DVD Leihvideo

Holy Smoke!

Sektenexperte PJ (Harvey Keitel) soll die erleuchtete Ruth (Kate Winslet) zurück auf den Teppich holen und erlebt sein blaues Wunder. Heiter-besinnlicher Geschlechterkampf à la Jane Campion ("Das Piano").


Holy Smoke!

Leihvideo

Erhältlich seit:
12.07.2006

Originaltitel: Holy Smoke

Drama/ Komödie

USA 1999
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12

Kate Winslet
Harvey Keitel
Pam Grier

Regie: Jane Campion
Universum Film

Bild 1 von 8

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Holy Smoke!

In Indien entdeckt die Australierin Ruth Barron ihre spirituelle Seite und verfällt einem charismatischen Guru. Ihre Familie ist von solchen Neuigkeiten wenig erbaut und engagiert den professionellen Sektendeprogrammierer PJ Waters aus den USA, die trickreich in die Heimat gelockte Ruth umzudrehen. PJ hat bereits 189 Menschen "geheilt" und glaubt, in diesem Routinefall auf seine Frau und Assistentin verzichten zu können. Ein folgenschwerer Irrtum, denn Ruth ist PJs Therapie durchaus gewachsen.

Jane Campion ("The Piano") stellt Glaubensfragen im Kampf der Geschlechter in einer nach Landessitte von schrägen Vögeln bevölkerten Tragikomödie mit Starbesetzung geradewegs vom fünften Kontinent. Kate Winslet lässt wieder mal alle Hüllen fahren und hat als mit Abstand klarster Kopf im weiten Rund die Sympathien der Zuschauer stets auf ihrer Seite. Harvey Keitel steigt nach Priscilla-Vorbild in Damenfummel, und Pam Grier sieht immer noch aus wie frisch aus einem Russ-Meyer-Film gefallen. Für alle experimentierfreudigen Filmfreunde.

Holy Smoke!

Wieder steht bei Jane Campion eine Frauenfigur im Mittelpunkt. In dieser Geschichte um Macht und Unterwerfung versucht Harvey Keitel als US-Sektenexperte Kate Winslet als junge, einem indischen Guru verfallene Australierin wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen. Beide liefern sich ein beachtliches Schauspielduell.

Auf einem Indienflug traf die gebürtige Neuseeländerin junge Mädchen, die der westlichen Zivilisation abgeschworen hatten und Erleuchtung suchten. Dieses Phänomen diente als Folie, um mit ihrer Schwester Anna Campion das Drehbuch zu schreiben. Die in die Fänge eines Gurus geratene Ruth Barron wird von ihrer Mutter unter der Vorspiegelung, der Vater sei sterbenskrank heimgeholt. Zuhause wartet der teure Sektenspezialist PJ aus Amerika, der sie in drei Tagen deprogrammieren will. Auf einer einsamen Ranch sind die beiden auf sich gestellt. Nach ersten Konfrontationen und dem Muster "Die Schöne und das Biest" verführt die junge Schöne den häßlichen Alten. Der verliert Kopf, Contenance und Professionalität. Das Machtspiel läuft ihm sukzessive aus dem Ruder, der Starke entlarvt sich in aller Schwäche. Denn PJ gehört zu einer Männergeneration, die in den Neunzigern mit Identitätsschwierigkeiten und der Angst vor dem Verlust von Männlichkeit kämpfen, weil das alte Rollenverständnis nicht mehr gilt, sie sich mit dem neuen noch nicht anfreunden können. In einer psychologischen Tour de Force gehen die Kontrahenten durch die Hölle, um nach einer schrecklichen Katharsis ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen.

Jane Campion, bewandert in "gender stories", haut ihre Message dem Zuschauer manchmal etwas zu drastisch um die Ohren, um dann plötzlich mit märchenhaften und magischen Elementen zu überraschen. Wenn Harvey Keitel, der als Chauvi mit Mini-Bart am Anfang fast eine peinliche Figur macht, am Ende geschminkt und in roten Frauenkleidern durch die Wüste kriecht, die spirituelle Sinnsuche in eine verzweifelte Suche nach sich Selbst eskaliert, gelingt ihr eine filmische Gratwanderung, die knapp aber souverän am Abgrund zur Lächerlichkeit vorbeiführt. Die Barron-Familie (in der Funktion eines griechischen Chorus) überzeichnet Campion leider stark, die selbst ernannten Helfer werden zu Karikaturen. Für die Regisseurin zählt primär die intime Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich einander ausliefern und für einen Moment ihre Emotionen nicht kontrollieren können. Auch wenn diese Konstellation manchmal nicht nachzuvollziehen ist, weckt das Psychodrama Interesse. Die Namen Winslet, Keitel und Campion sollten Anziehungspunkt für ein Arthaus-Publikum sein. mk.

Darsteller:  Kate Winslet   als Ruth
  Harvey Keitel   als PJ Waters
  Pam Grier   als Carol
  Julie Hamilton   als Mutter
  Sophie Lee   als Yvonne
  Daniel Wyllie   als Robbie
  Paul Goddard   als Tim
  Tim Robertson   als Vater
  George Mangos   als Yani
  Kerry Walker  
  Les Dayman  
  Samamtha Murray  
  Austen Tayshus  
  Simon Anderson  
  Genevieve Lemon  
 
Regie:  Jane Campion  
Buch:  Anna Campion  
  Jane Campion  
Musik:  Angelo Badalamenti  
Kamera:  Dion Beebe  
Produzent:  Jan Chapman  
 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Kate Winslet

James Cameron schwärmte von dem Leuchten in ihrem Gesicht und ihren Augen und machte sie in dem Jahrhundertfilm "Titanic" in der Rolle der...

 

Star

Harvey Keitel

Sein Zuhause sind die "Mean Streets", er schleppt sich als König von "Cop Land" durch die Unterwelt, und er trägt fast stets einen grimmigen...