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Ich bin Sam

Behinderten-Tragikomödie und Kampf ums Sorgerecht à la "Kramer gegen Kramer" als Melo mit Heulgarantie.


Ich bin Sam

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Erhältlich seit:
21.11.2002

Originaltitel: I Am Sam

Drama

USA 2001
Laufzeit: 128 Min.
FSK: ab 6

Sean Penn
Michelle Pfeiffer
Dakota Fanning

Regie: Jessie Nelson
Warner Home Video Germany

Bild 1 von 21

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Vaterliebe gegen den Rest der Welt: Sean Penn kämpft mit Unterstützung von Michelle Pfeiffer um sein Vater-Recht.

[IMG#113785_1.jpg#Sean Penn ist Sam

#LEFT]Eigentlich hätten wir Sean Penn auch einen "Oscar" gegönnt. Denn den hätte der "bad guy", der in dieser bewegenden Lebensgeschichte den geistig behinderten Sam Dawson spielt, wirklich verdient.

Da steht er nun mit einem Baby auf dem Arm mitten auf der Straße, die obdachlose Mutter hat sich aus dem Staub gemacht. Andere Männer würden ausflippen, nicht so Sam.

Er nennt sein Töchterchen nach dem Beatles-Song "Lucy in the Sky with Diamonds" und wird zum herzensguten alleinerziehenden Daddy, unterstützt von der unter Klaustrophobie leidenden Nachbarin (Dianne Wiest).

Dazu hat er eine kleine Gruppe guter Freunde um sich, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen - und zur Not auch in den eigenen Geldbeutel greifen, wenn Lucy mal neue Schuhe braucht.

Auch Anwältin Rita entdeckt ihr Herz

Auch Anwältin Rita entdeckt ihr Herz

Das Sozialamt weiß es besser

Als das Sozialamt ihm sieben Jahre später das Kind wegnehmen und Pflegeeltern anvertrauen will, sogar Adoption droht, bricht für den Mann, der in einem Starbucks-Café Tische deckt und sauber macht, eine Welt zusammen.

Aber David kämpft mutig gegen Goliath. Mit Power-Unterstützung der hochbezahlten Star-Anwältin Rita Harrison (Michelle Pfeiffer), die ihn erst arrogant abwimmelt und dann widerstrebend den Fall ohne Honorar übernimmt.

Vater und Tochter vereint

Vater und Tochter vereint

Sieg des Herzens

Das Gericht mit seinen Paragrafen-Fuzzis und psychologischen Besserwissern von Sams Vater-Fähigkeiten zu überzeugen, ist ein schweres Stück Arbeit. Doch Herz triumphiert über Hirn.

Und wie das gelingt, wird rührend erzählt, da heißt es Taschentücher bereithalten. Wenn Sean Penn als liebenswerter Tor nicht nur den Kampf um Gefühle, sondern auch den juristischen gewinnt, könnte gar "Rain Man" Dustin Hoffman neidisch werden.



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Ich bin Sam

Einer fürs Herz ist dieser liebevoll und sorgfältig ausführlich erzählte Film einer Behinderung und aufrichtigen starken Liebe. Die Regisseurin dieser ungewöhnlichen Vater-Tochter-Beziehung, Jessie Nelson, setzt souverän auf ihre Starbesetzung, an deren Spitze der immer wieder verblüffende Sean Penn die schwierige Balance des geistig Behinderten auf dem schmalen Grat zum Gefühlskitsch hält. Kino für ein großes Publikum mit einer großen Menge Taschentücher.

Zusammen mit Kristine Johnson schrieb Jessie Nelson das Drehbuch, zeichnet auch mit für die Produktion des Melodrams verantwortlich und rückt damit fast in die Nähe des Autorenfilms. Jedenfalls erklärt sich so die sehr persönliche, streckenweise nahezu kammerspielartige Atmosphäre, die den Zuschauer ganz direkt fordert. Sam ist, trotz seiner Behinderung, eigentlich ein Glückspilz. Denn er hat einen Job in einem Coffee Shop und einen wunderbaren Freundeskreis, mit dessen engagierter Hilfe er es schafft, seine kleine Tochter allein aufzuziehen. Lucy Diamond hat er sie genannt, weil er ein unerschütterlicher Fan der Beatles ist, was dem Film viele schöne Gelegenheiten gibt, einige der Klassiker der Fab Four einzusetzen. Sam hat auch Glück mit seiner Nachbarin, einer Pianistin, die das Haus schon ewig nicht verlassen hat, weil sie an Agoraphobie leidet - sie kümmert sich rührend um den allein erziehenden Vater und sein Baby, das zu einem fröhlichen Kind heranwächst. Die Einkäufe erledigt Sam mit seinen Freunden, die ihn nicht nur kundig beraten, sondern auch schon mal hier und da ein paar fehlende Dollar dazulegen, wenn Lucy beispielsweise ein Paar neue Schuhe braucht. Es ist also alles wie im Märchen, zu schön, um wahr zu sein und fast wie in einem Frank-Capra-Film - da meldet sich die Wirklichkeit mit ihren Komplikationen. Sams geistiges Niveau gleicht dem eines siebenjährigen Kindes und hat sich nicht weiterentwickelt. Als Lucy sieben Jahre alt wird, melden sich die Behörden, die ihm die Tochter wegnehmen und zu Pflegeeltern geben wollen. Aber Sam ist ein Kämpfer - er erreicht, dass eine bekannte Staranwältin seinen Fall übernimmt, die schließlich sogar Sams Nachbarin überreden kann, das Haus zu verlassen und vor Gericht für ihn auszusagen. Jessie Nelson inszeniert die beiden Hollywood-Stars Michelle Pfeiffer als Anwältin und Dianne Wiest als vereinsamte Pianistin stilsicher an möglichen Klischee-Fallen vorbei und setzt auf die glaubwürdige Emotionalität der Darstellerinnen. Schließlich gibt es auch noch eine fabelhafte Rolle für Laura Dern als einsichtige Pflegemutter, und nicht zuletzt stiehlt die kleine Dakota Fanning als Lucy, wenn auch nicht ganz ohne altkluge Momente, allen Stars immer wieder die Show. Dazu die Beatles-Musik - und die Kino-Welt ist schon fast wieder in Ordnung. fh.

Darsteller:  Sean Penn   als Sam Dawson
  Michelle Pfeiffer   als Rita
  Dakota Fanning   als Lucy
  Dianne Wiest   als Annie
  Loretta Devine   als Margaret Calgrove
  Richard Schiff   als Turner
  Laura Dern   als Randy Carpenter
  Brad Allan Silverman   als Brad
  Joseph Rosenberg   als Joe
  Stanley DeSantis   als Robert
  Doug Hutchinson   als Ifty
  Rosalind Chao   als Lily
  Ken Jenkins   als Richter McNeily
  Wendy Phillips   als Miss Wright
  Mason Lucero   als Conner Rhodes
  Scott Paulin   als Duncan Rhodes
  Bobby Cooper   als George
  Kit McDonough   als Ms. Davis
  Kimberly Scott   als Gertie
  Michael B. Silver   als Dr. Jaslow
  Caroline Keenan   als Rebecca
  Eileen Ryan   als Estelle
  Mary Steenburgen   als Dr. Blake
 
Regie:  Jessie Nelson  
Buch:  Jessie Nelson  
  Kristine Johnson  
Musik:  John Powell  
Kamera:  Elliot Davis  
Produzent:  Jessie Nelson  
  Rick Solomon  
  Marshall Herskovitz  
  Edward Zwick  

Sean Penn zum ersten Mal bei den Oscars

"Ich würde mich schämen, dabei zu sein!"

Sean Penn: Bald Liebkind der einst verhassten Showbiz-Maschine? (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Sean Penn: Bald Liebkind der einst verhassten Showbiz-Maschine? (Foto: Kurt Krieger)

So hatte Sean Penn noch 2001 über die Oscar-Verleihung gespottet. Auch den Golden Globe für den besten Hauptdarsteller in einem Drama, den er gerade für seinen Auftritt in "Mystic River" erhalten hat, nahm er nicht persönlich entgegen. Er verbrachte lieber mit seiner Tochter einen gemütlichen Abend zuhause.

Als am Dienstag bekannt wurde, dass Penn auch bei den Academy Awards als bester Hauptdarsteller nominiert ist, ging daher jeder in Hollywood davon aus, dass das Enfant Terrible einmal mehr durch Abwesenheit glänzen würde. Doch jetzt hat Penn durchblicken lassen, dass er in diesem Jahr erstmals höchstpersönlich zum schillerndsten Event der Traumfabrik aufzukreuzen gedenkt.

Und das ist schlicht eine Sensation. Immerhin war Penn bereits drei mal nominiert: 1996 für "Dead Man Walking", 1999 für "Sweet and Lowdown" und 2002 für "Ich bin Sam". Stets hatte Penn die Einladung der Academy unbesehen in den Müll geworfen - und dazu keine Gelegenheit ausgelassen, die Kollegen und ihr Schaulaufen am Roten Teppich, bei der Verleihung und bei den berüchtigten After-Show-Parties mit ätzendem Spott zu überhäufen:

"Bei den Oscars kriegst du entweder zwei Sekunden um Gott zu danken oder du bist Statist in einer fürchterlichen, komplett durchgestylten Fernsehshow."

Ich tu's ja nicht für mich

Eine Erklärung für den Sinneswandel des unbequemen Charakterdarstellers gibt es auch schon. Ein enger Freund von Penn:

"Er tut es für 'Mystic River' - er will sich einfach für den Film einsetzen."

Eine Frage der Kollegialität also? Immerhin sind außer Penn auch Tim Robbins und Marcia Gay Harden als beste Nebendarsteller nominiert, dazu Brian Helgeland für seine grandiose Drehbuchadaption des Romans von Dennis Lehane und Clint Eastwood für die Regie. Auch im Rennen um die Auszeichnung für den besten Film ist "Mystic River" dabei. Anders als "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs", der mit 11 Nominierungen zahlenmäßig vorne liegt, ist Eastwoods episches Juwel um die sich unaufhaltsam drehende Spirale der Gewalt damit in den am höchsten angesehenen Kategorien nominiert.

Penn selbst hatte kurz nach seiner Nominierung gesagt: "Ich freue mich für meine Freunde in 'Mystic River' und dass ihre großartige Arbeit so gewürdigt wird. Und ich fühle mich geehrt, dass auch meine Leistung anerkannt wird."

Das ist zwar noch keine offizielle Zusage, aber es klingt auf jeden Fall völlig anders, als Penns sonstige Kommentare zum Thema Oscars. Dass der geläuterte Rebell sich wirklich in die Höhle des Showbiz-Löwen wagt, sollte man allerdings erst glauben, wenn die Fernsehkameras im Kodak Theater zu Los Angeles am 29. Februar den ersten spektakulären Schwenk über Hollywoods Hochkaräter tätigen und sich das markante Antlitz des Sean Penn tatsächlich in der gespannt wartenden Schauspielerriege findet.

 

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Nach kleinen Rollen in TV-Filmen und im Theater debütierte Penn 1981 in "Die Kadetten von Bunker Hill" an der Seite von Tom Cruise. Der Durchbruch...

 

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