VHS Leihvideo

Hollywood Cops

Temporeiche Action-Cop-Komödie, in der Harrison Ford seinem jungen Kollegen Josh Hartnett zeigt, wo's langgeht, und nebenbei einen Mordfall in der Rapperszene aufklärt.


Hollywood Cops

Leihvideo

Erhältlich seit:
10.02.2004

Originaltitel: Hollywood Homicide

Action/ Komödie

USA 2003
Laufzeit: 111 Min.
FSK: ab 12

Harrison Ford
Josh Hartnett
Lena Olin

Regie: Ron Shelton
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Wenn das Gehalt nicht mehr für die dritte Exfrau ausreicht, müssen auch Cops einen Nebenjob annehmen. Das bringt Zoff in der Glitzermetropole Hollywood.

Polizisten sollten treffsicher sein (Foto: Columbia TriStar) Großansicht

Polizisten sollten treffsicher sein (Foto: Columbia TriStar)

Wirtschaftskrise im Kino: Sogar Polizisten brauchen mittlerweile mehr Geld, gerade wenn sie älter sind, ihren Kindern Unterhalt zahlen oder mal die Gattin wechseln.

Also macht der mit allen Wassern gewaschene Cop Joe Gavilan (Harrison Ford) einen Fernkurs als Wohnungsmakler, sein Partner K. C. Calden (Josh Hartnett) jobbt als Yogalehrer.

Denn auch junge Polizisten wollen schicke Autos, und K. C. will außerdem Schauspieler werden, wenn er schon der Hollywood Division zugeteilt ist.

Dieser Cop ist nicht ganz normal (Foto: Columbia TriStar) Großansicht

Dieser Cop ist nicht ganz normal (Foto: Columbia TriStar)

Verbrechen Nebensache

Also zitiert er während wilder Verfolgungsjagden Tennessee Williams, versucht Marlon Brando zu ähneln und widmet sich nach Dienstschluss der sexuellen Recherche. Da bleibt wenig Energie zur Aufklärung der Morde in einem HipHop-Club. Aber das Gewitter von Gags, die hier herniederprasseln, lässt sowieso kaum Zeit, sich zu sehr mit kriminellen Aspekten zu befassen.

So ist nicht nur die Lösung des Falls eine ausgelassene Verquickung unterschiedlicher Interessen, sondern die ganze Komödie ein Geniestreich des Regisseurs Ron Shelton.

Hollywood Cops

Nach seinem denkbar düsteren L.A.-Cop-Porträt "Dark Blue" malt Ron Shelton den eigenen Gegenentwurf in deutlich helleren und dennoch realistischen Farben: Was zunächst daherkommt wie eine weitere Variation des altbekannten Cop-Buddy-Movies in Form eines altmodischen Starvehikels (mit Harrison Ford und Josh Hartnett am Steuer), entpuppt sich als ehrlich empfundener Liebesbrief an die Glamourmetropole Hollywood, in dem ausnahmsweise nicht ein Mangel, sondern die Fülle an Ideen, bzw. ihre Unvereinbarkeit in nur einem einzigen Film, das Hauptproblem ist. Wenn zwei ungleiche Cops in "Hollywood Mordkommission" also Jagd auf einen Mörder im Rap-Milieu machen und gleichzeitig die Polizeiarbeit mit ihren Nebenjobs jonglieren müssen, dann finden sich viele hinreißende Elemente, Gags, Szenen oder Momente, die als Einzelteile allerdings stärker sind als in der Summe.

Die Erlebnisse des Polizeiveteranen Robert Souza, der Berater bei Sheltons "Dark Blue" war und auf 22 Jahre Arbeitsjahre bei der LAPD zurückblicken kann, bilden die Basis für diese Actionkomödie. Vor allem die Tatsache, dass viele L.A.-Cops ihre Freizeit damit füllen, sich mit polizeifremden Nebenjobs ein paar Dollars dazu zu verdienen, inspirierte den Filmemacher, der immer schon einen Blick für die Unwägbarkeiten des Alltags normaler Leute hatte. So lernt man nach einer schönen Titelsequenz, in der die Beteiligten in der gleichen Schriftart vorgestellt werden, die für die Lettern des berühmten Hollywood-Zeichen zum Einsatz kamen, während Kameramann Barry Peterson herrliche Tinseltown-Impressionen einfängt, die beiden Cops Joe Gavilan und K.C. Calden kennen.

Gavilan (persönliches Merkmal: "My Girl" als Handy-Klingelton) ist mindestens ebenso down and out wie Kurt Russells Elden Perry in "Dark Blue", nur dass dieser geschiedene, mit allen Wassern gewaschene Haudegen nicht im Korruptionssumpf versinkt, sondern mit Finanzproblemen zu kämpfen hat. Deshalb schlägt er sich nebenher als Immobilenmakler durch, was zu seiner Misere noch beiträgt. Gavilans neuer Partner ist der unbedarfte K.C. (persönliches Merkmal: "Funky Town", der nur zur Polizei gekommen ist, um den mysteriösen Tod seines Cop-Vaters aufzuklären, aber viel lieber als Yoga-Lehrer schöne Frauen spirituell und hin und wieder auch körperlich beglückt und an seiner Karriere als Schauspieler feilt (was Ford lakonisch mit "Why do you wanna do something stupid like acting" kommentiert). Zu seinem Unglück wird das ungleiche Paar nicht nur von der internen Aufsichtsbehörde aufs Korn genommen, sondern muss auch noch einen Mordfall im Rap-Milieu aufklären, bei dem der Hiphop-Impressario Sartain seine Finger im Spiel hat. Er mag von Isaiah Washington dargestellt werden wie eine Westcoast-Ausgabe von P. Diddy, basiert aber als Figur offensichtlich auf dem Death-Row-Records-Chef Suge Knight, der in diverse Gewaltverbrechen involviert war und dafür auch schon im Knast saß.

Die Polizeiarbeit ist in "Hollywood Mordkommission" allerdings trotz zweier ausgedehnter Actionszenen (eine im Kanalsystem von Venice, die andere am Hollywood Blvd.) lange nicht so interessant und unterhaltsam wie der Polizistenalltag, den Shelton mit herrlich trockenem Humor, knackigen Dialogen und viel Sympathie für seine Figuren auf Film gebannt hat. Wenn er seine zwei ungewöhnlichen Cops einfach nur beobachtet, hat das Copmovie ungleich mehr Drive als wenn er sie handeln lässt. Dass vier parallele Handlungsfäden womöglich mehr sind, als ein Mainstreamfilm aushalten kann, kommt erschwerend hinzu. Und dass sich auch noch eine Radiohellseherin mit einem Faible für Cops, eine Hollywood-Madame, ein korrupter Internal-Affairs-Beamter, ein als Transvestit arbeitender Undercover-Cop, ein verblühter Filmproduzent, eine Rhythm'n'Blues-Sängerin und ein schwarzer Clubbesitzer prominent in den ohnehin schon vollgestopften Film drängen, lässt ihn nicht gerade übersichtlicher werden. Das ist insofern bedauerlich, als dass der handwerklich blitzsaubere Film, der in Zeiten von Comicverfilmungen, Videogame-Adaptionen und High-Budget-Sequels wie ein Anachronismus wirkt, voller toller Figuren und charmanter Szenen steckt und Harrison Ford eine absolut sehenswerte Leistung vollbringt. So ist ein Film der Gegensätze entstanden, wie sie nur in der Hauptstadt des Bizarren und Alles-Möglichen, also Hollywood, aufeinanderprallen können. Was man ein wenig vermisst, ist ein packendes Zentrum, das all den skurrilen Figuren, präzisen Betrachtungen und liebevollen Details ein prickelndes Zuhause beschert. Im Wirbel der Marketing-Tornados für die Popcorn-Front kann so ein bewundernswert erwachsener, eigenwilliger und stets sehenswerter Versuch auf diese Weise leicht verloren gehen. ts.

Darsteller:  Harrison Ford   als Joe Gavilan
  Josh Hartnett   als K.C. Calden
  Lena Olin   als Ruby
  Bruce Greenwood   als Lieutenant Bennie Macko
  Isaiah Washington IV   als Antoine Sartain
  Lolita Davidovich   als Cleo
  Keith David   als Leon
  Master P.   als Julius Armas
  Dwight Yoakam   als Leroy Wasley
  Martin Landau   als Jerry Duram
  Lou Diamond Phillips   als Wanda
  Gladys Knight   als Olivia Robidoux
  Meredith Scott Lynn   als I.A. Detective Jackson
  Tom Todoroff   als I.A. Detective Zino
  James MacDonald   als Danny Broome
  Kurupt   als K-RO
  André Benjamin   als Silk Brown
  Alan Dale   als Commander Preston
  Clyde Kusatsu   als Coroner Chung
  Eric Idle   als Celebrity
  Frank Sinatra jr.   als Marty Wheeler
  Robert Wagner   als Robert Wagner
  Johnny Grant   als Johnny Grant
  Smokey Robinson   als Taxifahrer
 
Regie:  Ron Shelton  
Buch:  Ron Shelton  
  Robert Souza  
Musik:  Alex Wurman  
Kamera:  Barry Peterson  
Produzent:  Lou Pitt  
  Ron Shelton  

Ford treibt Stuntmen in die Arbeitslosigkeit

Dass Harrison Ford nicht unbedingt zu den Weicheiern in Hollywood gehört, ist hinlänglich bekannt, doch nun drängt er auch noch seine Co-Stars, die gefährlichsten Stunts selbst zu drehen.

Keine Gnade gegen sich oder die Kollegen: Harrison Ford

Keine Gnade gegen sich oder die Kollegen: Harrison Ford

Der Mann fliegt in seiner Freizeit riskante Rettungseinsätze für die Bergwacht, setzt Dieben schon mal mit dem eigenen Wagen nach und ist auch ansonsten wenig zimperlich gegen sich selbst. Nun jedoch scheint Harrison Ford gezielt Stuntmen in die Arbeitslosigkeit zu treiben.

Isaiah Washington, eben im Kino in "Ghost Ship" zu sehen, beschwerte sich in einem Interview, dass Ford ihn und Josh Hartnett bei den Dreharbeiten zu Hollywood Homicide massive drängte, doch gefälligst alle Stunts - auch die brandgefährlichen - selbst zu drehen. Nun ist Herr Washington beileibe kein Frischling im Action-Genre. Er stand bereits in Exit Wounds - Die Copjäger und "Romeo Must Die" seinen Mann. Die Risikobereitschaft jedoch, die Ford an den Tag legte und auch von seinen Kollegen einforderte, sorgte bei ihm für weiche Knie.

"Ich habe ihm öfter gesagt, dass das schlicht und einfach der Job eines Doubles sei," so Washington im Interview, "doch Harrison winkte nur ab und meinte, das sei Kinderkram und dafür brauche man nun wirklich keinen Stuntman. Also habe ich es gemacht!" Dabei zeigte sich sogar Regisseur Ron Shelton wenig begeistert von den Gefahren, denen sich seine Stars aussetzten.

Vielleicht will Harrison Ford, wenn es schon mit einem echten "Oscar" bisher nicht geklappt hat, den Stunt-Oscar "Taurus Award" abräumen. Vielleicht übt er aber auch nur, um irgendwann doch noch die Rolle von Lee Majors in einem Remake von "Ein Colt für alle Fälle" zu übernehmen. Die coolen Sprüche dafür hat er zweifellos bereits drauf. Denn als Isaiah Washington bei einem seiner besonders gefährliche Stunts darauf hinwies, dass er dabei sterben könnte, antwortete Ford nur lapidar: "Dann sehe ich dich auf der anderen Seite!"

 

Hollywood Cops in der Fotoshow

 

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