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Leihvideo
Erhältlich seit:
28.05.2008
Originaltitel: The Hunting Party
USA/Kroatien 2007
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 12
Richard Gere
Terrence Howard
Jesse Eisenberg
Regie: Richard Shepard
Senator Home Entertainment

Die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion verwischen bei diesem ebenso intelligenten wie spannenden Genremix, in dem Richard Gere einen serbischen Kriegsverbrecher jagt.
Nicht zu verwechseln mit Don Medfords gleichnamigen Western aus dem Jahre 1971, geht es in Richard Shepards "Hunting Party" nicht minder gnadenlos zur Sache. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass der aktuelle Film auf Tatsachen beruht, nachzulesen im 2000 erschienenen "Esquire"-Artikel von Scott Anderson. Titel: "What I Did on My Summer Vacation". Eine trügerische, ätzend gemeinte Headline, deren Ton auch Shepard ("Mord und Margaritas") in seiner gekonnten Adaption übernimmt. Furios geht's gleich zur Sache.
Im Kugelhagel steht der Kriegsberichterstatter Simon Hunt - Somalia, Irak, Angola, Bosnien. Wo es auf dieser Welt brennt, ist er live vor Ort, immer begleitet von seinem treuen Kameramann "Duck". Kugelsicher scheint er zu sein und alle wichtigen Journalismus-Preise hat er bereits gewonnen. "Wenn man nur lange genug überlebt", merkt er dazu lapidar an, "kriegt jedes Arschloch einen." Bis er eines Tages dem sinnlosen Morden nicht mehr zusehen kann. Er zieht die Hose runter und hält den Allerwertesten in die Kamera: "Fuck off" steht da zu lesen und schon ist's vorbei mit der beeindruckenden Karriere.
Ein paar Minuten, ein paar virtuos geschnittene Szenen lang nur braucht Drehbuchautor und Regisseur Shepard, um seinen Plot aufzubauen, seine Protagonisten vorzustellen. Aus dem Off kommentiert "Duck", cool gespielt von Terrence Howard ("Hustle & Flow", "Crash"), den Niedergang seines Freundes, während er es zum bestens bezahlten Chefkameramann eines Fernsehsenders gebracht hat. Und dann treffen sie einander 2000 wieder, anlässlich von Friedensfeierlichkeiten in Sarajewo, wo sie Jahre zuvor gemeinsam vom Krieg berichtet haben. Es herrscht Ruhe im Land. Trügerische Ruhe. Denn der Kriegsverbrecher Lisica, genannt "Der Fuchs" - eindeutig dem mörderischen Serben-Führer Radovan Karadzic nachempfunden -, ist immer noch nicht gefasst. Trotz eines Kopfgeldes von fünf Millionen Dollar frönt er im entlegenen Bergdorf Celibici der Jagd. Dort möchte ihn Hunt - der "American Gigolo" Richard Gere, überzeugend wie lange nicht mehr, legt den Reporter als einfühlsamen und zutiefst verletzten Charakter an - stellen. Mit Hilfe "Ducks" und des unerfahrenen TV-Grünschnabels Benjamin (Jesse Eisenberg aus "Der Tintenfisch und der Wal"). Er will Gerechtigkeit, sich rehabilitieren und vor allem sein Selbstwertgefühl wieder finden.
Auf zahlreichen Ebenen funktioniert dieses packende Drama, als Actionfilm, als Buddy Movie, als Polit-Thriller, der scharf in Richtung UN- und US-Engagement schießt. Vor Ort gedreht - in einer der gespenstischsten Szenen fährt das Trio im zerbeulten Mercedes an den heruntergekommenen, ehemaligen Sportstätten der Olympischen Winterspiele von 1984 vorbei -, beweist Shepard ein sicheres Gespür für Land und Leute. Er fängt mit Hilfe seines "Star Wars"-Kameramannes David Tattersall (fast) dokumentarische Bilder ein, macht die Kluft zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen geradezu spürbar. Brisante gesellschaftspolitische Fragen werden zu Rolfe Kents ("Sideways") eindringlichem Score spannend aufbereitet, wobei das Werk jedoch nie ins Spekulative oder Reißerische abgleitet. Ein wenig in Richtung bessere Vermarktbarkeit ausgerichtet, mutet nur der Kurzauftritt Diane Krugers als abgebrühte serbische Informantin, an, im übrigen folgt man der gefährlichen "Fuchsjagd" mit feuchten Händen. Und - vor allem - man rätselt auch nicht mehr darüber, warum Leute wie Osama Bin Laden sich immer noch auf freiem Fuß befinden. geh.
| Darsteller: | Richard Gere | als Simon Hunt | |
|---|---|---|---|
| Terrence Howard | als Duck | ||
| Jesse Eisenberg | als Benjamin | ||
| Diane Kruger | als Mirjana | ||
| James Brolin | als Franklin Harris | ||
| Goran Kostic | als Srdjan | ||
| Mark Ivanir | als Boris | ||
| Regie: | Richard Shepard | ||
| Buch: | Richard Shepard | ||
| Musik: | Rolfe Kent | ||
| Kamera: | David Tattersall | ||
| Produzent: | Mark Johnson | ||
| Scott Kroopf | |||
| Paul Hanson | |||
Hunting Party in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Interviews, B-Roll, Trailer
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