VHS Kaufvideo

Idiots

Provokanter, Sex und Seele drastisch realistisch zeigender Film vom dänischen Querkopf Lars von Trier ("Breaking the Waves").


ohne Abbildung

Kaufvideo

Originaltitel: Idioterne

Komödie/ Drama

Dänemark 1998
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 16

Bodil Jørgensen
Jens Albinus
Anne Louise Hassing

Regie: Lars von Trier
Warner Home Video (Switzerland)

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(4 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Idiots

Schauplatz Luxusrestaurant: Zwei offensichtlich geistig behinderte Männer albern mit ihrem Pfleger herum. Von allen Gästen zeigt sich nur Karen von deren Natürlichkeit fasziniert. Sie begleitet die drei nach Hause, wo sich die vermeintlichen Idioten als völlig normal zu erkennen geben. Alles sei nur gespielt gewesen. Auch die anderen Bewohner der Villa sind Teilnehmer des gleichen Experiments: das saturierte Bürgertum durch ihr verrücktes Tun herauszufordern. Begeistert schließt sich die bisher so gehemmte Karen der unorthodoxen Gruppe an...

Radikalfilmer Lars von Trier ("Breaking the Waves") entlarvt in dem zweiten "Dogma"-Film (nach Thomas Vinterbergs "Das Fest") die bürgerlichen Anstandsregeln als faulen Kompromiß, der unausweichlich krank macht. Seine oft schreiend komische Eloge auf Unvernunft und Triebhaftigkeit mag manchmal etwas altmodisch wirken - die frische, temperamentvolle Inszenierung, die unbeschwert-fröhliche Atmosphäre, die enthemmten Sex-Szenen und das glaubhafte Spiel der Darsteller machen diesen Makel jedoch mühelos wett. Ein ungewöhnliches Film-Vergnügen nicht nur für Cineasten.

Idiots

Mit dem Eroberungsfeldzug durch das deutsche Feuilleton und einem ansprechenden Einspielergebnis hat "Das Fest" für den kommenden Output des dänischen Künstler-Kollektivs "Dogma 95" die Latte hoch gelegt. Aber der cineastische Querkopf Lars von Trier ("Breaking The Waves") hält das vorgegebene Niveau, legt eine komische und tragische Züge verbindende Provokation über moralische Korrektheit, bürgerliche Heuchelei und Infantilismus nach, die Hardcore-Szenen in den Mainstream einführt, aber nicht ihretwegen erregend ist. Danish Dynamite, das durch seinen anarchischen Sprengstoff und von Triers guten Namen mehr noch als "Das Fest" an der Kasse zünden könnte.

Das Kind im Manne, aber nicht nur in ihm, feiert Triumphe in diesem originellen und mutigen Film, der letztes Jahr in Cannes Begeisterung und Verstörung hervorrief. Zunächst scheint es nur Spaß-orientierter Selbstzweck zu sein, der eine Gruppe junger, geistige Behinderung simulierender Leute veranlaßt, sich in der Verlegenheit und unterdrückten Empörung gut erzogener Bürger zu baden. Manche werden sich mit der anfänglichen Entrüstung des neuesten Gruppenmitglieds Karen (Bodil Jorgensen) solidarisieren, viele sich aber auch amüsieren, wenn "Die Idioten" Essen im Restaurant schnorren, oder ihr radikalster Vertreter Stoffer (Jens Albinus) trotz einer freigelegten Erektion ohne Konsequenzen die Damendusche eines Schwimmbades erobert. Natürlich lacht von Trier nicht über geistige Behinderung, sondern unser Unvermögen, damit umzugehen. Daß neben Stoffers Gruppe, die sich unverkrampft der gesellschaftlich Ausgegrenzten annimmt (weil einige selbst seelisch behindert sind), sich ausgerechnet klassische Bürgerschrecks (tätowierte Dänenrocker) noch am selbstverständlichsten verhalten, zeigt das Ziel an, auf das es von Trier hinter seinen Provokationen, die auch eine drastische Gruppensexsequenz (der als sexuelles Wesen!) einschließen, vor allem abgesehen hat. Zum einen das krankmachende Milieu des Puppenstubenbürgertums, von dem sich Karen am Ende in einer atemberaubenden Sequenz befreit. Zum anderen unsere Unfähigkeit, bourgeoise Lebensvorstellungen langfristig wirklich abzuschütteln. Offen für viele Interpretationen ist dieser Film, regt zu Diskussionen an und macht zu jedem Zeitpunkt deutlich, daß der stilistische Minimalismus von "Dogma 95" keine inhaltliche und emotionale Askese bedingt. Die großartigen Darsteller, ein zuverlässiges Qualitätsmerkmal des dänischen Kinos, tun ihr Übriges, um diesen psychologisch authentischen Kraftakt ohne Peinlichkeit auf die Leinwand zu wuchten. kob.

Darsteller:  Bodil Jørgensen   als Karen
  Jens Albinus   als Stoffer
  Anne Louise Hassing   als Susanne
  Troels Lyby   als Henrik
  Nikolaj Lie Kaas   als Jeppe
  Henrik Prip   als Ped
  Luis Mesonero   als Miguel
  Louise Mieritz   als Josephine
  Knud Romer Jorgensen   als Axel
  Trine Michelsen   als Nana
  Anne-Grethe Bjarup Riis   als Katrine
 
Regie:  Lars von Trier  
Buch:  Lars von Trier  
Kamera:  Lars von Trier  
Produzent:  Vibeke Windeløv  
 

Idiots in der Fotoshow

 

Fassungen

 

facebook

 

Features