Eine alte jüdische Frau ist umgebracht worden. Widerwillig übernimmt Vollblutpolizist Bob Gold den Fall: Ihre Angehörigen, reiche Juden, wittern eine antisemitische Verschwörung und konfrontieren Gold mit seiner ethnischen Herkunft. Sich seiner eigenen Wurzellosigkeit urplötzlich bewußt, will Gold den Respekt der Juden gewinnen. Nachdem er sich zu einem Terroranschlag auf den Laden eines Faschisten hat hinreißen lassen, muß er erkennen, daß "seine" Leute ihn nur benutzt haben. Schlimmer noch: Er verpaßt dadurch eine wichtige Polizeiaktion, bei der sein Partner stirbt. Als sich herausstellt, daß die Mörder der alten Frau zwei Straßenkids waren, bricht Golds Leben endgültig zusammen.
Mit "Homicide" beendet David Mamet seine Trilogie über Spieler ("Haus der Spiele"), Gangster ("Things Change") und Cops, abermals mit Joe Mantegna ("Der Pate III") in der Hauptrolle. In schwermütigen Bildern erzählt er die komplexe Geschichte eines Polizisten, der durch den Gewissenszwist zwischen Loyalität zu Beruf oder ethnischer Herkunft aus der Bahn geworfen wird und schließlich vor den Tümmern seines Lebens steht. Ganz langsam entfaltet sich die gekonnt mit allen Zutaten eines herkömmlichen Großstadt- und Cop-Thrillers verwobene Story. Wer dem Handlungsverlauf jedoch konzentriert folgt, wird zunehmend fasziniert sein von der hintergründigen Raffinesse dieses ungewöhnlich spannenden Films. Ein Leckerbissen auch für Genrefans.