schicksalsgeschichte um ein Paar ohne Zukunft.


Heaven

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Erhältlich seit:
29.08.2002

Drama

USA/Deutschland/Frankreich 2002
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 12

Cate Blanchett
Giovanni Ribisi
Remo Girone

Regie: Tom Tykwer
Warner Home Video Germany

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Heaven

Englischlehrerin Philippa versucht mittels einer Bombe den Drogenhändler zu töten, der neben ihrem Mann auch viele ihrer Schüler auf dem Gewissen hat. Doch der Anschlag geht schief, und stattdessen müssen vier unschuldige Menschen sterben. Erschüttert stellt sich Philippa der Polizei. Bei dem anschließenden Verhör verliebt sich Übersetzer Philippo in die Attentäterin und verhilft ihr zur Flucht. Gemeinsam schaffen sie es, aus Turin in die Toskana zu fliehen, wohl wissend, dass weder ihre Liebe noch ihr Leben ein Happy End finden wird...

Mit "Heaven" realisierte Tom Tykwer das absolute Gegenstück zu seinem fiebrig-knalligen "Lola rennt". Sparsame Dialoge, lange Kamerafahrten und religiöse Symbolik kennzeichnen den Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale. Cate Blanchett und Giovanni Ribisi, zum Schluss beide kahl geschoren, verschmelzen förmlich mit der hypnotischen Atmosphäre des Dramas. Mit der Verfilmung des Kieslowski/Piesiewicz-Drehbuchs gelang Tykwer seine bislang reifste Regiearbeit. Deutsches Kino ganz groß!

Heaven

"Heaven" ist die Essenz des bisherigen Filmschaffens von Tom Tykwer: Höchst konzentriert, so direkt wie möglich bringt der Regisseur in seiner ersten Verfilmung eines Fremddrehbuchs - von Krzysztof Kieslowski und Krzysztof Piesiewicz - alle Themenbereiche seiner bisherigen Arbeiten auf den Punkt: Die Macht des Schicksals, das Niederbrechen emotionaler Mauern und der Glaube an die klärende Macht der Liebe stehen im Mittelpunkt in Tykwers erstem in englischer Sprache gedrehten Film, in den sich Kieslowskis religiöse Tiefe und Symbolik nahtlos mischt.

Das ist harter Stoff, zugegeben, aber der kompromisslose Trip lohnt sich, wenn man sich ihm bedingungslos ausliefert - ähnlich wie es die beiden Hauptfiguren tun, die sich auf eine Liebe einlassen, die keine Perspektive haben darf.

Die Kriegerin und der Kaiser: "Heaven" führt zu Ende, was Tykwers Vorläufer "Der Krieger und die Kaiserin" angedacht hat. Wieder muss ein emotional vernarbter Mensch aus seiner Starre befreit werden, wozu nur ein zur Selbstaufgabe bereiter Simpel fähig ist. Doch jetzt sind die Geschlechterrollen vertauscht, und Tom Tykwer wählt den denkbar geradesten Weg. Das ist neu, denn bislang war er eher ein Filmemacher, den die Liebe zum Medium in Umwege trieb. Selbst Lola musste dreimal rennen, bevor sie ans Ziel kam, und "Der Krieger und die Kaiserin" verlor beim wilden Jonglieren der Genres manchmal den Fokus. Das ist passé: "Heaven" ist der Inbegriff der Verknappung und damit auch eine Befreiung für Tykwer, der sich ganz bewusst sein muss, was er erzählt.

Die simple Grundsituation gibt den Ton vor: Die Englischlehrerin Philippa plant einen Mord. Ein Mann soll sterben, weil seine Drogen ihrem Ehemann und vielen ihrer Schüler das Leben ruinierten. Die Polizei hat nicht auf ihr Flehen gehört. Jetzt nimmt sie das Gesetz in ihre Hände. Und schon verkompliziert sich die Handlung, als Philippas Bombe nicht den Schuldigen, sondern durch einen Zufall vier Unschuldige tötet. Sie lässt sich verhaften, denn sie will dafür gerade stehen. Als sie erfährt, wen ihre Bombe aus dem Leben gerissen hat, bricht sie zusammen. Der junge Carabinieri Filippo ist an ihrer Seite, berührt sie und weiß, dass sie füreinander geschaffen sind. Um seine Aufrichtigkeit zu beweisen, entwirft er einen Plan, wie Philippa ihr Vorhaben doch noch zu Ende bringen und ihnen gemeinsam die Flucht gelingen kann. Fast mathematisch genau, streng sind die kühlen Bilder, die Tykwer und sein phänomenaler Kameramann Frank Griebe für die Exposition in Turin finden: Im Gitternetz der von oben gefilmten Stadt gibt es nur Gefangene.

Nach der Flucht aus dem Grau gibt "Heaven" den Blick frei auf das milde, güldene Licht der Toskana, die Reise aus dem Dunkel ins Licht nimmt ihren Lauf und mit ihr lässt Tykwer die beengende Realität hinter sich und öffnet sich dem Metaphysischen. Alles bisher Geschehene, die Implikationen von Schuld und Sühne, machen die Grundkonstellation für das möglich, was "Heaven" wirklich am Herzen liegt. Philippa und Filippo sind Todgeweihte: In einer Kirche beichten sie einander ihre Sünden, sie lassen sich wie Büßer die Köpfe rasieren. Um die Aufgabe des Ichs und ihre Verschmelzung miteinander zu komplettieren, tragen sie fortan die gleiche Kleidung, sind mit weißem T-Shirt und Jeans so nackt, wie man nur sein kann - wie sich auch der Film aus jeglichem Genrekorsett geschält hat. Frei von Vergangenheit, ohne Zukunft und erkennbare Gegenwart, können sich die beiden - nur in Silhouette zu sehen und kaum voneinander zu unterscheiden - einander hingeben.

"Heaven" ist da angelangt, wo er von Anfang an hindrängte, hypnotisch und mächtig: Er zeigt Liebe im Rohzustand, als Ist-Form, ohne Bedürfnisse, Träume, Wünsche, Richtung. Es ist ein aufregender Moment, Kulmination von knapp zehn Jahren als Filmregisseur. Zwar war "Heaven" von Kieslowski als erster Teil der Trilogie "Heaven, Hell and Purgatory" angelegt, aber Tykwer liefert in seinem Kraftakt gleich noch Hölle und Fegefeuer mit, bevor die beiden Protagonisten in einer Wahnsinnseinstellung gen Himmel fahren dürfen. Was Tykwer immer schon eingefordert hat - hier verknappt er es in 95 Minuten auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: Film muss allen Beteiligten - vor und hinter der Kamera und im Kinosaal - alles abverlangen. Cate Blanchett und Giovanni Ribisi gehen den Weg bis zur bitteren Konsequenz mit. Hoffentlich macht es ihnen das Kinopublikum nach, denn hier erwartet sie Kunstkino/Kinokunst von beeindruckender Qualität. ts.

Darsteller:  Cate Blanchett   als Philippa
  Giovanni Ribisi   als Filippo
  Remo Girone   als Vater
  Stefania Rocca   als Regina
  Mattia Sbragia   als Major Pini
  Alberto Di Stasio   als Staatsanwalt
  Stefano Santospago   als Marco Vendice
  Alessandro Sperduti   als Ariel
  Giovanni Vettorazzo   als Inspektor
  Gianfranco Barra   als Leutnant
  Vincent Riotta   als Wärter
  Mauro Marino   als Arzt
  Stefania Orsola Garello   als Vendices Sekretärin
  Fausto Lombardi   als Vater im Fahrstuhl
  Giorgia Coppa  
  Julienne Liberto  
  Shaila Rubin  
 
Regie:  Tom Tykwer  
Buch:  Krzysztof Kieslowski  
  Krzysztof Piesiewicz  
Musik:  Arvo Pärt  
Kamera:  Frank Griebe  
Produzent:  Maria Köpf  
  Stefan Arndt  
  Frédérique Dumas-Zajdela  

Blanchett das Gesicht von Donna Karan

Seit längerer Zeit hat man nichts mehr von der Schauspielerin des Jahres 2002 gehört. Doch nun ist Cate Blanchett zurück und hat neben neuen Filmprojekten auch noch gleich einen Model-Vertrag unter dem Arm.

Von der Lein- auf die Plakatwand: Cate Blanchett Großansicht

Von der Lein- auf die Plakatwand: Cate Blanchett

Letztes Jahr konnte man den Eindruck gewinnen, es gebe überhaupt keine Frauenrollen mehr, die nicht mit Cate Blanchett besetzt worden wäre: Mit "Heaven", "Schiffsmeldungen", "Die Liebe der Charlotte Gray" und "Herr der Ringe - Die zwei Türme" hatte sie gleich vier heiße Eisen im Feuer. Danach machte die Australierin allerdings erst einmal knapp neun Monate Pause, um sich um ihre Familie zu kümmern.

Doch nun ist Miss Blanchett zurück: In Kürze startet auch in Deutschland "Die Journalistin", wo sie die Rolle der Mafia-Reporterin Veronica Guerin spielt, und wie jetzt bekannt wurde, suchte sie sich auch abseits der Leinwand eine neue Herausforderung. Cate Blanchett ist das neue Top-Model der New Yorker Modeschöpferin Donna Karan.

Sicherlich keine leichte Aufgabe, tritt die gelernte Schauspielerin doch damit in die Fußstapfen von Supermodel Milla Jovovich. Blanchett schloss einen Exklusiv-Vertrag über zwei Jahre ab, über das Honorar wurde Stillschweigen vereinbart.

Mit ihrem Model-Job unterstreicht Cate Blanchett übrigens einen Trend der letzten Jahre. Waren es früher die Models wie Jovovich, Charlize Theron und - etwas weniger erfolgreich - Claudia Schiffer, die mit aller Macht nach Hollywood drängten, so suchen sich nun die Modeschöpfer gezielt Schauspieler als "Faces" ihrer Kampagnen aus: Nicole Kidman wirbt für Chanel, Jennifer Lopez für Louis Vuitton und Colin Farrell versucht Ralph Lauren-Klamotten an den Mann zu bringen.

 

Heaven in der Fotoshow

 

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Cate Blanchett

Zusammen mit Nicole Kidman ist sie der bedeutendste weibliche Hollywood-Export Australiens. Cate Blanchett glänzt in Charakterrollen...

 

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Giovanni Ribisi

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