
Eindringliche Auseinandersetzung mit Problemen von Irak-Kriegsveteranen, topbesetzt und mit eindeutiger Parteinahme für die Soldaten.
Die Begleitmannschaft für einen medizinischen Hilfstransport gerät in einem Dorf im Irak in einen Hinterhalt und wird beinahe aufgerieben. Zurück in Spokane, Washington, haben die Überlebenden etliche Schwierigkeiten, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Das Gewissens- und Gesellschaftsdrama von Irwin Winkler verfolgt vier von ihnen, die auf unterschiedliche Weise versuchen, mit dem Trauma der Kriegserfahrung fertig zu werden.
Arzt Will Marsh (Samuel L. Jackson) findet keinen Schlaf, hängt nachts vor dem Fernseher rum, greift zum Alkohol, will sich erschießen und kommt durch seine Frau und die Familie wieder zu sich. Jamal Aiken (Curtis Jackson, "50 Cent") wird von seiner Freundin verlassen und dreht durch: Als er in einem Diner Geiseln nimmt, wird er im Beisein von Freund Tommy (Brian Presley) von der Polizei erschossen. Vanessa Price (Jessica Biel), die ihre Hand verloren hat und mit einer Prothese leben muss, hat Schwierigkeiten, sich anderen Menschen zu nähern, verliert ihren Freund und findet bei einem Lehrerkollegen eine neue Liebe. Tommy, der anfangs keinen Job bekommt und nicht verhindern kann, dass Jamal erschossen wird, versöhnt sich mit seinem Vater und geht zur Armee zurück.
Sind die Schicksale des Arztes und der Lehrerin, die in ihrer bürgerlichen Umwelt Unterstützung finden, modellhaft und bemüht geraten, so sind vor allem die Haltungen Jamals und Tommys interessant. Jamal, von Curtis Jackson überzeugend zwischen Phlegma und Wutausbrüchen gespielt, ist der Underdog, der Medikamentierung für Blendwerk hält und fehlende finanzielle Unterstützung der Veteranen einklagt. Tommy steht für den einfachen Soldaten ("It's hard being a soldier"), dessen Würde eingefordert wird und dessen Plädyoer "I can't stay behind" eine eindeutig entschlossene Parteinahme für den Soldatenberuf darstellt. Sorgfältig gefilmt und topbesetzt gehört das Drama wie "Die besten Jahre unseres Lebens", "Coming Home" und (in Ansätzen) "Jarhead" zu den Veteranenfilmen, die Krieg und Reintegration in die Gesellschaft reflektieren. ger.