Um den ihm anvertrauten Schäfchen weiterhin als Seelsorger eine Hilfe zu sein, lässt Rabbi Adam Heller aus dem Warschauer Ghetto 1942 die grimme Realität so wenig wie möglich an sich heran. Das jedoch fällt immer schwerer, als die Nazis das Ghetto systematisch zu räumen beginnen. Während Adams hitzköpfiger Sohn Paul, der schon mal ein KZ von innen sah, bewaffneten Widerstand organisiert, knüpft die neunzehnjährige Tochter Rachel zarte Bande zu einem reumütigen SS-Leutnant.
Ein knappes halbes Jahrhundert, nachdem er dieselbe Geschichte als Episode im Fernsehen erzählt hatte und dem jungen Robert Redford eine frühe Gelegenheit zur Profilierung gab (als Nazi-Leutnant), schrieb "Twilight Zone"-Schöpfer Rod Serling das Drehbuch für diese Spielfilmfassung. Die etwas theaterhafte Inszenierung hemmt den Spielfluss, doch gelingt es insbesondere Armin Müller-Stahl als Rabbi und "Ali G"-Minister Charles Dance als Sturmführer, kleinere Unebenheiten mit Verve zu überspielen.