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Hui Buh, das Schlossgespenst

Kinodebüt für Eberhard Alexander-Burghs populäres, liebenswert tolpatschiges Schlossgespenst.


Hui Buh, das Schlossgespenst (Premium Edition)

Kaufvideo

Erhältlich seit:
14.12.2006

Fantasy/ Komödie

Deutschland 2006
Laufzeit: 98 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Michael Bully Herbig
Christoph Maria Herbst
Heike Makatsch

Regie: Sebastian Niemann
Highlight Communications (Deutschland)

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Jetzt wird's gruselig! Mit einem Staraufgebot wurde endlich das Kinderkultbuch aus den sechziger Jahren verfilmt.

Hui Buh treibt seine Späße (Foto: Constantin) Großansicht

Hui Buh treibt seine Späße (Foto: Constantin)

Ein Clown, der nicht lustig ist, ein Magier, der nicht zaubern kann, ein Schausteller, der nicht schreien kann - was macht man mit solchen Leuten? Einfach nicht ernst nehmen. Genau. Ein ähnliches Schicksal teilt auch Hui Buh (Michael "Bully" Herbig), seines Zeichens einziges behördlich zugelassenes Gespenst, das auf Schloss Burgeck sein Unwesen treibt.

Unwesen? Mitnichten! Okay, Hui Buh ist zwar nicht tot zu kriegen und kann durch Wände gehen, aber er ist nicht wirklich gruselig. Und es gibt weit und breit keinen Menschen, der sich vor ihm fürchtet, nicht mal der alte Schlossverwalter Kastellan (Hans Clarin). Dann aber taucht König Julius, der 111. (Christoph Maria Herbst) auf und bringt Leben in die spinnenverwebte Bude.

Mit Gespenst nebenan fährt sich's nicht ganz so gut (Foto: Constantin) Großansicht

Mit Gespenst nebenan fährt sich's nicht ganz so gut (Foto: Constantin)

Gespenst in Nöten

Hui Buh setzt alles daran, den unliebsamen Gast wieder loszuwerden - mit dem Ergebnis, dass Julius, stocksauer, Hui Buhs Spuklizenz verbrennt und damit das Gespenst erst recht in die Bredouille bringt ...

Wer kennt sie nicht, die Abenteuer vom liebenswerten Schlossgespenst, die Kinderbuchautor Eberhard Alexander Burgh vor mehr als 30 Jahren erfand. 20 Millionen verkaufte Platten, Kassetten und Bücher später waren Zeit (und Technik!) reif fürs Spuken auf der großen Leinwand.

Gräfin zu Etepetete ist entsetzt (Foto: Constantin) Großansicht

Gräfin zu Etepetete ist entsetzt (Foto: Constantin)

Legenden und Neulinge

Und wer hätte den kleinen Unsterblichen besser geben können als der schon zu Lebzeiten unsterbliche Herbig? Unterstützt wird der Top-Komiker von seinen Kollegen Christoph Maria Herbst und Rick Kavanian sowie der schönen Heike Makatsch als Gräfin zu Etepetete und Neuentdeckung Ellenie Salvo González als deren Zofe.

Effekt- und humorvoll inszeniert, ist "Hui Buh" auch das Vermächtnis des legendären, kürzlich verstorbenen "Pumuckl"-Sprechers Hans Clarin. Ihm ist dieser Geist-reiche Familien-Spaß gewidmet.

Hui Buh, das Schlossgespenst (Premium Edition)

Ein Geist, den man nur hören, aber nicht sehen kann, ist auf Dauer nicht tragbar. Wie gut, dass der skelettierte Star deutscher Kinderzimmer nun ein Gesicht und seinen ersten Kinoauftritt bekommt.

Die Zeit ist reif für Eberhard Alexander-Burghs Transparentschussel, der in 23 Hörspielen und sieben Büchern über 20 Millionen Käufer erreichte. Nachdem Harry Potter und Bibi Blocksberg bereits effekt- und ertragreiche Kinderfantasien im Kino etablierten, findet dort auch das einzig behördlich zugelassene Gespenst von Schloss Burgeck eine neue Spielwiese. Mit einem Budget im Umfeld von zehn Millionen Euro in den Prager Studios gedreht, nutzt der Spuk-erfahrene Sebastian Niemann ("7 Days to Live") die Möglichkeiten von Hui Buhs erstmals visueller Geisterstunde mit Schwerpunkten in Slapstick, Make-up und Digitaleffekten. Obwohl Eberhard Alexander-Burgh in seinen Geschichten Historie und Moderne mischte, entschieden sich die Filmemacher für eine konsequente Retroatmosphäre - ein nicht unpassendes Milieu für den Mitternachtskobold, der immerhin bereits 1399 seinen Weg in die Hüllenlosigkeit antrat.

Exakt zu diesem Zeitpunkt steigt der Prolog ein, in dem Michael Bully Herbig den Ritter Balduin noch ganzkörperlich präsentieren traf, bevor Balduin zum ewigen Spuken in Schloss Burgeck verflucht wird. 500 Jahre später hat das im Kern liebenswerte Gespenst Hui Buh noch immer nicht sein Handwerk gelernt, erregt bei Verwalter Kastellan (Hans Clarin, die Seele des Hörspiels-Huis, in seiner letzten Rolle) eher Mitleid als Furcht. Besserung scheint in Aussicht, als sterblicher Nachschub im Schloss eintrifft und Hui Bui wieder einmal sein Bestes gibt. Aber der neue Besitzer König Julius (Christoph Maria Herbst) ist gelangweilt von der unbeholfenen Geistershow und überdies abgelenkt, weil er die Ehe mit einer aufgetakelten Gräfin zu schließen gedenkt. Die jedoch hat es nur auf seine materiellen Werte abgesehen, was der Monarch ebenso wenig ahnt wie die Katastrophe, die er mit dem Verbrennen von Hui Buhs Spuklizenz auslöst. Denn jetzt droht dem Gespenst die Auflösung in der Seelensuppe, wenn es nicht seine Spukprüfung in der Geisterstadt besteht. So weit, so kindgerecht gruselig.

Auch wenn preussische Soldaten ein Kanonenloch im Bauch oder Mumien den Verlust einer Hand beklagen, ist Niemanns Film zielgruppenkonform heiter und nie bedrohlich. Alles, was traditionell Kinderherzen hüpfen lässt, findet sich hier. Der junge Sohn der gräflichen Zofe bekommt eine dominante Retterrolle zugewiesen, während die Erwachsenen - ob sterblich oder gespenstisch - ausrutschen, mit Wänden oder Gegenständen kollidieren, rülpsen, Grimassen schneiden und sich zum Narren machen. Natürlich bekommt auch der betrogene König, bald der Best Buddy von Hui Buh, eine romantische Alternative zu seiner arroganten Aristokratin angeboten. Mit rund 680 Effektshots beweisen die Computerzauberer Qualität - auch in der semi-transparenten, in den Gesichtszügen Bully-verwandten Titelfigur, die künstlich-realistisch in zwei Welten gefangen scheint. In Koalition mit dem gut disponierten Sprecher Bully ist Hui-Buh eine liebenswerte Mischung aus gutherziger Chaosstifter und cooler Kumpel. Klarer Kinderheld ist auch der unerfahrene Julius, mit dem Christoph Maria Herbst seinem Braunau-Butler aus "Der Wixxer" nun einen clownesken Verwandten vom Märchenkönig Ludwig folgen lässt. Generationen verbindend ist schließlich die Sequenz in der Geisterstadt, in der das Make-up-Department sich austoben darf. Hier wandelt nicht nur ein Wookie (oder war es Cousin Itt aus der "Addams Family"), sondern auch Frankensteins Monster, ja sogar "Frankensteins Braut", an die auch musikalisch mit Spurenelementen von Franz Waxmans klassischem Thema erinnert wird. Alles in allem wird das kindliche Fazit "hui" und nicht "buh" lauten, womit nach "Bibi Blocksberg" einem weiteren Franchise die Türe geöffnet wird. kob.

Darsteller:  Michael Bully Herbig   als Hui Buh
  Christoph Maria Herbst   als König Julius, der 111.
  Heike Makatsch   als Leonora Gräfin zu Etepetete
  Ellenie Salvo González   als Konstanzia
  Nick Brimble   als Ritter Adolar/ Daalor
  Hans Clarin   als Kastellan
  Rick Kavanian   als Charles
  Martin Kurz   als Tommy
  Wolfgang Völz   als Major Servatius Sebaldus
  Christoph Hagen Dittmann   als Dicker Geisterjäger
  Michael Kessler   als Dünner Geisterjäger
 
Regie:  Sebastian Niemann  
Buch:  Sebastian Niemann  
  Dirk Ahner  
Musik:  Egon Riedel  
Kamera:  Gerhard Schirlo  
Produzent:  Christian Becker  

"Für mich ist es eine Ehre"

Als Ritter Balduin zieht Michael Bully Herbig Trinkgelage und Glücksspiel jeder ehrenvollen Schlacht vor - eine Paraderolle für Deutschlands größtes Comedy-Talent, das selbst im Schlaf noch kichert.

Hui Bully: Original und CGI-Geist (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Hui Bully: Original und CGI-Geist (Foto: Kurt Krieger)

» Als Hui Buh erschrecken Sie gern die Leute. Sind Sie privat genauso oder gehören Sie eher in die Kategorie der Schreckhaften?

MICHAEL BULLY HERBIG: Bevor ich diesen "Hui Buh, das Schlossgespenst" machte, guckte ich in einem neuen Hotelzimmer immer erst unterm Bett, hinterm Vorhang und in der Minibar nach. Insofern war der Film wie eine Therapie für mich. Heute grusele ich mich nur noch vor Rosinen.

» Welche Erinnerungen knüpfen Sie an "Hui Buh, das Schlossgespenst"?

"Hui Buh" habe ich schon vor 30 Jahren gehört. Allerdings hörte ich mir die Kassetten nie allein an, weil ich so Angst hatte. Aber ich habe die Stimme nicht mit diesem Skelett vom Cover zusammengebracht. Das war nun die große Herausforderung. Denn für den Film musste eine andere Lösung gefunden werden.

Geisterhaft: Hui Buh hoch vier (Foto: Constantin) Großansicht

Geisterhaft: Hui Buh hoch vier (Foto: Constantin)

» Wie war das Zusammentreffen mit dem Mann, der Ihnen mit seiner Stimme eine Gänsehaut einjagte?

Als Hans Clarin zusagte, im Film mitzumachen, empfand ich das wie ein Segen. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich nicht mehr das Gefühl, jemandem etwas wegzunehmen. Hans Clarin ist unersetzbar und hat die Figur des Hui Buh geprägt. Es hätte keinen Sinn gemacht, ihn zu imitieren. Für mich ist es eine Ehre, seine Figur einer neuen Generation wieder zugänglich zu machen.

» Sie sprechen das Schlossgespenst nicht nur, sondern dienten auch als Vorbild für sein Aussehen...

Ja, es stand von Anfang an fest, dass es eine animierte Figur sein wird. Das reizte mich, obwohl ich gern länger als drei Tage am Drehset in Prag gewesen wäre. Die anderen Darsteller sollen viel Spaß gehabt haben. Trotzdem bin ich stolz: Wer kann schon von sich behaupten, dass es ihn als Animationsfigur gibt.

Auch als Computerwunder ein Spitzbub (Foto: Constantin) Großansicht

Auch als Computerwunder ein Spitzbub (Foto: Constantin)

» Wie ist es zu Ihrem Spitznamen Bully gekommen?

In meiner Klasse gab es sechs Jungs mit dem Namen Michael. Wenn da jemand beim Spiel "Michi lauf" gerufen hätte, wäre die halbe Mannschaft vorne gewesen. Weil ich ein T-Shirt mit der Aufschrift "Die Bullen kommen" trug, nannte man mich anfangs noch Bulle.

Aber ich war der Kleinste in der Klasse, und so wurde daraus Bully. Seit 24 Jahren heiße ich so, und wenn mich jemand Michael ruft, höre ich erst beim zweiten Mal darauf.

 

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