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Hell

Apokalyptischer Thriller, in dem drei junge Leute ums Überleben kämpfen in einer Welt, die von totaler Dürre heimgesucht wird.


Hell

Leihvideo

Erhältlich seit:
26.04.2012

Thriller

Deutschland/Schweiz 2011
Laufzeit: 86 Min.
FSK: ab 16

Hannah Herzsprung
Lars Eidinger
Stipe Erceg

Regie: Tim Fehlbaum
Paramount Home Entertainment

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Hell

Seitdem die Strahlkraft der Sonne zugenommen hat, ist die Erde ein verdörrter Ort geworden. Nur wenige Überlebende sind verblieben, die sich gegen die Sonnenstrahlen schützen und deren Leben von der Suche nach Wasser und Benzin bestimmt ist. Dazu gehört die Zweckgemeinschaft von Phillip und den Schwestern Marie und Leonie. Auf dem Weg in die Berge, wo es Leben geben soll, lesen sie Tom auf, ohne sich sicher sein zu können, dass er ihnen wohl gesonnen ist. Als sie in einen Hinterhalt geraten, beginnt der Kampf.

Mit einem aufregenden und packenden Endzeitthriller gibt Tim Fehlbaum ein fulminantes Langfilmdebüt. Konsequent lotet er die Spannungsmöglichkeiten seiner aufs Wesentliche reduzierten Geschichte aus, die er in einer visuell überzeugenden Welt ohne Leben angesiedelt hat. Hannah Herzsprung, Lars Eidinger und Stipe Erceg sind stark in diesem aufwühlenden Szenario, das sich im Verlauf unmerklich zum Horrorschocker wandelt und mehr überzeugt, als es vergleichbare US-Filme wie "The Road" getan haben.

Hell

Postapokalyptischer Thriller über eine Gruppe von vier Überlebenden, die realisieren muss, dass die mörderische Sonne nicht ihr größter Feind ist.

Nicht einen Moment käme man auf die Idee, dass es sich bei "Hell" um ein Regiedebüt handeln könnte. Tim Fehlbaum, 28-jähriger Absolvent der HFF München und 2004 für seinen Kurzfilm "Für Julian" mit einem Shocking Shorts Award ausgezeichnet, legt ein regelrecht elektrisierendes Erstlingswerk hin, das seine harte Genregeschichte mit visueller Finesse, stimmiger Atmosphäre und einer inhaltlichen Konsequenz erzählt, die man einer deutschen Produktion nicht so ohne weiteres zugetraut hätte. Wie jüngst die Hollywood-Produktionen "The Road" und "The Book of Eli" erzählt auch dieser doppeldeutig eindeutig betitelte Ausflug in eine unbelebbare Welt der nahen Zukunft von der Zeit nach dem Ende, von einer Erde, die sich den Menschen zum Feind erklärt hat.

Nun mag Fehlbaum nicht die Budgets der Vorgenannten zur Verfügung gehabt haben, aber das erweist sich nicht als Nachteil: Gerade, weil er gezwungen ist, mit den Mitteln zu haushalten, im Zweifelsfall etwas näher an die Gesichter seiner geplagten, erschöpften und von Unsicherheit gepeinigten Helden ranzugehen, findet er in der Bildsprache eine gelungene Entsprechung für eine in die Knie gezwungene Zivilisation. Wenn der verkniffene Phillip, die aufopferungsvolle Marie und ihre kleine Schwester Leonie in ihrem Auto durch die Einöde fahren, die kleinen Schlitze in den Fenstern den Blick auf verendetes Vieh und verbrannte Bäume freigeben, dann fühlt man sich an Kathryn Bigelows Vampirwestern "Near Dark" erinnert - nur dass man hier auch nachts nicht den Strahlen der Sonne entfliehen kann, nur dass sie den Menschen dann nicht den sicheren Tod bringen. Die Figuren teilen sich durch kleine Gesten oder Blicke mit, die so vielsagend sind, dass sie ausreichen, alles über die Figuren und ihr gegenseitiges Verhältnis zu erzählen. Ihr Ziel ist diffus: In den Bergen soll es Wasser geben, Leben. Heißt es. Keiner weiß es. Unterwegs gabeln sie den begabten Mechaniker Tom auf. Anspannung und Misstrauen wachsen, wem kann man trauen in einer Zeit, in der sich jeder selbst am nächsten steht?

Wie weit es um Solidarität und Mitgefühl bestellt ist, lotet Fehlbaum in der Folge aus, allerdings anders, als man es zunächst angenommen hat. Das Quartett gerät in einen Hinterhalt, manche von ihnen werden verschleppt. Die Stimmung kippt. Von der Helligkeit in die Hölle: Aus dem Endzeitthriller wird ein Horrorfilm vom Kaliber eines "Texas Chainsaw Massacre", der wie seine Figuren nie ganz auszurechnen ist. Wie sich vermuten lässt, ist "Hell" kein Schauspielerfilm. Und doch würde er ohne die Leistungen von Hannah Herzsprung, Lars Eidinger und Stipe Erceg nicht funktionieren: Sie verleihen dem zunehmend verzweifelter werdenden Überlebenskampf mit all seinen Härten ein menschliches Antlitz, das zur Anteilnahme zwingt. Wenn schließlich im Showdown im gleißenden, blendenden Sonnenlicht alle Karten auf den Tisch gelegt werden, ist das ein regelrecht euphorisierender Moment in diesem klaustrophobisch beklemmenden Film, dessen Spannung nie nachlässt, dessen Druck stets zunimmt. Damit können sich Fehlbaum und seine Produzenten Thomas Wöbke und Gabriele M. Walther mühelos der internationalen Konkurrenz stellen. ts.

Darsteller:  Hannah Herzsprung   als Marie
  Lars Eidinger   als Phillip
  Stipe Erceg   als Tom
  Angela Winkler   als Bäuerin Elisabeth
  Lisa Vicari   als Leonie
  Yoann Blanc   als Micha
  Christoph Gaugler   als Bauer Brückner
  Lilo Baur   als Fanzösin
  Marco Calamandrei   als Franzose
 
Regie:  Tim Fehlbaum  
Buch:  Tim Fehlbaum  
  Thomas Wöbke  
  Oliver Kahl  
Musik:  Lorenz Dangel  
Kamera:  Markus Förderer  
  Tim Fehlbaum  
Produzent:  Gabriele M. Walther  
  Thomas Wöbke  
 

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