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Hunting Party

Die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion verwischen bei diesem ebenso intelligenten wie spannenden Genremix, in dem Richard Gere einen serbischen Kriegsverbrecher jagt.


Hunting Party

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Erhältlich seit:
28.05.2008

Originaltitel: The Hunting Party

Thriller/ Drama

USA/Kroatien 2007
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 12

Richard Gere
Terrence Howard
Jesse Eisenberg

Regie: Richard Shepard
Senator Home Entertainment

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Richard Gere jagt mit Buddy Terrence Dashon Howard einen gefährlichen Kriegsverbrecher in den Bergen Bosniens. Action, Abenteuer und Adrenalinstoß garantiert.

Duck und Simon beim Einsatz im Krisengebiet (Foto: Central) Großansicht

Duck und Simon beim Einsatz im Krisengebiet (Foto: Central)

Sie sind immer heiß auf eine Story, bewegen sich zwischen den Fronten und setzen ihr Leben aufs Spiel: Kriegsberichterstatter. Einer von ihnen ist Simon Hunt (Richard Gere), ein mit allen Wassern gewaschener Reporter, der vor nichts und niemanden Angst zeigt, sondern mit Kameramann Duck (Terrence Dashon Howard) an den brenzligsten Brennpunkten der Welt zu finden ist - Irak, Somalia oder Bosnien.

Der Medien-Darling kann sich vor Preisen kaum retten. Aber selbst der Emmy-Award lässt ihn kalt, ihn treibt die Neugier, die prickelnde Lust an der Gefahr. Bis der Zyniker eines Tages das Morden nicht mehr ertragen kann, genug hat von Kommentaren zum Tod Unschuldiger. Völlig von der Rolle hält er seinen Hintern mit der unmissverständlichen Aufforderung "Fuck Off" in die Kamera und schockt die Nation. Ende einer glanzvollen Karriere.

Hunts Plan läuft plötzlich schief (Foto: Central) Großansicht

Hunts Plan läuft plötzlich schief (Foto: Central)

Ein verlockendes Angebot

Nach Simons Absturz kriegt Duck eine Beförderung nach der anderen. Zufällig treffen sie sich fünf Jahre später in Sarajevo und Hunt macht ihm ein exklusives Angebot. Er weiß, wo der meistgesuchte bosnische Kriegsverbrecher (Ähnlichkeiten zum Massenmörder Radovan Karadzic sind nicht zufällig!) steckt und will ihn ans Messer liefern, das Kopfgeld kassieren.

Auftakt einer unglaublichen Geschichte, einer riskanten "Hunting Party", die die beiden ausgebufften Männer und einen Jung-Journalisten ins Herz der Finsternis führt.

Hunt scheut sich nicht vor Duellen (Foto: Central) Großansicht

Hunt scheut sich nicht vor Duellen (Foto: Central)

Genre-Mix mit Adrenalin-Kick

Bewegendes Drama, Polit-Thriller, Action-Movie - Regisseur Richard Shepard gelingt ein optimaler Genre-Mix. Man fiebert mit bei dieser packenden Jagd, die den Adrenalinspiegel in ungeahnte Höhen katapultiert.

Die Besetzung ist Spitze: Terrence Dashon Howard als Kameramann, Jesse Eisenberg als Greenhorn und Richard Gere, der sich ausgebrannt am Abgrund bewegt, keine Lust mehr hat, den coolen Typen zu markieren und seine eigenen Regeln aufstellt - die charmanteste Silberlocke der Welt in einer Paraderolle.

Hunting Party

Die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion verwischen bei diesem ebenso intelligenten wie spannenden Genremix, in dem Richard Gere einen serbischen Kriegsverbrecher jagt.

Nicht zu verwechseln mit Don Medfords gleichnamigen Western aus dem Jahre 1971, geht es in Richard Shepards "Hunting Party" nicht minder gnadenlos zur Sache. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass der aktuelle Film auf Tatsachen beruht, nachzulesen im 2000 erschienenen "Esquire"-Artikel von Scott Anderson. Titel: "What I Did on My Summer Vacation". Eine trügerische, ätzend gemeinte Headline, deren Ton auch Shepard ("Mord und Margaritas") in seiner gekonnten Adaption übernimmt. Furios geht's gleich zur Sache.

Im Kugelhagel steht der Kriegsberichterstatter Simon Hunt - Somalia, Irak, Angola, Bosnien. Wo es auf dieser Welt brennt, ist er live vor Ort, immer begleitet von seinem treuen Kameramann "Duck". Kugelsicher scheint er zu sein und alle wichtigen Journalismus-Preise hat er bereits gewonnen. "Wenn man nur lange genug überlebt", merkt er dazu lapidar an, "kriegt jedes Arschloch einen." Bis er eines Tages dem sinnlosen Morden nicht mehr zusehen kann. Er zieht die Hose runter und hält den Allerwertesten in die Kamera: "Fuck off" steht da zu lesen und schon ist's vorbei mit der beeindruckenden Karriere.

Ein paar Minuten, ein paar virtuos geschnittene Szenen lang nur braucht Drehbuchautor und Regisseur Shepard, um seinen Plot aufzubauen, seine Protagonisten vorzustellen. Aus dem Off kommentiert "Duck", cool gespielt von Terrence Howard ("Hustle & Flow", "Crash"), den Niedergang seines Freundes, während er es zum bestens bezahlten Chefkameramann eines Fernsehsenders gebracht hat. Und dann treffen sie einander 2000 wieder, anlässlich von Friedensfeierlichkeiten in Sarajewo, wo sie Jahre zuvor gemeinsam vom Krieg berichtet haben. Es herrscht Ruhe im Land. Trügerische Ruhe. Denn der Kriegsverbrecher Lisica, genannt "Der Fuchs" - eindeutig dem mörderischen Serben-Führer Radovan Karadzic nachempfunden -, ist immer noch nicht gefasst. Trotz eines Kopfgeldes von fünf Millionen Dollar frönt er im entlegenen Bergdorf Celibici der Jagd. Dort möchte ihn Hunt - der "American Gigolo" Richard Gere, überzeugend wie lange nicht mehr, legt den Reporter als einfühlsamen und zutiefst verletzten Charakter an - stellen. Mit Hilfe "Ducks" und des unerfahrenen TV-Grünschnabels Benjamin (Jesse Eisenberg aus "Der Tintenfisch und der Wal"). Er will Gerechtigkeit, sich rehabilitieren und vor allem sein Selbstwertgefühl wieder finden.

Auf zahlreichen Ebenen funktioniert dieses packende Drama, als Actionfilm, als Buddy Movie, als Polit-Thriller, der scharf in Richtung UN- und US-Engagement schießt. Vor Ort gedreht - in einer der gespenstischsten Szenen fährt das Trio im zerbeulten Mercedes an den heruntergekommenen, ehemaligen Sportstätten der Olympischen Winterspiele von 1984 vorbei -, beweist Shepard ein sicheres Gespür für Land und Leute. Er fängt mit Hilfe seines "Star Wars"-Kameramannes David Tattersall (fast) dokumentarische Bilder ein, macht die Kluft zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen geradezu spürbar. Brisante gesellschaftspolitische Fragen werden zu Rolfe Kents ("Sideways") eindringlichem Score spannend aufbereitet, wobei das Werk jedoch nie ins Spekulative oder Reißerische abgleitet. Ein wenig in Richtung bessere Vermarktbarkeit ausgerichtet, mutet nur der Kurzauftritt Diane Krugers als abgebrühte serbische Informantin, an, im übrigen folgt man der gefährlichen "Fuchsjagd" mit feuchten Händen. Und - vor allem - man rätselt auch nicht mehr darüber, warum Leute wie Osama Bin Laden sich immer noch auf freiem Fuß befinden. geh.

Darsteller:  Richard Gere   als Simon Hunt
  Terrence Howard   als Duck
  Jesse Eisenberg   als Benjamin
  Diane Kruger   als Mirjana
  James Brolin   als Franklin Harris
  Goran Kostic   als Srdjan
  Mark Ivanir   als Boris
 
Regie:  Richard Shepard  
Buch:  Richard Shepard  
Musik:  Rolfe Kent  
Kamera:  David Tattersall  
Produzent:  Mark Johnson  
  Scott Kroopf  
  Paul Hanson  

"Ein Leben ohne Liebe wäre halb so schön"

Auch mit 58 sieht er noch verdammt gut aus: Frauenschwarm Richard Gere jagt in "Hunting Party" in abgewetzten Klamotten einen Kriegsverbrecher. Der Buddhist hält wenig von Promi-Kultur, wie er im Interview verrät, aber sehr viel von der Liebe.

Seit "Pretty Woman" ist Richard Gere der absolute Traummann vieler Frauen (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Seit "Pretty Woman" ist Richard Gere der absolute Traummann vieler Frauen (Foto: Kurt Krieger)

» Sie spielen in "Hunting Party" keinen Verführer, sondern einen ausgebrannten Kriegsreporter im Bosnienkrieg. War das etwas Besonderes für Sie?

RICHARD GERE: Schon lange vor den Dreharbeiten zu "Hunting Party" habe ich mich mit dem Krieg auf dem Balkan beschäftigt, weil ich selbst rausfinden wollte, was los war und mich nicht auf verlogene Regierungsverlautbarungen oder Zeitungsberichte verlasse.

Der Stoff ist höchst brisant, die Rolle sehe ich als Geschenk. Man muss doch mal darüber nachdenken, warum nach Jahrhunderten Menschen in Sarajewo, Lhasa in Tibet oder Jerusalem plötzlich aufeinander losgehen. Wenn der Film da eine Überlegung anstoßen kann, bin ich happy.

In "Hunting Party - Wenn der Jäger zum Gejagten wird" zeigt sich Gere von einer ganz anderen Seite (Foto: Central) Großansicht

In "Hunting Party - Wenn der Jäger zum Gejagten wird" zeigt sich Gere von einer ganz anderen Seite (Foto: Central)

» Haben Sie dem romantischen Liebhaber abgeschworen?

Nein, gerade habe ich mit Diane Lane "Nights in Rodanthe" abgedreht, eine Romanze für Erwachsene. Ich liebe Frauen und Geschichten über Männer und Frauen. Ein Leben ohne Liebesbeziehungen wäre doch nur halb so schön.

» Fühlen Sie sich durch Ihr Image als Sex-Symbol geschmeichelt?

Dieses Image juckt mich nicht. Ich war mal der Rock'n'Roll-Typ mit langen Haaren und klimpere heute noch auf der Gitarre. Aber was da alles über mich erzählt wurde, war oft ziemlicher Schwachsinn und hatte nichts mit mir zu tun. Die ganze Promi-Kultur ist aufgeblasen und nur Show. Ich fühle mich stinknormal und nicht als Star, der sogenannte Glamour ist nur ein winziger Teil von mir.

Er spielt einen Kriegsberichterstatter, der hinter einem serbischen Kriegsverbrecher her ist (Foto: Central) Großansicht

Er spielt einen Kriegsberichterstatter, der hinter einem serbischen Kriegsverbrecher her ist (Foto: Central)

» Wie schaffen Sie es, im hektischen Filmbusiness die Ruhe als Buddhist zu bewahren?

Buddhist wird man ja nicht über Nacht. Da steckt viel harte Arbeit und noch mehr Geduld dahinter. Unsere Kinder sollten schon früh lernen, anderen Menschen nicht weh zu tun und auch Tiere als Lebewesen zu achten.

» Und was machen Sie, wenn eine Mücke Sie piesackt?

Bitte nicht weitersagen: Aber da vergesse ich schon mal alle guten Vorsätze und haue einfach drauf.

 

Hunting Party in der Fotoshow

 

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