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Hi-Lo Country

Wehmütiger Neo-Western über zwei Cowboys und ihre von einer Frau gefährdete Freundschaft.


Hi-Lo Country

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Erhältlich seit:
27.01.2005

Originaltitel: The Hi-Lo Country

Drama/ Western

USA 1998
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 16

Woody Harrelson
Billy Crudup
Patricia Arquette

Regie: Stephen Frears
Universal Pictures Germany

Bild 1 von 8

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Hi-Lo Country

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrt der hitzköpfige Big Boy zusammen mit seinem besten Freund Pete nach Hause ins beschauliche Midwest-Nest Hi-Lo zurück. Eigentlich könnten die beiden dort als Rinderfarmer glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben, doch da gibt es zwei Probleme: ein machtgieriger Großgrundbesitzer auf der einen, aber vor allem die schöne Mona auf der anderen Seite. Sie verdreht den zwei Parade-Cowboys den Kopf, entscheidet sich nach kurzem Zögern für Big Boy und läßt Pete fortan in seinem eigenen Saft schmoren.

Mit seinem originellen Neo-Western überrascht der britische Regisseur Stephen Frears ("Gefährliche Liebschaften") mit einer glaubwürdigen Geschichte über Freundschaft, ohne jedoch die klassischen Regeln dieses ur-amerikanischen Genres außer Acht zu lassen. Der Film, den ursprünglich einmal Sam Peckinpah drehen wollte, fasziniert durch bestechend schöne Landschaftsfotografie sowie die exzellenten Darsteller Woody Harrelson, Patricia Arquette und Newcomer Billy Crudup. Auf der diesjährigen Berlinale mit einem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet.

Hi-Lo Country

"My name is Stephen Frears and I make westerns". Verkehrte Welt in Hollywood, hat doch Sam Peckinpahs bis zu seinem Tod 1984 vergeblich gehegtes Lieblingsprojekt ausgerechnet bei einem Briten seine Heimat gefunden. Der zeigt sich der Verantwortung bewußt, inszeniert seinen Neowestern über zwei Männer, deren Freundschaft den Test einer Liebe zur gleichen Frau bestehen muß, als wehmütiges, vertraute Standards zitierendes Genrefazit. Ein mäßig origineller, aber in sich ruhender Film, der sich in Sujet und Erzähltempo gegen den Zeitgeschmack stemmt und so kommerziell mit Widerstand rechnen muß.

Max Evans veröffentlichte "The Hi-Lo-Country" 1961, zählte zu Peckinpahs engsten Freunden und sah mit ihm zahllose Drehbuchentwürfe seines Romans scheitern. Bis Walon Green, Autor von "The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz", im Auftrag von Produzent Martin Scorsese (ringt schon jahrelang mit sich, selbst einen Western zu drehen) eine Fassung erstellte, die dem Geist der Vorlage treu blieb. Wohl auch nach Peckinpahs Geschmack ist Greens Adaption eine Liebeserklärung an und Abgesang auf das Genre, eine Ode an Männerfreundschaften und deren einzige Bedrohung, die Liebe zu einer Frau. Ein melancholischer Blick auf einen Lebensstil, der von der Zeit überrollt wird. Ein klassisches Opening setzt den Ton, als Einzelgänger Pete (starker, sich zurücknehmender Akteur: Billy Crudup), mörderische Entschlossenheit ins Gesicht gemeißelt, mit dem Gewehr auf sein Opfer wartet, dessen Identität erst am Ende preisgegeben wird. Zwischen dieser erzählerischen Klammer breitet sich in einem Rückblick die Freundschaft Petes zum Hitzkopf Big Boy Watson (in seinem Element: Woody Harrelson) und das vertraute Leben der Cowboys aus, das von Whisky, Weib und den Wonnen von Viehtrieb und Schlägereien ausgefüllt wird. Die Bedrohung baut sich dann an mehreren Fronten auf: Die Ära kleiner Viehzüchter ist nach dem Zweiten Weltkrieg abgelaufen, ein Großgrundbesitzer (Westernveteran Sam Elliott) kontrolliert das Geschäft und die Menschen, und die mit seinem Vorarbeiter verheiratete Mona (etwas blaß: Patricia Arquette) wird zum nicht gerade diskreten Objekt der Begierde der Freunde. Wie eine Wunschliste hakt Frears im kinogerechten Cinemascope die Konventionen des Genres ab (Poker, Rodeos, verruchte und heilige Mädchen, besonnene und überdrehte Männer etc.), etabliert mit Ruhe Figuren und Konflikte, entwickelt dann aber seinen Film in eine vom Zuschauer nicht unbedingt erwartete Richtung. Das finale Begräbnis, selbst ein Eckpfeiler des Genres, spiegelt die Stimmung des Verfalls, der in Teilen des Landes, über das der Wind widerstandslos hinwegfegt, längst eingesetzt hat und der auch vor einer lange gepflegten Lebenstradition nicht Halt machen wird. Wie Frears Film einerseits qualitativ, andererseits ökonomisch einzuordnen ist, könnte im Titel (High Low) vorgezeichnet sein. kob.

Darsteller:  Woody Harrelson   als Big Boy Matson
  Billy Crudup   als Pete Calder
  Patricia Arquette   als Mona Birk
  Cole Hauser   als Kleiner Junge Matson
  Penélope Cruz   als Josepha O'Neil
  Darren Burrows   als Billy Harte
  Jacob Vargas   als Delfino Mondragon
  James Gammon   als Hoover Young
  Lane Smith   als Steve Shaw
  Katy Jurado   als Meesa
  Sam Elliott   als Jim Ed Love
  John Diehl   als Les Birk
  Enrique Castillo   als Levi Gomez
  Rosaleen Linehan   als Mrs. Matson
  Josepha O'Neil   als Penélope Cruz
  Jim Ed Love   als Sam Elliott
  Robert Knott   als Jack Coffee
  Willie Nelson  
 
Regie:  Stephen Frears  
Buch:  Walon Green  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  Oliver Stapleton  
Produzent:  Tim Bevan  
  Barbara De Fina  
  Eric Fellner  
  Martin Scorsese  
 

Fassungen

 

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Features

 

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