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Heute nacht geht was: 100 Pro

Sehr entspannter Spaß über das merkwürdige Verhalten zweier junger Großstädter während der Paarungszeit.


Heute nacht geht was: 100 Pro

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Erhältlich seit:
30.09.2002

Originaltitel: 100 Pro

Komödie

Deutschland 2001
Laufzeit: 85 Min.
FSK: ab 12

Ken Duken
Luca Verhoeven
Mavie Hörbiger

Regie: Simon Verhoeven
mediacs AG

Bild 1 von 28

Filmbewertung


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Heute nacht geht was: 100 Pro

Flo und Marcel haben sich mit ihren Traumfrauen, zwei Unterwäsche-Models, in der angesagtesten Diskothek Münchens verabredet. Nun steht aber in dem unbestechlichen Türsteher ein unüberwindliches Problem zwischen den beiden Kumpels und der Aussicht auf eine heiße Nacht. Doch auch anderweitig verstehen es die beiden, sich Probleme aufzuhalsen, zumal Marcels Freundin von dem bevorstehenden Rendezvous Wind bekommen hat. Und so müssen sich die Jungs in dieser Nacht einiges einfallen lassen, um ihren Spaß zu haben...

Simon Verhoevens Regiedebüt spielt gekonnt mit dem besonders in München hohen Anspruch an den schönen Schein und der Entlarvung desselben. Ken Duken und Luca Verhoeven, der Bruder des Regisseurs, vermitteln glaubhaft den alltäglichen Kampf um Coolness und Zugehörigkeit, der sich im Nachtleben abspielt, und Polt-Kollegin Gisela Schneeberger überzeugt mit einem Kurz-Auftritt als Marcels Mutter. Der Mix aus salopper Pubertäts-Studie und seriösem Coming-of-Age-Film dürfte vor allem das jugendliche Publikum ansprechen.

Heute nacht geht was: 100 Pro

Hundertprozentig unbeschwerte Unterhaltung verspricht das Regiedebüt von Simon Verhoeven, in dem er Ken Duken und seinen Bruder Luca Verhoeven bei ihren Versuchen, an einen eisernen Türsteher vorbei in eine Edeldisco zu kommen, auf eine vergnügliche und etwas nachdenkliche Reise ans Ende der Nacht schickt. Bei der Premiere beim Filmfest München gefeiert, seither aber noch einmal umgeschnitten und mit einem Off-Kommentar von Otto Sander ausgestattet, gefallen die handwerkliche Sicherheit der sommerlichen München-Komödie und so mancher Giftpfeil, den der Regisseur ganz gezielt auf die glatte Oberfläche des ewigen Wer-drin-ist-ist-drin abfeuert.

In der ersten Einstellung lässt Verhoeven die Kamera über bayerische Gebirgsmassive und einen kitschig-blauweißen Himmel schweben, bis sie einen Alderhorst einfängt, in dessen Nest sich eine Überraschung verbirgt: anstatt hungriger Raubvogeljungen dreht sich erwartungsfroh ein 1210-Technics-Plattenspieler, wie ihn DJs bei ihrer Arbeit benutzen. Ein Heimatfilm ist es also, den Verhoeven seinem Publikum nahe bringen will. Ein Heimatfilm des 21. Jahrhundert allerdings, und ganz klar ist auch, welche Heimat der Filmemacher meint: die Welt der Clubs, in die Jugendliche jedes Wochenende strömen, auf der Suche nach dem großen Abenteuer und der großen Liebe. Dass Verhoeven diese Welt selbst als Heimat ansieht und die Abenteuer selbst kennt, merkt man dem angenehm unprätentiösen Film in jeder Einstellung an. Dass er "100 Pro" überdies nicht zuletzt dank des Off-Kommentars auch noch märchenhafte Züge verliehen hat, macht ebenfalls Sinn: Schließlich geht es auch hier um ständige Prüfungen und Versuchungen, denen sich die beiden Helden auf dem Weg zum - vermeintlichen - Glück ausgesetzt sehen.

Im Fall der besten Freunde Flo und Marcel besteht das Glück dieser einen Nacht aus zwei Unterwäsche-Models, die sich mit den Jungs in der angesagtesten Disco der Bayern-Metropole verabredet haben. Leider ist der Weg zum heiligen Gral dornig, denn am Türsteher besagter Disco ist kein Vorbeikommen, und auch sonst halsen sich die Freunde manches Problem auf, zumal Marcels zu Hause wartende Freundin alsbald spitz bekommt, dass ihr Liebster einem Seitensprung - wenn auch vor allem seinem Freund zuliebe - nicht ganz abgeneigt ist. So entfaltet sich ein überraschend spannendes Szenario: Einerseits setzt Verhoeven mit seinen satten Bildern und seiner gefälligen Erzählung auf den "Merkwürdiges Verhalten der Großstädter"-Oberflächeneffekt, gleichzeitig entlarvt er die von Werbebildern und Videoclips geweckte (und auch in seinem Film immer wieder unterstützte) Erwartungshaltung von Erfolg, Reichtum, Eroberung und Schönheit auch als Mausefalle, deren Druck schwer auf den Protagonisten lastet: Wenn sie im Englischen Garten Fußball spielen, hört man im Hintergrund natürlich einen Kommentar von Werner Hantsch - den entscheidenden Ball können die Jungs aber nicht versenken. Und das ist das liebenswerte Leitmotiv des Films, der tatsächlich eher vom ständigen Scheitern und Versagen handelt als von der Erfüllung feuchter Träume.

An den Kinokassen dürfte allerdings eher zählen, dass sich die Zielgruppe bestens mit den Erlebnissen von Duken und Verhoeven - die ein angenehm entspanntes, glaubwürdiges Duo abgeben - identifizieren kann und sich in dieser Welt der schicken Mädel, coolen Jungs und abgefahrenen Nachtschwärmer wiedererkennen wird. Und damit das auf Dauer auch schon mal arg gestreckt wirkende Szenario nie auf den Keks gehen kann, legt Gisela Schneeberger einen hinreißenden Auftritt als Marcels Mutter hin, der allein den Kauf der Eintrittskarte rechtfertigt. Und über alles wacht - als Antwort auf "Der Himmel über Berlin" - der Friedensengel - wie es sich für ein Münchner Märchen für die Generation nach "Monaco Franze" und "Kir Royal" gehört. ts.

Darsteller:  Ken Duken   als Floh
  Luca Verhoeven   als Marcel
  Mavie Hörbiger   als Vicky
  Gisela Schneeberger   als Marcels Mutter
  Max von Thun   als Meister Eder
  Kirk Kirchberger   als Dennis
  Simon Verhoeven   als Miami
  Darlene Dahl   als Lucy
  Mia Coleman   als Erstes Unterwäsche-Model
  Annika Murjahn   als Zweites Unterwäsche-Model
  Eralp Uzun   als Loco
  Tobias Schenke   als Tobi
  Meritxel Campos   als Valeria
  Andrea von Hedemann   als Caro
  Anna Brüggemann   als Steffi
  Alexander Held   als Betrunkener
 
Regie:  Simon Verhoeven  
Buch:  Simon Verhoeven  
Musik:  Jerome Isma-Ae  
Kamera:  Jo Heim  
Produzent:  Christine Ruppert  
 

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