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Ich sehe den Mann deiner Träume

Woody Allens 41. Film ist ein leise komischer Lebensreigen über das Beziehungskarussell von zwei Generationen einer Londoner Familie.


Ich sehe den Mann deiner Träume

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Erhältlich seit:
21.04.2011

Originaltitel: You Will Meet a Tall Dark Stranger

Drama/ Komödie

USA/Spanien 2010
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)

Antonio Banderas
Josh Brolin
Sir Anthony Hopkins

Regie: Woody Allen
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Ich sehe den Mann deiner Träume

Nachdem ihr Vater nach 40 Jahren Ehe ihre Mutter verlassen hat und sie in die Arme einer Wahrsagerin trieb, die mit Versprechen von kommendem Glück ihr Leben fremdzusteuern beginnt, denkt auch Sally über eine Kurskorrektur nach. Sie ist so unglücklich wie ihr Mann Roy enttäuscht, dass er als Schriftsteller langfristig den Beweis für Talent schuldig blieb. Während Sallys Vater bei einer viel zu jungen drallen Blondine vor Anker geht, träumen Tochter und Schwiegersohn von einem romantischen Neuanfang - mit anderen Partnern.

Mit seinem 41. Film ist Woody Allen wieder in England gelandet. Das Leben in London ist dabei so kompliziert und grundsätzlich deprimierend wie das in Manhattan. Obwohl Allen Beziehungen ernsthaft beleuchtet und tragische Zäsuren bei einigen Figuren erkennbar sind, ist sein jüngster Film amüsant und von leiser Komik durchsetzt. Mit Ausnahme von Josh Brolin arbeitet Allen hier mit Schauspielern, die erstmals mit ihm drehen. Neu ist auch, dass für den Autor jetzt Pointen im Vergleich zu Charme in den Hintergrund treten.

Ich sehe den Mann deiner Träume

Woody Allens neue Komödie konstatiert amüsant, dass die Furcht vor dem Tod zwar begründet, aber auch das Leben wirklich angsteinflößend ist.

In seinem 41.Film kehrt der Altmeister nach London zurück und entwirft einen Lebensreigen, der Beziehungen in allen Stadien beleuchtet. Es gibt Ehen, die nach Jahrzehnten schmerzlich und plötzlich scheitern - wie die von Alfie (Anthony Hopkins), der seine Frau Helena (Gemma Jones) verlässt, um sich mit Sportwagen und junger Sextrophäe lächerlich und unglücklich zu machen. Es gibt Ehen in der Krise, in denen unerfüllt gebliebene Träume zwei Menschen auseinandertreiben - wie Sally (Naomi Watts), die von ihrer Mutter Helena fast genauso entnervt ist wie von ihrem Mann Roy (Josh Brolin), der als Schriftsteller den Unterschied zwischen Ambition und Talent erfahren muss. Und es gibt Beziehungen, die nur als Möglichkeiten existieren und das vielleicht auch bleiben. Wie Roys Verbindung zur schönen Dia, die sich ihm lange nur als Frau von gegenüber präsentiert, oder Sallys wachsende Nähe zu ihrem Chef, der selbst in einer ehelichen Sackgasse steckt und vielleicht nur auf ihr ermutigendes romantisches Zeichen wartet.

Der Themenkatalog Allens ist vertraut - mit Autoren und ihren Selbstzweifeln, mit Ehebruch, moralischen Grenzüberschreitungen, mit der Schönheit der Kunst, die so kontrastiert mit der Skepsis gegenüber der Schönheit des Lebens. Auch der Tod spielt erwartungsgemäß eine Rolle, ist in den Biografien einiger Figuren wie auch im doppeldeutigen Originaltitel "You Will Meet a Tall Dark Stranger" präsent. Und es gibt auch ein Comeback der drallen Liebesdienerin, die ihr Heliumhirn nie als Behinderung empfindet. Mit neuen Namen in der Besetzungsliste, die mit Ausnahme von Brolin Allen-Anfänger sind, verknüpft der Veteran seine Liebesgeschichten amüsant, aber auch mit zwischenmenschlich berührenden Beobachtungen - wie etwa die Szene, in der Watts und Antonio Banderas im Auto ihre Beziehung vielleicht auf eine andere Ebene führen.

Allens Pessimismus ist unübersehbar, aber im Unterschied zum Vorgänger "Whatever Works" in einen realistischeren Kontext gebettet. Toleranz für menschliche Schwächen ist bei fast allen Figuren spürbar, denn sie leiden, wie wohl auch Allen, unter den verwirrenden, ironischen und oft auch sadistischen Entwicklungen des Lebens. Erfrischend an Allens jüngstem Film ist, dass dem Autor mittlerweile Charme wichtiger als Pointen sind - und er in einem Punkt unerbittlich ist. Wahrsagerei und Phänomene wie Seelenwanderung, die Hoffnung versprechen, hält er für Spinnerei. Reinkarnation wäre aus seiner Sicht ja auch kein Trost, sie wäre eine weitere Strafe. kob.

Darsteller:  Antonio Banderas   als Greg
  Josh Brolin   als Roy
  Sir Anthony Hopkins   als Alfie
  Gemma Jones   als Helena Shepridge
  Freida Pinto   als Dia
  Lucy Punch   als Charmaine
  Naomi Watts   als Sally
  Pauline Collins   als Cristal
  Ewen Bremner   als Henry Strangler
 
Regie:  Woody Allen  
Buch:  Woody Allen  
Kamera:  Vilmos Zsigmond  
Produzent:  Letty Aronson  
  Jaume Roures  
  Stephen Tenenbaum  
 

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