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Hotel Ruanda

Drama vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs und Genozids in Ruanda: Ein Hotelmanager rettet über 1200 Menschen das Leben und wird zum Helden.


Hotel Ruanda

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Erhältlich seit:
03.04.2009

Originaltitel: Hotel Rwanda

Drama

Südafrika/Großbritannien/Italien 2004
Laufzeit: 118 Min.
FSK: ab 12

Don Cheadle
Sophie Okonedo
Joaquin Phoenix

Regie: Terry George
Universum Film

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Ein Einzelner kann Großes bewirken: 1200 Menschen rettete ein ruandischer Hotel-Manager vor dem sicheren Tod. Ein zutiefst bewegender Film nach einer wahren Begebenheit.

Paul und seine Frau Tatiana beobachten den Schrecken (Foto: Tobis) Großansicht

Paul und seine Frau Tatiana beobachten den Schrecken (Foto: Tobis)

Vor elf Jahren tobte der Wahnsinn in Ruanda. Vor dem Völkermord der Hutu-Extremisten an den Tutsi verschloss die Welt die Augen. Keiner schickte Hilfe. Ein Mann aber brachte den Mut auf, sich der explodierenden Gewalt entgegen zu stellen: der Hotelmanager Paul Rusesabagina (Don Cheadle, für die starke Rolle Oscar-nominiert).

Zunächst will er seine Familie retten, doch er kann sich dem Elend seiner Mitmenschen nicht entziehen und bewahrt schließlich 1200 Flüchtlinge in der Luxusherberge mit dem idyllischen Namen "1000 Hügel" vor den Übergriffen gewalttätiger Tutsi und korrupter Hutu.

Das Hotel wird zu einem Zufluchtsort, einer Trutzburg zwischen Angst und Hoffnung. Hier warten die verzweifelten Menschen auf Hilfe von machtlosen UN-Schutztruppen und überforderten Rotkreuzlern. In dem Chaos versucht Paul unter schwierigsten Bedingungen, seine "Hotelgäste" zu retten - und bringt sich selbst in tödliche Gefahr.

Tod, Terror und Verzweiflung: Paul auf der Flucht vor den mordenden Rebellen (Foto: Tobis) Großansicht

Tod, Terror und Verzweiflung: Paul auf der Flucht vor den mordenden Rebellen (Foto: Tobis)

Ein wahrer Held

Diese brisante Gratwanderung zwischen einem der erschütterndsten Ereignisse der jüngsten Geschichte und emotional packender Kinounterhaltung beherrscht Regisseur Terry George meisterlich.

Die Bilder berühren anstatt zu belehren, nicht die Schrecken des Bürgerkrieges, sondern die ergreifende und wahre Geschichte eines echten Helden steht im Mittelpunkt des für drei Oscars nominierten Werks.

Die Hollywoodstars Nick Nolte und Joaquin Phoenix adeln in Nebenrollen diesen faszinierenden Film über einen mutigen Mann und seinen Kampf ums Überleben.

Hotel Ruanda

In Toronto mit dem Hauptpreis des Festivals bedacht, mit Oscar-Nominierungen für die Hauptdarsteller Don Cheadle und Sophie Okonedo und mit einem für das so herbe Thema beachtlichen Einspielergebnis in den USA, kommt Terry Georges Dokudrama nun nach seiner Deutschlandpremiere im Wettbewerb der Berlinale in die deutschen Kinos. "Hotel Ruanda" erzählt die Geschichte des "afrikanischen Oskar Schindler", der angesichts des Völkermords in seiner Heimat über eintausend Menschen das Leben rettete.

Vor zehn Jahren gipfelte der Bürgerkrieg in Ruanda im größten Genozid seit den Naziverbrechen - beinahe unbemerkt vom Rest der Welt. Innerhalb von drei Monaten wurden drei Millionen Tutsis von regierenden Hutu-Milizen brutal ermordet. "Hotel Ruanda" erzählt vor dem Hintergrund der Ereignisse von einem Hotelmanager, der das Leben von über 1200 Menschen rettet, indem er, vereinfacht gesagt, ein sehr guter Hotelmanager ist. Dieser Mann heißt Paul Rusesabagina, gespielt wird er von Don Cheadle als ruhiger, stets souveräner Pol mitten im Chaos. Ein Mann, der weiß, wie die Welt funktioniert, der seine erlernten Fähigkeiten, seine Demut vor Autoritäten, seine Diskretion und Würde einsetzt, um zunächst seine Familie und schließlich über Tausend fliehenden Tutsis im zum Flüchtlingslager umfunktionierten Hotel in Sicherheit zu bringen. Paul selbst ist Hutu, verheiratet mit einer Tutsi namens Tatiana (Sophie Okonedo), in Belgien ausgebildet und Leiter das Vier-Sterne-Hotel "Des Milles Collines" in der Hauptstadt Kigali, nachdem sich der belgische Hoteldirektor aus dem Staub gemacht hat. Wie auch die Vereinten Nationen, die als Friedenstruppe nach Ruanda kamen, im Film von Nick Nolte als Colonel Oliver vertreten werden. Oliver sieht, was geschieht, informiert seine Vorgesetzten, bittet um Hilfe und Intervention und wird ignoriert. Am Ende sind es diese beiden Männer, Oliver und Rusesabagina, die auf eigene Faust die Evakuierung der Flüchtlinge erwirken können.

Rusesabagina begreift intuitiv, dass er nur etwas erreichen kann, indem er weiter wie ein Hotelmanager handelt. Die Wirtschaft ist zusammengebrochen, das Land wird von Anarchie regiert, aber Paul zieht jeden Morgen Anzug und Krawatte an und macht "business as usual" - selbst wenn er dabei vor Angst zittert. Er löscht Namen von der Gästeliste, besticht einen Hutu-General mit Whiskey und nutzt jeden möglichen Trick, um sich die Extremisten vom Leib zu halten. Das entsetzliche Blutbad, das dabei im Hintergrund zu erahnen ist, wird die meiste Zeit aus zweiter Hand erzählt, anfangs in den aufgenommen Bildern des von Joaquin Phoenix in einem Cameoauftritt gespielten Fernsehjournalisten, später offenbart es sich den Augen Rusesabaginas und des Zuschauers in einer Szene auf einer nebligen Landstraße, in der Rusesabagina und sein Fahrer schließlich bemerken, dass sie die ganze Zeit mit ihrem Wagen über Leichen fahren. Der vorangegangene Dialog mit einem Extremisten - "You do not believe you can kill them all? Why not? Why not? We are halfway there already." - wird in diesem Moment entsetzliche Wahrheit.

"Hotel Ruanda" ist konventionell und zurückhaltend in seiner Inszenierung und wird gänzlich von seinem charismatischen Protagonisten getragen, den Don Cheadle mit afrikanischem Akzent beeindruckend präzise verkörpert. "Hotel Ruanda" ist ein dramatischer, bewegender Film über Heldentum und den Kampf ums Überleben. Der Film funktioniert nicht deshalb, weil die Leinwand mit Spezialeffekten den Bürgerkrieg möglichst authentisch rekonstruiert, sondern weil die Filmemacher daran interessiert sind, wie ein Mann sich dazu entschließt, in einer unerträglichen Situation zu funktionieren. Terry George, langjähriger Partner von Jim Sheridan, dokumentiert nicht die Hintergründe und Schrecken des Völkermords, was ihm Kritiker vorwarfen. Doch gerade dies mag die einzige Möglichkeit sein, ein breites Publikum zu erreichen und daran zu erinnern, was seinerzeit - und das kritisiert der Film in aller Deutlichkeit - von der westlichen Welt ignoriert wurde. deg.

Hotel Ruanda

Am 7. April 1994 brach in Ruanda der Bürgerkrieg zwischen den regierenden Hutu-Milizen und den Rebellen der Tutsi aus. In nur 100 Tagen starben eine Millionen Menschen durch die Hand der Milizen, während die gesamte westliche Welt vor dem blutigsten Kapitel der jüngeren afrikanischen Geschichte die Augen verschloss. HOTEL RUANDA ist die wahre Geschichte eines ganz gewöhnlichen Mannes, der beispiellose Zivilcourage bewies und über 1200 Menschen vor dem sicheren Tod rettete. Paul Rusesabagina (DON CHEADLE) stellte sich couragiert gegen die Kräfte, die sein Land zu zerreißen drohten. Er öffnete seine Arme und fand einen Ort, an dem die Hoffnung überlebte.

Quelle: Universum Film

- Audiokommentar Terry George (Regie), Paul Rusesabagina und Wyclef Jean
- Featurette
- Interviews mit Cast & Crew
- Message for Peace: Making Hotel Ruanda
- Dokumentation: Return to Rwanda
- Selected Scenes mit Audiokommentar
- Trailer

Quelle: Universum Film

Darsteller:  Don Cheadle   als Paul Rusesabagina
  Sophie Okonedo   als Tatiana Rusesabagina
  Joaquin Phoenix   als Jack
  Desmond Dube   als Dube
  David O'Hara   als David
  Cara Seymour   als Pat Archer
  Fana Mokoena   als General Augustin Bizimungo
  Hakeem Kae-Kazim   als George
  Tony Kgoroge   als Gregoire
  Mosa Kaiser   als Pauls Tochter
  Mathabo Pieterson   als Pauls Tochter
  Ofentse Modiselle   als Roger Rusesabagina
  Nick Nolte   als Colonel Oliver
  Jean Reno   als Leiter der Fluglinie
 
Regie:  Terry George  
Buch:  Keir Pearson  
  Terry George  
Musik:  Andrea Guerra  
  Rupert Gregson-Williams  
  Afro Celt Sound System  
Kamera:  Robert Fraisse  
Produzent:  A. Kitman Ho  
  Terry George  

"Aviator" startet auch bei den Oscars durch

Eigentlich hatten alle mit einem engen Rennen um die begehrteste Goldstatuette der Welt gerechnet. Doch ein kleiner Italiener hat es einem kugeligen Neuseeländer gleichgetan - und statt Mittelerde den Himmel erobert.

Auch ohne Oscar schon goldig: Die nominierten Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett aus "Aviator" (Foto: Buena Vista) Großansicht

Auch ohne Oscar schon goldig: Die nominierten Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett aus "Aviator" (Foto: Buena Vista)

Peter Jacksons "Der Herr der Ringe 3" hatte letztes Jahr die Academy Awards dominiert: Elf Nominierungen, elf Oscars. Diese Chance hat nun auch Martin Scorseses "Aviator". Das Biopic um den legendären Luftfahrt-Pionier Howard Hughes hat ebenfalls Kurs auf elf Goldjungs gesetzt, nachdem es schon bei den Golden Globes der große Sieger war.

Scorsese hofft nach insgesamt sieben Nominierungen ohne Preis einmal mehr auf Oscars für den besten Film und die beste Regie. Leonardo DiCaprio, selbst als bester Hauptdarsteller nominiert, sagte zu Scorseses Pechsträhne: "Es ist ein schlechter Witz, dass dieser Mann noch nie gewonnen hat! Es wird höchste Zeit!"

Empfehlung vom Thronfolger

DiCaprios eigene Chancen sind dagegen eher gering. Denn die besten Karten hat Jamie Foxx für seine grandiose Performance als Soul-Legende "Ray" Charles. Pop-Ikone Prince meinte gar: "Ich bin ja mit Ray auf der Bühne gestanden und ich kann nach diesem Film nur sagen: Jamie hat ihn nicht gespielt, er WAR Ray!"

Von daher dürften auch Johnny Depp als Peter-Pan-Autor in "Wenn Träume fliegen lernen", Don Cheadle als mutiger Manager des "Hotel Rwanda" und Clint Eastwood als alternder Box-Trainer in "Million Dollar Baby" nur Außenseiterchancen haben.

Ganz anders Eastwoods Hauptdarstellerin Hilary Swank. Sie gilt nach ihrem Triumph bei den Golden Globes auch als Favoritin für den Oscar als beste Schauspielerin. Pikanterweise kommt es dabei zur Neuauflage des Duells mit Annette Bening, die für ihre hinreißende Diva aus "Being Julia" nominiert ist. 1999 war Swank überraschend für ihre Hosenrolle in "Boys Don't Cry" geehrt worden, obwohl Bening für "American Beauty" als große Favoritin galt.

Deutsches Duo

Große Freude auch bei Regisseur Oliver Hirschbiegel, denn der deutsche Hit "Der Untergang" ist als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert. Dem Drama um die letzten Tage des Nazi-Regimes werden allerdings kaum Siegchancen eingeräumt. Als Favorit gilt Alejandro Amenábars Drama "Das Meer in mir" mit Javier Bardem als Querschnittsgelähmtem, der 30 Jahre um das Recht auf seinen eigenen Tod kämpft. Es wird also schwer für Hirschbiegel, das Erbe von Caroline Link anzutreten, die 2003 nach 24 Jahren Flaute erstmals wieder den Preis nach Deutschland holte.

Fast eine Sensation ist die Nominierung für "Die Geschichte vom weinenden Kamel" in der Kategorie beste Dokumentation. Der Abschlussfilm dreier Studenten der Münchener Filmhochschule entstand unter finanziell wie technisch schwierigsten Bedingungen, zeigt aber einige der schönsten Szenen des vergangenen Kinojahres. Favorit ist aber auch hier ein anderer Beitrag: Morgan Spurlocks schockierende Fress-Doku "Super Size Me" sorgte sogar dafür, dass der weltweit größte Buletten-Gigant seine Riesenmenüs von der Speisekarte nahm.

Oscar-Bingo

Nach "Aviator" ist "Wenn Träume fliegen lernen" mit sieben Kategorien der am häufigsten nominierte Film. Darunter sind auch die wichtigen Kategorien bester Film, beste Regie (Marc Forster) und bestes (adaptiertes) Drehbuch. "Ray" hat sechs Chancen auf die begehrten Goldstatuetten, während die feinsinnige Komödie "Sideways" um Wein, Weib und Selbstfindung mit fünf Nominierungen eher enttäuschte. Die jeweils vier Nominierungen für den Kinderspaß "Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse" und die Pixelhelden "Die Unglaublichen - The Incredibles" waren dagegen eine Überraschung. Der Animations-Oscar für die Superfamilie gilt dabei schon als sicher.

Wer im alljährlichen Zahlenspiel um die Goldjungs dann wirklich über Hauptgewinne jubeln darf, stellt sich in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar heraus, wenn um 2:00 morgens deutscher Zeit die Oscar-Show beginnt. Martin Scorsese wird dann sicher mit Schrecken ans Jahr 2003 zurückdenken. Auch damals schritt er mit zehn Nominierungen für sein Gründer-Drama "Gangs of New York" als großer Favorit zu seinem Platz im Kodak Theatre - und schlich am Ende des Abends trotzdem mit leeren Händen aus dem Saal.

 

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