
Wäre es nicht um den Erkennungswert der ohrwurmhaften Titelmelodie der
Original-Broadwaykomödie von Neil Simon und der späteren Spinoff-Sitcom der
70er Jahre und ihrer zu Synonymen für Putzwut (Felix) und Schlampigkeit
(Oscar) gewordenen Vornamen, könnte man glatt glauben eine "Grumpy Old
Men"-Fortsetzung zu sehen. Das eingespielte Komikerteam Walter Matthau und
Jack Lemmon zankt sich in bewährter Streithahn-Manier durch das Sequel
des Films von 1968 und erlebt auf dem hindernisreichen Weg zur Hochzeit ihrer
Kinder so manches milde, amüsante Abenteuer.
Siebzehn Jahre ist es her, daß das seltsame, stets verkrachte Paar Oscar Madison (Matthau) und Felix Unger (Lemmon) sich zuletzt gesehen hat. Ihr Treffen am Flughafen endet mit einem verstauchten Knöchel für Felix, was erst der Anfang für eine lange Reihe von Pannen und Mißgeschicken ist. Da werden Koffer, Mietwagen und Wegbeschreibung verloren; unwissentlich illegale Einwanderer transportiert, wird sich in gefährliches Geplänkel mit zwei
Rockermiezen mittleren Alters (Christine Baranski und Jean Smart) eingelassen und eine Mitfahrt mit einem netten älteren Herrn gerät zur Immer-Ärger-mit-Bernie-ähnlichen Tortur. So schaffen es die beiden Rentner-Rebellen wider
Willen dreimal unschuldig in der selben kleinen Wüstenstadt verhaftet zu werden. Allmählich geraten sie unter Zeitdruck, sofern sie noch rechtzeitig zur Hochzeit kommen wollen.
Die klassische Männerfreundschaftskomödie wurde von Howard Deutch in Szene gesetzt, der seinen beiden Stars offensichtlich die Freiheit ließ, ihren langjährig erprobten Talenten freien Lauf zu lassen. Viele der Gags sind von der
altbekannten Art, wobei die beiden im Kontrast zum Altmodischen etliche deftige Schimpfworttiraden vom Stapel laufen lassen. Das letzte Quartal des Rentner-Roadmovies ergeht sich in obligatorischer Sentimentalität, womit die Werte Liebe und Freundschaft nachdrücklich unterstrichen werden sollen. Fans
des Veteranenteams Matthau/Lemmon werden von dem Wiedersehen mit den zänkischen Freunden sicherlich angetan sein. ara.