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In Love and War

Dramatische Liebesgeschichte aus den jungen Jahren Ernest Hemingways, packend und aufwendig inszeniert von Richard Attenborough.


In Love and War

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Erhältlich seit:
18.06.2010

Drama/ Abenteuer

USA 1996
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 12

Sandra Bullock
Chris O'Donnell
Mackenzie Astin

Regie: Lord Richard Attenborough
Warner Home Video Germany

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In Love and War

Italien 1918. Bei einem Fronteinsatz wird der 19jährige Rettungssanitäter Ernest Hemingway schwer verletzt. Im Hospital verliebt er sich in die acht Jahre ältere Krankenschwester Agnes von Kurowsky. Nach anfänglichem Zögern erwidert die Amerikanerin seine Gefühle, und die beiden versprechen sich nach einer leidenschaftlichen Liebesnacht die Heirat. Doch dann trennt der Krieg das Paar. Trotz ihres regen Briefverkehrs mit Ernest muß Agnes sich nach einiger Zeit eingestehen, daß sie sich in ihren Begleiter Dr. Caracciolo verliebt hat...

Gestützt auf Kurowskys Tagebücher konzentriert sich Oscar-Preisträger Richard Attenborough ("Gandhi") ganz auf die tragische Liebesgeschichte des jungen Hemingway, die er mit mächtigen, ergreifenden Bildern denn auch stilvoll zu illustrieren weiß. Die entsetzliche Kriegswirklichkeit benützt Attenborough dabei jedoch allzu oft als pittoreske Dekoration, was den Film stellenweise unglaubwürdig erscheinen läßt. Während Chris O'Donnell ("Die Kammer") als angehender Romancier etwas blaß bleibt, bezaubert Sandra Bullock in gewohnter Manier als romantische Liebhaberin. Eine Love Story mit Überraschungspotential!

In Love and War

Eine einfühlsame Reminiszent an eine große und tragische Liebesgeschichte hätte es werden sollen. Ein Semi-Kitschfilm über eine wenig schlüssige, obwohl authentische Begegnung zwischen dem jungen Ernest Hemingway und einer Krankenschwester ist "In Love and War" dann tatsächlich geworden. Richard Attenborough verklärt statt zu verhüllen, hakt autobiographisch sanktionierte Positionen ab, anstatt die Emotionen seiner Protagonisten kraftvoll und überzeugend ins Spiel zu bringen.

"In Love and War" zeigt die Schwierigkeit, aus verbürgter Non-Fiction einen Fiction-Film machen zu wollen. Was an biographischen Fakten und gedanklichen Reflexionen in den Tagebüchern von Agnes von Kurowsky und Henry S. Villard niedergeschrieben wurde, muß bei einer filmischen Bearbeitung, die sich in ihrer narrativen Erzählform streng an chronologische Abläufe hält, durch Mut zur pointierten Interpretation beflügelt werden. Attenborough hat sich stattdessen für biedere Bebilderung entschieden. Der Erste Weltkrieg dient als pittoresker Abenteuerspielplatz, auf dem sich ein junger Heißsporn namens Hemingway mit geradezu folkloristischen Gebärden produzieren darf.

Der 19-jährige hatte sich im April 1918 als Helfer beim Roten Kreuz in Italien gemeldet. Im Juli wird er bei einem Frontversorgungseinsatz an der österreichischen Grenze schwer verwundet. In einem Lazarett kümmert sich die amerikanische Rot-Kreuz-Schwester Agnes von Kurowsky (Sandra Bullock) aufopfernd um Hemingway (Chris O'Donnell). Im selben Maße, wie dessen Genesung voranschreitet, wächst auch die Zuneigung zwischen Patient und Krankenschwester. Doch was so romantisch beginnt, findet in den Kriegswirren ein abruptes Ende: Hemingway kehrt in die Vereinigten Staaten zurück, Kuroswky bleibt an der Front. Ihre Beziehung zu einem italienischen Arzt führt zum Bruch mit Hemingway, der darunter - nach Meinung vieler Biographen - ein Leben lang litt.

Diese erste, große Liebesaffäre Hemingways ist durch ihren prägenden Charakter von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit für sein weiteres Leben. Aber die psychologische Gewichtung dieses Schlüsselerlebnisses erschöpft sich bei Attenborough darin, daß Hemingway Jr. - aufgewühlt und zutiefst verletzt - sein Zimmer mit einem Baseballschläger zerlegen darf: Effekt statt Affekt. Auch die Motive, die Kurowsky zur Trennung veranlaßten, bleiben eher vage: sechs Jahre Altersunterschied und der kurze Flirt mit einer gesicherten Existenz als Ärztegattin - soll das wirklich alles gewesen sein? Natürlich sind psychologische Wertungen immer mit Vorsicht zu genießen, aber eine Frau, die den angehenden Schriftsteller Jahre später in Amerika aufsucht, um ihn wieder zurückzugewinnen, und ein Mann, der die Liebesbriefe dieser Frau bis zu seinem Selbstmord im Jahr 1961 aufbewahrt, müssen schon von großen seelischen Kräften getrieben worden sein. Im Film wird davon wenig sichtbar. Neben seiner konventionellen Inszenierung schlägt da vor allem die Fehlbesetzung des Milchbuben Chris O'Donnell in der Rolle des späteren Nobelpreisträgers zu Buche. Da kann sich die charismatische Sandra Bullock noch so ins Zeug legen: Sie bleibt der unumschränkte Lichtblick dieser Liebesgeschichte, den man nicht unbedingt erst mit "Der englische Patient" zu vergleichen brauch, um die Defizite zu erkennen. Wo der eine Film mit gewaltiger Filmsprache und passioniertem Willen zur Gestaltung überzeugt, verflüchtigt sich der andere zunehmend in oberflächlichen Skizzen und blassem Sentiment. Von Sandra Bullocks beträchtlicher Zugkraft hängt das Glück des zeitgeschichtlichen Epos an der Kinokasse ab. Und nicht umsonst zählt sie zu den erfolgreichsten Schauspielerinnen der letzten beiden Jahre. ull.

Darsteller:  Sandra Bullock   als Agnes von Kurowsky
  Chris O'Donnell   als Ernest Hemingway
  Mackenzie Astin   als Henry Villard
  Emilio Bonucci   als Domenico Caracciolo
  Ingid Lacey   als Elsie "Mac" MacDonald
  Margot Steinberg   als Mabel "Rosie" Rose
  Colin Stinton   als Tom Burnside
  Ian Kelly   als Jimmy McBride
  Tara Hugo   als Katherine "Gumshoe" De Long
  Rocco Quarzell   als Roberto Zardini
  Vincenzo Nicoli   als Enrico Biscaglia
  Alan Bennett   als Porter
  Terence Sach   als Porter
  Carlo Croccolo   als Bürgermeister
  Giuseppe Bonato   als Großvater
  Gigi Vivan   als Italienisches Kind
 
Regie:  Lord Richard Attenborough  
Buch:  Allan Scott  
  Clancy Sigal  
  Anna Hamilton Phelan  
Musik:  George Fenton  
  Giuseppe Verdi  
Kamera:  Roger Pratt  
Produzent:  Dimitri Villard  
  Lord Richard Attenborough  
 

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