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Kaufvideo
Erhältlich seit:
03.05.2004
Originaltitel: The Crucible
USA 1996
Laufzeit: 111 Min.
FSK: ab 12
Daniel Day-Lewis
Winona Ryder
Paul Scofield
Regie: Nicholas Hytner
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

Der englische Regisseur Nicholas Hytner ("King George") hat Arthur Millers zeitloses Theaterstück über kollektive Schuld und persönliche Integrität dramaturgisch überzeugend und auf hohem schauspielerischen Niveau verfilmt. Mit theatralischer Verve und analytischer Schärfe versteht es Hytner, ästhetische und dialektische Akzente zu setzen, die an Intensität und Eleganz nichts zu wünschen übrig lassen. Ein Period Piece, wie es aktueller nicht sein könnte, da es sich mit einer essentiellen, gesellschaftspsychologischen Problematik auseinandersetzt: das Individuum versus die Masse.
Als der US-Dramatiker Arthur Miller seinen Zweiakter 1953, vor dem Hintergrund der Kommunistenverfolgung durch den Ausschuß des Senators McCarthy, auf die Bühne brachte, war die Lesart vorgegeben: Ein vehementer Protest gegen diese Art infamer Gesinnungsschnüffelei, ein flammender Appell für absolute Gewissensfreiheit. Wie immer benutzt Miller auch bei "Hexenjagd" die Lebenserfahrungen der "kleinen Leute", um sie zu einem relevanten Gesellschafts-Psychogramm zu erweitern. Als Vorlage dienten ihm im vorliegenden Fall die Ereignisse, die als "Hexenjagd von Salem" in die Geschichtsbücher Eingang fanden. Im Jahre 1692 wurde in Salem im Staate Massachusetts Leuten der Prozeß gemacht, die als "Hexen" oder "mit dem Teufel im Bunde" gebranntmarkt wurden. Viele von ihnen fanden den Tod am Galgen. Hintergrund für diese fatale "Säuberungsaktion" waren die Verleumdungen einer Handvoll Mädchen - unter ihnen Abigail Williams (im Film von Winona Ryder gespielt) - die vorgaben, vom Teufel besessen zu sein. Abigail freilich verfolgte mit ihren frei erfundenen Anschuldigungen einen perfiden Zweck: Sie wollte Elizabeth Proctor (Joan Allen) loswerden, die Ehefrau von John Proctor (Daniel Day-Lewis), dem Abigail sexuell hörig war. Proctor, der sich nach einem einmaligen Fehltritt längst von Abigail losgesagt hatte, gerät so unfreiwillig in den Mittelpunkt des Geschehens. Und in einer bigotten Gesellschaft, in der sich die abgrundtiefe Angst vor Sexualität in brutaler Repression manifestiert, ist ein aufrechter Individualist wie Proctor sehr schnell zum Scheitern verurteilt.
Diese tiefverwurzelte seelische Gruppen-Panik eskaliert schließlich in einem kalten, gesellschaftlich gewollten Terror, der darauf abzielt, "den Menschen seines Gewissens zu berauben und damit seiner Persönlichkeit", wie Miller es formuliert. Aus diesem komplexen, in seiner Dringlichkeit fest hermetisch abgeschlossenen Stoff einen lebendigen Film zu machen, war für Nicholas Hytner die größte Herausforderung. Und obwohl er sich sehr eng an Millers poetisch stilisierte Sprache anlehnt und dessen dramaturgischen Aufbau nur geringfügig variiert, gelingt es ihm doch, einen äußerst dynamischen Erzählrhythmus mit zahlreichen Subplot-Elementen zu kreieren - bis hin zum packenden Showdown.
Die Balance zwischen visueller Opulenz und kammerspielartigen Momenten macht einen zusätzlichen Reiz dieser Inszenierung aus. Es ist schon bemerkenswert, daß ein A-Klasse-Schauspieler wie Daniel Day-Lewis in der ersten Filmhälfte kaum präsent ist und von Winona Ryder alias Abigail förmlich in die Handlung gezogen werden muß. So uneitel sieht man Hollywoodstars selten agieren. Das gilt letztlich auch für Paul Scofield in der Rolle eines gnadenlosen Richters, obwohl seine technisch brillante Darstellung das Ensemblespiel-Konzept gelegentlich etwas in Schieflage bringt.
Durch sein künstlerisches Niveau ragt "Hexenjagd" weit über die handelsüblichen Kitsch-Klassiker-Adaptionen hinaus. Millers meistgespieltes Theaterstück verfehlt in dieser Fassung auch als Film seine Wirkung nicht. Im Gegenteil: "Hexenjagd" zeigt eine Tragödie von universellem Ausmaß. Kino mit Starqualität und Inhalt.ull.
| Darsteller: | Daniel Day-Lewis | als John Proctor | |
|---|---|---|---|
| Winona Ryder | als Abigail Williams | ||
| Paul Scofield | als Judge Danforth | ||
| Joan Allen | als Elizabeth Proctor | ||
| Bruce Davison | als Reverend Parris | ||
| Rob Campbell | als Reverend Hale | ||
| Jeffrey Jones | als Thomas Putnam | ||
| Peter Vaughan | als Giles Corey | ||
| Karron Graves | als Mary Warren | ||
| Charlayne Woodard | als Tituba | ||
| Frances Conroy | als Ann Putnam | ||
| Elizabeth Lawrence | als Rebecca Nurse | ||
| George Gaynes | als Judge Sewall | ||
| Mary Pat Gleason | als Martha Corey | ||
| Robert Breuler | als Judge Hathorne | ||
| Rachael Bella | als Betty Parris | ||
| Regie: | Nicholas Hytner | ||
| Buch: | Arthur Miller | ||
| Musik: | George Fenton | ||
| Kamera: | Andrew Dunn | ||
| Produzent: | Robert A. Miller | ||
| David V. Picker | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1, Französisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Polnisch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Türkisch, Dänisch, Engl. f. Hörg., Finnisch, Griechisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch
Bildformat: 1:1,85/16:9
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