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Identität

Brillant vertrackter Psycho-Horror-Thriller, in dem zehn Charaktere in einem Motel einem mörderischen Spiel ausgeliefert sind.


Identität

Leihvideo

Erhältlich seit:
19.02.2004

Originaltitel: Identity

Thriller/ Horror

USA 2003
Laufzeit: 86 Min.
FSK: ab 16

John Cusack
Ray Liotta
Amanda Peet

Regie: James Mangold
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Mord nach Zahlen: Eine stürmische Nacht, zehn Gäste im Motel, ein unerkannter Killer - Regisseur James Mangold entwickelt neue Ideen für ein altvertrautes Schema.

Die Mörder sind unter uns (Foto: Columbia TriStar) Großansicht

Die Mörder sind unter uns (Foto: Columbia TriStar)

Gleich zu Beginn sieht man in "Identität" alle Zutaten für einen klassischen Horrorfilm: unaufhörlichen Regen, unpassierbare Strassen, ein heruntergekommenes Motel mit flackernder Neonreklame, und rundherum nichts als Wüste und indianische Begräbnisstätten.

Das Motel ist die letzte Oase im schlechten Wetter, dort versammeln sich allmählich die Autofahrer, die nicht mehr weiterkommen.

Wie Strandgut werden sie angetrieben aus der Nacht, zwielichtige und ehrbare Gestalten, jede mit einer Vergangenheit, die ein Geheimnis birgt.

Da waren's nur noch neun... (Foto: Columbia TriStar) Großansicht

Da waren's nur noch neun... (Foto: Columbia TriStar)

Spannendes Mörderraten

Schnell muss diese neue Gemeinschaft beweisen, ob sie stärker ist als ein Einzelner, denn schon nach kurzer Zeit beginnt ein Killer, sein Spiel im Motel zu treiben. Wie die zehn kleinen Negerlein werden die Gäste weniger, und nur zwei Ex-Cops (John Cusack, Ray Liotta) sind da, um dem Mörder auf die Spur zu kommen.

Kann er ein Teil ihrer zusammengewürfelten Runde sein? Ist es der Sträfling, dessen Geschichte man anfangs hört? Sind es indianische Geister? Immer wieder neue Überraschungen tun sich auf, die erst nach elektrisierenden Schockmomenten eine Erklärung finden. Dabei ist die Story trotz aller visuellen Schrecken hintergründig, clever und gibt ihre Tricks erst ganz am Ende preis.

Identität

Einem klassischen Horrorthema verleihen Regisseur James Mangold ("Kate und Leopold") und Drehbuchautor Michael Cooney ("Jack Frost") eine ungewöhnliche neue Identität: Mit einem brillant ausgeführten und vertrackten Spiel mit Charakteren und in bester Hitchcock-Manier komplett und ausschließlich in einer Location, einem einsamen Wüstenmotel, angesiedelt, führen John Cusack, Ray Liotta, Rebecca de Mornay, Amanda Peet, Clea DuVall, Jake Busey und Alfred Molina den Zuschauer ins Ungewisse - bis zu einem überraschenden und doch so verblüffend offensichtlichen Finale.

Im düsteren Bates-Motel-ähnlichen Etablissement in der öden Wüste Nevadas finden in einer stürmischen Nacht zehn augenscheinlich einander völlig fremde Charaktere Zuflucht vor wolkenbruchartigen Regenfällen. Jener Unterschlupf, an den sie scheinbar der Zufall führt, soll jedoch - Agatha Christies "Ten Little Indians" lassen grüßen - für einen nach dem anderen zur tödlichen Falle werden.

Den Rahmen dieses Mörderspiels steckt der mysteriöse Fall des Serienkillers Malcolm Rivers (Pruitt Taylor Vince), der von seinem Psychiater (Alfred Molina) kurz vor Vollstreckung der Todesstrafe zu einer letzten Anhörung gebracht wird. Mit hartem Schnitt und ohne Umschweife kommt Mangolds Film von hier zur Sache - und an den eigentlichen Ort des Geschehens. In einer spektakulär rasanten und raffinierten Sequenz werden alle weiteren Figuren ins Spiel gebracht: Familienvater George (John C. McGinley), der seine verletzte Frau Alice (Leila Kenzle) mit seinem verstörten Sohn Timmy (Bret Loehr) nach einem Autounfall ins einzige Motel in der Nähe rettet; der ehemalige Cop Ed (John Cusack), der nun als Chauffeur die Schauspieldiva Caroline Suzanne (Rebecca DeMornay) von einem Filmset abholt und dabei versehentlich Alice auf dem Highway anfährt; die Prostituierte Paris (Amanda Peet); das frisch verheiratete junge Pärchen Ginny und Lou (Clea DuVall und William Lee Scott); der toughe Cop Rhodes (Ray Liotta), der mit dem irren Killer Robert Maine (Jake Busey) von einem Gefängnis ins nächste unterwegs ist und schließlich Motelmanager Larry (John Hawkes).

Alle scheinen nichts gemeinsam zu haben, abgesehen von einem persönlichen Geheimnis hinter schwer durchschaubarer Fassade - ihre Anzahl entspricht jedoch verblüffenderweise genau der Zahl der vorhandenen Zimmerschlüssel, die den nun einsetzenden tödlichen Countdown kommentieren: Nachdem der Kopf des ersten Opfers im Inneren einer Waschtrommel entdeckt wird, erhöht sich der Body Count rasend schnell und lässt den Verdacht schnell auf Schwerverbrecher Maine, dann auf Manager Larry fallen - um alle Vermutungen genauso schnell wieder als Irreführung zu entlarven. Die nervösen Überlebenden - mit Paris, Ed und Rhodes in ihrer Mitte - sind gefragt, ob sie tatsächlich der Zufall in dieser Nacht zusammenführte. Und siehe da - die gruselige Erkenntnis über die Herkunft ihrer jeweiligen Identität leitet mit einer cleveren Plotwendung den dritten Akt ein, der zu einem drastischen Finale führt, das geschickt den Bogen zur Rahmenhandlung spannt und diese in logischer Konsequenz und dennoch überraschend brutal vollendet.

Ein gelungen klaustrophobisches Set von Mark Friedberg ("Dem Himmel so fern") und die brillant täuschende Kameraführung von Phedon Papamichael tauchen den intelligent konstruierten und hervorragend gespielten Ensemblethriller in die denkbar düsterste Atmosphäre, in der auf unterhaltsame und spannende Art und Weise mit klassischen Horrormotiven und traditionellen Suspense-Mustern gespielt wird und vor deren Hintergrund James Mangold gleichzeitig einmal mehr sein Gespür für charaktergesteuerte Inszenierungen beweist. cm.

Darsteller:  John Cusack   als Ed
  Ray Liotta   als Rhodes
  Amanda Peet   als Paris
  John Hawkes   als Larry
  Alfred Molina   als Doktor Malick
  Clea DuVall   als Ginny
  John C. McGinley   als George York
  William Lee Scott   als Lou
  Jake Busey   als Robert Maine
  Pruitt Taylor Vince   als Malcolm Rivers
  Rebecca De Mornay   als Caroline Suzanne
  Carmen Argenziano   als Verteidigerin
  Marshall Bell   als Bezirksstaatsanwalt
  Leila Kenzle   als Alice
  Matt Letscher   als stellvertretender Bezirksstaatsanwalt
  Bret Loehr   als Timmy York
  Holmes Osborne   als Richter
 
Regie:  James Mangold  
Buch:  Michael Cooney  
Musik:  Alan Silvestri  
Kamera:  Phedon Papamichael  
Produzent:  Cathy Konrad  
 

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