
Flippig-forsche Chaoskomödie, in der drei Freunde an der Schwelle zur Midlife-Crisis (plus ein junger Neffe) per Zeitreise die Gelegenheit erhalten, ihre Jugend während der 80er Jahre wieder zu erleben.
Vier ungleiche Kumpel erleben einen Alkohol-getränkten Partytrip der Superlative und müssen diverse komische Komplikationen bewältigen, um sich aus einer bizarren Bredouille zu befreien. Die Rede ist nicht etwa von der Hitkomödie "Hangover", sondern der Regiearbeit von Drehbuchautor Steve Pink. Er ist langjähriger Freund und Produktionspartner von John Cusack, mit dem er "Ein Mann - Ein Mord" und "High Fidelity" produzierte. Pinks "Hot Tub Time Machine" klotzt mit einem Bad-Taste-Gelage, bei dem es u.a. einen Hundekot-verschmierten Autoschlüssel, Kotzen im Projektil-Stil und einen fehlgeleiteten Urinstrahl zu bestaunen gibt. Das Gros des Humors des nostalgischen Buddyulks ergibt sich jedoch aus dem Vergleich der Gegenwart zu den 80er Jahren, die hier mit schriller Mode- und Frisurenauswahl vorgeführt werden. Darüber hinaus erscheint Mister "Sixteen Candles" und "Teen Lover" John Cusack, eine formidable Eighties-Ikone.
Er spielt Adam, der von seiner Freundin verlassen worden ist und mit Nick (Craig Robinson) zum Krankenbett ihres gemeinsamen Freundes Lou (Rob Coddry) eilt. Um ihn aufzuheitern, fahren sie alle gemeinsam mit Adams Neffen Jacob (Clark Duke) im Schlepptau für einen Skiurlaub nach Kodiak Valley. Das Party-Mekka ihrer Jugend sieht inzwischen recht heruntergekommen aus, doch eine wild durchzechte Nacht im Whirlpool, der sich als Zeitmaschine entpuppt, ändert alles. Sie wachen im Jahr 1986 auf und finden sich in ihren jungen Körpern von damals wieder. Sie selbst (und die Zuschauer) sehen sie jedoch nach wie vor in ihrer "alten" Form. Adam, Nick und Lou haben nun Gelegenheit ihre Vergangenheit zum positiven zu verändern, Jacob hingegen hat Angst, dass dies seine Existenz gefährden und er nie gezeugt werden könnte.
Stulpen, Walkmen, Riesenhandys und Schulterpolster waren angesagt und werden hier als witzige Sightgags eingesetzt, die ebenso belustigen wie eine kurze Einblendung von Präsident Reagan. All dies mag zwar nicht besonders raffiniert sein, Lacher ergeben sich daraus dennoch und in die in beträchtlichem Ausmaß. Für treffliche Slapstick-Komik sorgt Crispin Glover als (potentiell) einarmiger Hotelangestellter. Chevy Chase, Comedy-Ikone aus den 80ern als "Fletch - Der Troublemaker", taucht ebenfalls kurz auf, hat allerdings wenig zu witzeln. Ansonsten wird mit einem traumhaften 80ies Soundtrack aufgewartet, der von Public Enemy über Spandau Ballett hin zu Motley Crue reicht. Insgesamt hat die nostalgische Buddykomödie im "Old School"-Stil Chancen sich zu einem moderaten Sleeperhit zu entwickeln. ara.