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Il Divo - Der Göttliche

Biopic über den italienischen Staatsmann Giulio Andreotti, der von 1946 bis 1992 an 33 Regierungen beteiligt war und ein Günstling der Mafia gewesen sein soll.


Il Divo - Der Göttliche

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Erhältlich seit:
15.10.2009

Originaltitel: Il divo

Drama/ Biographie

Italien 2008
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 16

Toni Servillo
Anna Bonaiuto
Carlo Degli Esposti

Regie: Paolo Sorrentino
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Biographie über den italienischen Staatsmann Giulio Andreotti, der mit der Mafia in Verbindung gebracht wurde.

Andreotti ist einer der Dienstältesten (Foto: Delphi) Großansicht

Andreotti ist einer der Dienstältesten (Foto: Delphi)

Seit 1946 wurde Giulio Andreotti (Toni Servillo), mittlerweile 89 Jahre alt, insgesamt sieben Mal ins italienische Parlament gewählt. Der umstrittene Politiker war an 33 Regierungen beteiligt und insgesamt 21 Mal Minister. 1992 wurde er zum Senator auf Lebenszeit ernannt. Ein Jahr später stand er erstmals vor Gericht, wegen angeblicher Begünstigungen der Cosa Nostra. In allen Fällen wurde Andreotti freigesprochen.

Die Lebensgeschichte des legendären italienischen Staatsmannes Giulio Andreotti, der nicht nur wegen seiner politischen Langlebigkeit, sondern auch wegen seiner angeblichen Verstrickungen mit der Mafia für Schlagzeilen sorgte.

Hitzige Debatten im italienischen Parlament (Foto: Delphi) Großansicht

Hitzige Debatten im italienischen Parlament (Foto: Delphi)

Persönlich abgesegnet

Der für vier Millionen Euro entstandene Film wurde mit "größtmöglicher Unparteilichkeit", wie die Filmemacher versprechen, gedreht - und von Andreotti persönlich abgesegnet.

Il Divo - Der Göttliche

In seinem formidablen Biopic zeichnet Paolo Sorrentino ein facettenreiches Porträt Giulio Andreottis, den Toni Servillo erschreckend eindringlich verkörpert.

Als Lieblingsfilm nennt er "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" - auch bekannt als "Arzt und Dämon". Was doch viel aussagt über Giulio Andreotti, einem der wichtigsten italienischen Politiker der letzten 50 Jahre. 1919 in der Provinz Rom geboren, stieg er 1946 in die Politik ein, war sieben Mal italienischer Ministerpräsident, 21 Mal Minister und an 33 Regierungen beteiligt. Unter ihm, seit 1992 Senator auf Lebenszeit, wurde die Democrazia Christiana (DC) zur Macht, die über Jahrzehnte Italien quasi beherrschte. Ein Mann, der so etwas zustande bringt, braucht besondere Fähigkeiten - doch die kennt eigentlich keiner. Denn Andreotti, inzwischen 90 Jahre alt, ist weitgehend ein Unbekannter. Ein Mann im Schatten. Aus diesem hat ihn nun Paolo Sorrentino - vom Objekt seines Interesses persönlich abgesegnet! - mit "größtmöglicher Unparteilichkeit" in seinem formidablen "Il divo" herausgeholt.

Grob skizziert Sorrentino die frühen politischen Jahre - mit viel Off-Kommentar, dem genau zu folgen angeraten ist. Um Mord geht es, um Betrug und Bestechung, um Banker, die unter Brücken hängen, und Richter, die mit Kugeln von ihren Posten entfernt werden. Dann drosselt der Filmemacher das Tempo, verweilt bei der letzten Regierungsperiode Andreottis. Der Ministerpräsident steht unter Druck, Verbindungen zur Cosa Nostra, zum organisierten Verbrechen, werden ihm nachgesagt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Aber das scheint "Den Star" nicht zu rühren. Der ruht in sich, verzieht keine Miene. Mit den Fingern kommuniziert er, nur Eingeweihte kennen den Code: Daumendrehen bedeutet Interesse, Eheringdrehen Missfallen.

Toni Servillo ("Gomorrha") spielt, nein, er ist Andreotti. Er geht in der Rolle voll auf - vom ersten Augenblick an. Ganz nah fährt die Kamera ans von Akupunkturnadeln gespickte Gesicht - Linderung der chronischen Kopfschmerzen soll das bringen - und lässt ihn dann nicht mehr los, wie die Anfangsszene aus Coppolas "Der Pate".

Genauso spannend, packend und zitatreich geht's weiter. In "GoodFellas"-Manier schreiten Andreotti und seine "Gang" in Zeitlupe durch Parlamentsflure, surrealistische Einsprengsel lockern die Handlung auf, gekonnte Erzählellipsen und verquere musikalische Kontraste tragen zum (finsteren) Vergnügen bei. Andreotti besucht die Kirche, spricht mit dem Priester, nicht mit Gott - denn "Gott geht nicht wählen". Andreotti, das wird schnell klar, ist ein Machtmensch, aber einer, den Macht wenig interessiert. Was ihn höchst unberechenbar macht, ungreifbar und in gewisser Weise auch unangreifbar. Nach knapp zwei Stunden weiß man viel über Andreotti, seine Allianzen, sein Verhältnis zu Frauen, zum Pferdesport und das, obwohl er nur ein einziges Geheimnis wirklich preisgibt. Die ganze "Größe des Rätsels" zu entschlüsseln gelingt Sorrentino also nicht - und das ist wohl auch Teil des Geheimnisses seines Erfolgs, der sich zum Beispiel in Cannes 2008 im Jury-Preis niederschlug. geh.

Il Divo - Der Göttliche

Italien nennt ihn den Buckligen, den schwarzen Papst, die Ewigkeit, der Mann des Dunkeln, sogar Beelzebub. Er weiß das - und lässt es geschehen. Er hat einen ausgeprägten Sinn für Humor: Giulio Andreotti (Toni Servillo), einer der bedeutendsten italienischen Politiker der letzten fünfzig Jahre.
In den 70er- und 80er-Jahren erschüttert eine Reihe von Morden das Land. Aber Andreotti berühren sie nicht. Als ob er mit alldem nichts zu tun hätte. Nur eine Sache geht ihm nicht aus dem Kopf: der Fall Aldo Moro (Paolo Graziosi). Ein Mann, der viel über ihn weiß und ihn anklagt, persönlich anklagt. Die Vorwürfe seines Parteigenossen verfolgen ihn, sein Gesicht sieht er immer wieder vor sich. "Mein Blut wird über euch kommen", prophezeit Moro kurz vor seinem Tod ...
25 x Minister, 7 x Premierminister, 29 x angeklagt, 29 x freigesprochen - "Il Divo" ist ein Mafia-Thriller im Stil von "Gomorrha", der den siebenfachen italienischen Premierminister Giulio Andreotti als tragkikomischen und gefährlichen Machtdompteur inmitten eines Zirkus der Eitelkeiten, der Korruption, des Verbrechens und des Sex vorführt. Hier macht Macht Spaß!

Quelle: EuroVideo

Im Schatten des Göttlichen - Die Entstehung von "Il Divo"; Die Macht der Bilder - Spezialeffekte; Interview mit Regisseur Paolo Sorrentino

Quelle: EuroVideo

Darsteller:  Toni Servillo   als Giulio Andreotti
  Anna Bonaiuto   als Livia Andreotti
  Carlo Degli Esposti   als Signora Enea
  Paolo Graziosi   als Aldo Moro
  Giulio Bosetti   als Eugenio Scalari
  Flavio Bucci   als Franco Evangelisti
  Carlo Buccirosso   als Paolo Cirino Pomicino
  Giorgio Colangeli   als Salvo Lima
  Alberto Cracco   als Don Mario
  Lorenzo Gioielli   als Mino Pecorelli
  Gianfelice Imparato   als Vincenzo Scotti
  Massimo Popolizio   als Vittorio Sbardella
  Aldo Ralli   als Giuseppe Ciarrapico
  Giovanni Vettorazzo   als Magistrate Scarpinato
  Fanny Ardant   als Frau französischer Botschafter
  Achille Brugnini   als Kardinal Fiorenzo Angelini
 
Regie:  Paolo Sorrentino  
Buch:  Paolo Sorrentino  
Musik:  Teho Teardo  
Kamera:  Luca Bigazzi  
Produzent:  Francesca Cima  
  Nicola Giuliano  
  Andrea Occhipinti  
 

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