DVD Leihvideo

Hilde

Verfilmung der Biografie von Hildegard Knef.


Hilde

Leihvideo

Erhältlich seit:
02.10.2009

Drama/ Biographie

Deutschland 2009
Laufzeit: 132 Min.
FSK: ab 12

Heike Makatsch
Dan Stevens II
Monica Bleibtreu

Regie: Kai Wessel
Warner Home Video Germany

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Die große Diva Hildegard Knef erhält ein filmisches Denkmal.

Hilde startet ihre Gesangskarriere (Foto: Warner) Großansicht

Hilde startet ihre Gesangskarriere (Foto: Warner)

Hildegard Knef (Heike Makatsch), eine Ikone des Films und Gesangs, von ihrem deutschen Publikum gleichermaßen geliebt und gehasst, hat stets eines getan:

Sie ist immer ihren eigenen Weg gegangen, selbst wenn sie sich dabei auch einmal selbst verloren hat. Und dieser Weg hat sie nach Hollywood und wieder zurück geführt, daneben oft auch in die Arme der falschen Männer.

Inmitten des zerbombten Berlins baute sie ihre Schauspiel- und zuletzt ihre Gesangskarriere auf, immer im Kampf gegen ihren Ruf der Verruchtheit, den ihr neben ihrem selbst bestimmten Lebensstil auch filmische Nacktszenen einbrachten.

Als prüde konnte man Hildegard Knef nicht bezeichnen (Foto: Warner) Großansicht

Als prüde konnte man Hildegard Knef nicht bezeichnen (Foto: Warner)

Von Berlin nach Hollywood

"Hilde" beleuchtet die Zeitspanne zwischen 1943 und 1966 im Leben der Diva Hildegard Knef und zeigt die unterschiedlichen und wichtigsten Lebensstationen des Weltstars.

Von Berlin über Hollywood, bis nach London und zurück nach Berlin, stets im Kontext des Zeitgeschehens, zeichnet Regisseur Kai Wessel ("Die Flucht", "Martha Jellneck") ein authentisches Bild der Künstlerin. Schauspielerin Heike Makatsch überzeugt als "Hilde" und zeigt deren Allüren und Stärke, aber auch ihre Verletzlichkeit.

Hilde

Biopic über die Knef als sanfte Sünderin, die vieles erreichte und alles durchlebte. Für Heike Makatsch sollte es nach dieser Performance rote Rosen regnen.

Flughafen Berlin Tempelhof an einem Frühlingstag 1966: "Hilde ist zurück" schallt es, Fotografen balgen um die Plätze und dann kommt sie die Gangway hinunter, eine Kultfigur, ein Phänomen. Sie stellt auf der Gangway kokett einen Fuß vor den anderen und nimmt die Meute mit einem Fingerschnipsen in Sekundenschnelle für sich ein. Ein Star, ein deutscher Star. Die Rückkehr nach Berlin ist auch eine Rückkehr an den Ort der Erfolge und Misserfolge, den Ort bitterster Niederlagen und wird zum Triumph, reisst sie doch in der altehrwürdigen Berliner Philharmonie 2000 Zuhörer von den Sitzen. Während Sie in den Kulissen auf ihren Auftritt wartet, folgt die Rückblende auf ein Leben mit Höhen und Tiefen zwischen Himmel und Hölle, den falschen und richtigen Männern. Die Knef schaffte es aus einfachen Verhältnissen als "deutsches Mädel in Reinkultur" wie Joseph Goebbels sie nannte, auf die Ufa-Schauspielschule, doch die Kriegswirren machten ihr einen Strich durch die Rechnung. Erst nach 1945 ging es wieder aufwärts, als Hauptdarstellerin im ersten deutschen Nachkriegsfilm, Wolfgang Staudtes "Die Mörder sind unter uns" von 1946, wird sie zum neuen Gesicht des deutschen Films, es folgt die Hochzeit mit Besatzungsoffizier Kurt Hirsch, Langeweile im (klischeehaft dargestellten) Hollywood als Vertragsschauspielerin von Produzent David O. Selznick, der tiefe Fall als Prostituierte in "Die Sünderin", dem deutschen Skandalfilm von 1951 mit sekundenschnellen Nacktaufnahmen, der die Volksseele aufwühlte und die Knef zur Persona non Grata machte. In der Heimat verschmäht und verachtet, gelingt ihr der Durchbruch am Broadway. Ein neuer Mann an ihrer Seite gibt neue Kraft für eine neue Karriere in Deutschland - als Sängerin.

Heike Makatsch spielt diese "Hilde" zwischen Widerborstigkeit und Hingabe so intensiv, als wäre sie in die Haut des Originals geschlüpft, singt nach fast einem Jahr Gesangstraining die bekannten Lieder, seelischer Gänsehauteffekt inklusive. "Mit sechzehn sagte ich still, ich will, will alles, oder nichts", mit einer Stimme wie ein Reibeisen verzauberte Knef die Menge, dunkel und weich, scharf und schmeichelnd. Eine Frau mit Ecken und Kanten und einem unbändigen Willen, eine in sich zerrissene Persönlichkeit - nach außen stark, innen verletzlich. Sich an diesen Mythos heranzutrauen, dazu gehört eine Portion Mut oder Chuzpe. Kai Wessel hat sich jedenfalls getraut. Das Resultat kann sich im besten Sinne des Wortes sehen lassen. Kostümdesignerin Lucie Bates lässt die 40er, 50er und 60er Jahre stilecht wieder aufleben, Hagen Bogdanski taucht das Biopic in verführerisches Licht und Heike Makatsch als Diva mit dicken schwarzen falschen Wimpern interpretiert die Knef mit beängstigender Authentizität und gleichzeitig mit dem ihr eigenen Touch. Die vielseitige Künstlerin ist mehr als gut, weniger gut dagegen das etwas mechanische und hastige Abhaken von Lebensstationen. Erst in der letzten halben Stunde ahnt man, welche Energie in diesem Kraftpaket von Frau schlummerte und beginnt sie zu lieben. Auch wenn die von Erich Pommer gestellte Frage "Wer ist Hildegard Knef" weiterhin offen bleibt. mk.

Hilde

Hildegard Knef geht einen langen Weg, bis sie zu sich selbst findet: Aus bedrückenden familiären Verhältnissen gelingt ihr der Sprung in die Schauspielausbildung, doch in den letzten Kriegswirren zählt nur mehr das blanke Überleben. Nach Filmerfolgen und Fehlgriffen, falschen und richtigen Männern, lähmender Langeweile in Hollywood und einer turbulenten Hass- Liebe mit dem deutschen Publikum muss die Kämpfernatur Hilde lernen, dass manchmal andere Dinge zählen als der Ellenbogenkampf im Showbiz: In ihrer eigenen Geschichte und im Inneren ihrer Seele findet sie die Substanz für die "Hilde", auf die sie selbst aber auch das deutsche Publikum immer gewartet hat. Einer der deutschen Lebenswege nach dem Zweiten Weltkrieg. Hildegard Knef war die Sünderin, ein Kinotraum, ein Weltstar, eine Ikone. Und sehr, sehr cool. Dies ist ihr Leben.

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Heike Makatsch   als Hildegard Knef
  Dan Stevens II   als David Cameron
  Monica Bleibtreu   als Else Bongers
  Michael Gwisdek   als Karl Gröhn
  Hanns Zischler   als Erich Pommer
  Anian Zollner   als Ewald von Demandowsky
  Trystan Pütter   als Kurt Hirsch
  Johanna Gastdorf   als Frieda Knef
  Sylvester Groth   als Boleslaw Barlog
  Roger Cicero   als Ricci Blum
 
Regie:  Kai Wessel  
Buch:  Maria von Heland  
Kamera:  Hagen Bogdanski  
Produzent:  Judy Tossell  
  Jens Meurer  
 

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