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Himmel und Huhn

Disneys erste CGI-Produktion ohne Pixar-Unterstützung um ein kleines Hühnchen mit Weltretter-Ambitionen.


Himmel und Huhn

Leihvideo

Erhältlich seit:
22.06.2006

Originaltitel: Chicken Little

Trickfilm/ Abenteuer

USA 2005
Laufzeit: 78 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Regie: Mark Dindal
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Frisch geschlüpft aus Disneys Animationsschmiede: Das fantastische Abenteuer um Hühnchen Junior und seine schrägen Freunde.

Klein, aber oho! Doch Hühnchen Juniors großes Vorbild ist Papa Bruno (Foto: Buena Vista) Großansicht

Klein, aber oho! Doch Hühnchen Juniors großes Vorbild ist Papa Bruno (Foto: Buena Vista)

Ist Ihnen schon mal die Decke auf den Kopf gefallen? Sinnbildlich bestimmt. Aber wie steht es mit einem Stückchen Himmel? Klingt zu verrückt um wahr zu sein - und doch behauptet Hühnchen Junior (Kim Frank) eines Tages, ihm sei ein sechseckiger Brocken Himmel auf sein Federhaupt geplumpst!

Prompt bricht in dem Örtchen Oakey Oaks die große Massenpanik aus, bis sich die aufgebrachten Dorfbewohner einigen: Eine harmlose Eichel muss es gewesen sein, die Klein-Hühnchen aus der Fassung gebracht hat. Was für eine Blamage für den armen Junior! Sein kurioser Katastrophenalarm bringt ihn auf die Titelseiten aller Zeitungen und sorgt dafür, dass er in der Schule nur noch mehr gehänselt wird.

Nach dem Fehlalarm: Die Medien stürzen sich auf Junior (Foto: Buena Vista) Großansicht

Nach dem Fehlalarm: Die Medien stürzen sich auf Junior (Foto: Buena Vista)

Ein Stück vom Himmel

Am schlimmsten aber ist: Juniors heiß geliebter Papa Bruno (Markus Maria Profitlich) ist von seinem Sohn zutiefst enttäuscht. Um der Schmach ein Ende zu bereiten, tritt Junior der Baseballmannschaft seiner Schule bei. Doch auch als Schlägerschwinger mag ihn zunächst niemand ernst nehmen.

Und dann geschieht das Unglaubliche: Junior sieht erneut, wie sich ein Stück vom Himmel löst! Natürlich mag ihm keiner glauben. Gemeinsam mit seinen treuen Freunden - der patenten Susi Schnatter (Verona Pooth), dem schüchternen Ed von Speck und dem Fischlein Luigi Forello - geht Junior dem merkwürdigen Phänomen auf die Spur.

Sieg! Die Baseballmannschaft Acorns hat die Meisterschaft errungen, Hühnchen Junior wird gefeiert (Foto: Buena Vista) Großansicht

Sieg! Die Baseballmannschaft Acorns hat die Meisterschaft errungen, Hühnchen Junior wird gefeiert (Foto: Buena Vista)

Bär trifft Lama

In den USA ist "Chicken Little", so der Originaltitel, mit $ 125 Millionen Einspiel bereits einer der größten Erfolge des Kinojahrs. Den Künstlern der berühmten Trickfilmschmiede ist eine liebevolle Mischung aus nostalgischem Look und modernster Technik gelungen. So begeistern einerseits witzige Details und allerhand schrullige Nebenfiguren, wie man sie aus Disney-Klassikern wie "Das Dschungelbuch" oder "Der König der Löwen" kennt.

Auf der anderen Seite verblüffen eine nahezu fotorealistische Computergrafik, rasante Kamerafahrten und tolle CGI-Effekte. Unter der Regie von Mark Dindal" ("Ein Königreich für ein Lama") und nach dem Drehbuch von Steve Bencich ("Bärenbrüder") erwacht auf der Leinwand ein kunterbunter Tier-Kosmos zum Leben, der trotz seiner fantastischen Elemente der Welt der Menschen gar nicht so unähnlich ist.

Fisch Luigi lernt in der Schule die Schaf-Sprache (Foto: Buena Vista) Großansicht

Fisch Luigi lernt in der Schule die Schaf-Sprache (Foto: Buena Vista)

Münchener Prominenz

Während sich kleine Zuschauer über aberwitzige Action freuen können, dürften die Erwachsenen einen Heidenspaß an den zahlreichen Filmzitaten haben. Von "Zurück in die Zukunft" über "King Kong" bis zu "Krieg der Welten" werden Leinwandklassiker durch den Trickfilmkakao gezogen.

Ein Extra-Bonbon: Zu den prominenten Synchronstimmen zählen auch Boris Becker und Münchens OB Christian Ude! Keine Frage also: Diese freche Federvieh-Komödie macht richtig gute Laune - und ist garantiert keine Ente!

Himmel und Huhn

Für seine erste CGI-Produktion ohne Pixar-Unterstützung schickte das Disney Studio ein beherztes kleines Hühnchen mit Weltretter-Ambitionen ins Boxoffice-Rennen, das am US-Startwochenende ähnlich königlich wie ein gewisser Löwe absahnen konnte.

In europäischen Gefilden sind "Asterix und Obelix" für ihre sprichwörtliche Furcht, der Himmel könnte ihnen auf den Kopf fallen, bekannt. Ihr amerikanisches Pendant ist Chicken Little - das aufgeschreckte Hühnchen, das behauptet, der Weltuntergang wäre nah. Dabei handelt es sich ursprünglich um eine traditionelle Moralfabel, die Kinder vom Flunkern abbringen soll. Das actiongeladene Animationsabenteuer aus der Feder der "Bärenbrüder"-Drehbuchautoren Steve Bencich und Ron Friedman (mit zusätzlichen Credits an das "Monster AG"-Team Robert L. Baird und Dan Gerson) beginnt ebenfalls mit dem klassischen Ausgangspunkt: Chicken Little verursacht in seinem verschlafenen Heimatstädtchen eine kostspielige Massenpanik, als er hysterisch aufgeregt verkündet, der Himmel würde auf die Erde fallen. Da ihm allerdings lediglich eine Eichel (mit ähnlich katastrophalen Slapstick-Dominoeffekt wie in "Ice Age") auf die Rübe gefallen ist, wird Chicken Little fortan überall als Lügenbold verlacht. Dabei wünscht er sich nichts mehr, als anerkannt zu werden und seinen verwitweten Vater Buck Cluck stolz zu machen. Dies versucht er angestrengt (und zunächst erfolglos) beim Baseball-Team seiner Schule. Als sich das Blatt schließlich zum Positiven wendet, fällt Chicken Little tatsächlich ein Stück Himmel auf den Kopf. Außer seinen drei Freunden, einer Clique von Außenseitern, bestehend aus einem kugelrunden Schweinchen, einem hässlichen Entlein und einem Fisch-aus-dem-Wasser, will ihm natürlich keiner glauben, dass tatsächlich eine lebensgefährliche Invasion von Außerirdischen bevorsteht. Nun hat das kleine Huhn Gelegenheit sich ganz groß zu beweisen.

Bei seiner temporeichen Inszenierung lässt "Ein Königreich für ein Lama"-Regisseur Mark Dindal kaum eine ruhige Minute aufkommen. In farbenprächtiger Bonbonpalette reiht sich hyperaktiv eine Situation an die nächste und dies mit reichlich überdrehtem Slapstick, lustigen visuellen Gags, obligatorischen Popkulturreferenzen, harmlosem Badezimmerhumor, aber auch herzerwärmenden Gefühlsmomenten versehen. Letztere sind vor allem auf die rührende Vater-Sohn-Dynamik zurückzuführen, die recht deutlich an "Findet Nemo" angelehnt ist. Die Attacke der Aliens wiederum ist eine kindgerechte Zeichentrickversion von "Krieg der Welten". Selbst der flachsende Ton und die weit gestreuten Referenzen (von "Indiana Jones" zu "Zauberer von Oz") wirkt "Shrek"-orientiert. Ein breites Spektrum wird auch bei der Soundtrack-Auswahl abgedeckt, die situationsgerecht Songs wie von R.E.M, ("It's the end of the world..") und Queen ("We are the champions") einsetzt. Man hat insgesamt den Eindruck, nicht nur Himmel sondern auch Hölle wurden in Bewegung gesetzt, um einen Hit aus der Eierschale zu zaubern, auch wenn dabei Einbußen hinsichtlich von Originalität in Kauf genommen werden mussten. Die Kids wird dies jedoch kaum tangieren. Die frenetische Federviehkomödie sollte sich weltweit als himmlischer Überflieger erweisen. ara.

Sprecher:  Zach Braff   als Chicken Little
  Garry Marshall   als Vater
  Steve Zahn   als Runt
  Joan Cusack   als Hässliches Entlein
  Amy Sedaris   als Foxy Loxy
  Don Knotts   als Major Truthan
  Fred Willard  
  Catherine O'Hara  
  Sir Patrick Stewart  
  Harry Shearer  
  Katie Finneran   als Goosey Lucy
 
Regie:  Mark Dindal  
Buch:  Steve Bencich  
  Ron J. Friedman  
  Ron Anderson  
Produzent:  Randy Fullmer  
 

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