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Leihvideo
Erhältlich seit:
23.03.2007
Originaltitel: Vers le sud
Frankreich/Kanada 2005
Laufzeit: 104 Min.
FSK: ab 12
Charlotte Rampling
Karen Young
Louise Portal
Regie: Laurent Cantet
AL!VE Vertriebs- und Marketing AG

Nordamerikanische Touristinnen erfüllen sich im Haiti der 70er Jahre ihre sexuellen Sehnsüchte und werden durch politische Unruhen unsanft aus ihren Träumen gerissen.
Ein Bilderbuchstrand mit feinem Sand und türkisfarbenen Wasser, eine idyllisch unter Palmen gelegene Bungalow-Anlage, eilfertige Bedienstete, die den Gästen jeden Wunsch von den Lippen ablesen und liebeswillige junge Einheimische: Für nordamerikanische Touristinnen ein Paradies. Sonne, Sex und Meer suchen die nicht mehr taufrischen Frauen, die in der Heimat des Jugendwahns schon ab 40 als alt und unattraktiv gelten und es deshalb "In den Süden" zieht. Aber Laurent Cantet geht es in der freien Adaption von Dany Laferrières Kurzgeschichten "La chair du maitre" nicht um trivialen Sex-Tourismus (er spricht von Liebes-Tourismus), sondern um das Aufeinandertreffen von Menschen, die mehr als nur ein Geschäft um sexuelle Gefälligkeit verbindet. Die Damen zahlen zwar, aber die knackigen Jungs lassen sich nicht kaufen. Sie wählen, wem sie ihre Liebesdienste offerieren, wenn sie im Austausch für ein paar Dollar und Drinks den Frauen das Gefühl geben, begehrenswert zu sein. Objekt der Begierde ist der muskulöse Legba, um den sich bald die einfach gestrickte Brenda und die zynisch-intellektuelle Ellen streiten. Während Ellen scheinbar souverän das Ganze als Spiel betrachtet, lernt Brenda erstmals, sich zu ihren Wünschen zu bekennen und erlebt mit Mitte Vierzig ihren ersten Orgasmus. Doch je mehr der 18Jährige mit Brenda das Bett teilt, um so mehr verliert die Konkurrentin die Contenance, bietet dem Beau sogar an, mit nach Boston zu kommen. Vergeblich.
Cantet konfrontiert das Relaxen in der friedlichen Oase mit der eskalierende Gewalt in den Straßen von Port-au-Prince unter "Baby Doc" Duvalier, die Lebenslust mit dem stets präsenten Tod, der letztendlich die Touristinnen aus ihren falschen Träumen reißt. Dramaturgisch basiert der Film auf den Konflikten Schwarz gegen Weiss, Arm gegen Reich, Zärtlichkeit gegen Ausbeutung, körperliche Anziehungskraft gegen Geld, Erotik gegen Politik, ohne jedoch in das übliche Muster von bösen Kolonialisten und armen Opfern zu verfallen. Beide Seiten profitieren voneinander, auch wenn die Sexualität die Gegensätze nicht überbrücken kann, zum Instrument der Macht wird. Die aus dem Blickwinkel der Frauen erzählte Geschichte stellt ihre ganz persönliche Wirklichkeit in den Mittelpunkt, sie sprechen fast dokumentarisch über sich selbst in die Kamera. Spannend die Wortgefechte von Karen Young als clevere Naive und Charlotte Rampling als schlechte Verliererin, die am Ende die Sinnlosigkeit der flüchtigen Intimität erkennt und mit dem Verlust von Utopie fertigwerden muss. mk.
| Darsteller: | Charlotte Rampling | als Ellen | |
|---|---|---|---|
| Karen Young | als Brenda | ||
| Louise Portal | als Sue | ||
| Ménothy Cesar | als Legba | ||
| Lys Ambroise | als Albert | ||
| Jackenson Pierre Olmo Diaz | als Eddy | ||
| Regie: | Laurent Cantet | ||
| Buch: | Laurent Cantet | ||
| Robin Campillo | |||
| Kamera: | Pierre Milon | ||
| Produzent: | Caroline Benjo | ||
| Carole Scotta | |||
| Simon Arnal | |||
In den Süden in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Französisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:1,85/16:9
Star
Charlotte Rampling
Auf den ersten Blick unnahbar und kühl wirkend, hat Charlotte Rampling eines der interessantesten Gesichter im Film. Stets...
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