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In meinem Himmel

Peter Jacksons bildgewaltige Bestsellerverfilmung über ein junges Mädchen, das von einer Zwischenwelt aus ihre trauernde Familie, ihre Freunde, aber auch ihren Mörder beobachtet.


In meinem Himmel

Leihvideo

Erhältlich seit:
05.08.2010

Originaltitel: The Lovely Bones

Drama/ Fantasy

USA/Großbritannien/Neuseeland 2009
Laufzeit: 136 Min.
FSK: ab 12

Mark Wahlberg
Rachel Weisz
Susan Sarandon

Regie: Peter Jackson
Paramount Home Entertainment

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In meinem Himmel

Susie Salmon wurde nur 14 Jahre alt. In einer magischen Welt zwischen Himmel und Erde gefangen, beobachtet sie, wie ihre Familie und Freunde mit ihrem gewaltsamen Tod fertig werden und ihr Mörder sein unauffälliges Leben fortsetzen kann. Obwohl Susies Vater den Nachbarn verdächtigt und ihre Schwester schließlich auch Beweise entdeckt, kann der Killer den Cops entkommen. Jahre vergehen, bis die Familie wieder zu sich findet und sich das Schicksal Susies, aber auch das ihres Mörders schließlich erfüllt.

Peter Jacksons Verfilmung von Alice Sebolds Bestseller fehlt der lange erzählerische Atem der Vorlage, die über den Tod das Leben feiert. Ohne sein zuletzt gewohntes Dreistundenformat muss Jackson verkürzen. Trotzdem gelingt ihm ein Film, wie ihn sich seine Fans erwarten durften. Sensibel erzählt, doch die Thrilleraspekte stärker betonend. Er beeindruckt mit magischen Bildern aus einer digitalen Zwischenwelt, einem düsteren, trotzdem aber hoffnungsvollen Ton und einem starken Ensemble, angeführt von "Abbitte"-Entdeckung Saoirse Ronan.

In meinem Himmel

Der Tod und das Mädchen stehen im Mittelpunkt von Peter Jacksons mit Spannung erwarteter visuell opulenter Bestselleradaption.

Das Fantastische und das Endliche, meist gewaltsam herbeigeführt, lässt Peter Jackson als erzählerische Kombination nicht los. Das reicht von der "Ring"-Trilogie und "King Kong" zurück zu "Frighteners" und "Heavenly Creatures". Auch die Verfilmung von Alice Sebolds 2002 veröffentlichtem Erfolgsroman steht in dieser Tradition, auch wenn dieser das Fantastische nicht ausschmückt, nur selten über eine ungewöhnliche Erzählperspektive hinausgehen lässt. "In meinem Himmel" führt die Hauptfigur voller Leben ein, bevor die schockierende Eröffnung des Romans nachgereicht wird, in der die 14-jährige Susie nüchtern ihre Ermordung feststellt. Zu Brian Enos zärtlicher sphärischer Musik wird Susies harmonische Familie und ein schüchtern-verliebtes Mädchen gezeigt, das auf dem Heimweg ihrem Vergewaltiger und Mörder in die Hände fällt.

Im Unterschied zum Buch lädt Jackson die Tat unbebildert im Kopf des Zuschauers ab, zeigt aber mit einem blutigen Waschbecken und einem Rasiermesser wirkungsvoll deren grausame Konsequenzen. Während Susies Vater (Mark Wahlberg) verzweifelt die vermisste Tochter sucht, erreicht diese nach starken 35 Minuten ihren Himmel, eine Zwischenwelt, in der sie das Geschehen auf der Erde beobachten und sich gegenüber Familie und Freunden über eine spirituelle Aura auch bemerkbar machen kann. Das Mädchen bleibt als Erzählerin präsent, während die Cops vergeblich ermitteln, der Vater ihren Tod aber nicht akzeptieren kann, ihre Mutter die Familie verlässt und ihr Mörder, bereits ein Auge auf sein nächstes Opfer, Susie Schwester Lindsey, wirft.

Sebolds Buch verfolgt über Jahre hinweg, welche Spuren der Tod des Mädchens bei verschiedenen Charakteren hinterlässt und wie daraus langsam wieder neues Leben wächst. Diesen langen Atem hat die Verfilmung nicht, womit in der Folge auch der emotionale Gesamteindruck gemindert wird. Jackson muss stark verkürzen, weil er sein gewohntes Format, den Dreistünder, hier nicht hat und er dem Mörder im Verhältnis auch mehr Platz einräumt als die Vorlage. Stanley Tucci spielt ihn als unheimlichen Biedermann, dessen Präsenz Jackson nutzt, um den Suspense, den Thrilleraspekt, stärker zu betonen.

Die schockierenden und kontroverseren Aspekte des Buchs, zu denen für konservative Amerikaner auch die jahrelange Abwesenheit der Mutter und Susies späte sexuelle Erfüllung zählen, streift Jackson mit Rücksicht auf breitere Zuschauerschichten allenfalls. Für die überwiegende Mehrheit seiner Fans wird all das folgenlos bleiben. Sie werden Vergleiche nicht anstellen und bekommen überdies das, was sie von Jackson erwartet haben. Eine spannende, geradlinig, aber durchaus sensibel erzählte Story, opulenten Digitalzauber in der Zwischenwelt, einen Ton, der trotz Düsternis Humor und Hoffnung zulässt, und ein starkes Ensemble, in dem Saoirse Ronan als Susie ihr großes, mit einer Oscarnominierung belohntes Versprechen aus "Abbitte", einlöst. kob.

Darsteller:  Mark Wahlberg   als Jack Salmon
  Rachel Weisz   als Abigail Salmon
  Susan Sarandon   als Grandma Lynn
  Stanley Tucci   als George Harvey
  Michael Imperioli   als Len Fenerman
  Saoirse Ronan   als Susie Salmon
  Thomas McCarthy   als Direktor Caden
  Jake Abel   als Brian Nelson
 
Regie:  Peter Jackson  
Buch:  Peter Jackson  
  Fran Walsh  
  Philippa Boyens  
Kamera:  Andrew Lesnie  
Produzent:  Peter Jackson  
  Fran Walsh  
  Carolynne Cunningham  
  Aimee Peyronnet  

"Das wäre eine Katastrophe"

Als hilfloser Vater, der den Mörder seiner Tochter kennt, ihm aber nichts nachweisen kann, ist Mark Wahlberg einmal mehr eine schauspielerische Sensation. Der Mime über die bildstarke Romanverfilmung "In meinem Himmel" von Regie-Genie Peter Jackson.

Im Film ebenso fassungslos wie privat: Mark Wahlberg als leidender Vater in der Bestsellerverfilmung "In meinem Himmel" (Foto: Paramount) Großansicht

Im Film ebenso fassungslos wie privat: Mark Wahlberg als leidender Vater in der Bestsellerverfilmung "In meinem Himmel" (Foto: Paramount)

Wie arbeit es sich mit einer Kino-Größe wie Peter Jackson?
MARK WAHLBERG: Peter ist ein lieber Kerl. Und er ist ein Genie. Es hat mir Riesenspaß bereitet, mit ihm zu arbeiten. Alles fiel ganz leicht, fast schon ZU leicht. Er ist ein Typ, den man einfach mögen muss. Er nimmt alles ganz locker, aber ist offensichtlich brillant. Absolut brillant und ein lieber Kerl. Ich wollte immer schon mit ihm arbeiten. Und dann erhielt ich die Gelegenheit zu einer ungünstigen Zeit, weil ich gerade erst den Dreh zu einem anderen Film abgeschlossen hatte.

Welcher Film war das?
Ein Film mit M. Night Shyamalan ("The Happening", d. Red.). Ich war gerade aus Pennsylvania zurückgekehrt. Ich war gerade nach Hause gekommen und erhielt einen Anruf, ich solle schnellstmöglich wieder nach Pennsylvania kommen. Ich war völlig vor den Kopf gestoßen und fragte: "Was soll das bedeuten?" Dann sagte man mir, dass Peter Jackson wollte, dass ich in "In meinem Himmel" eine Hauptrolle spiele. Ich las sofort das Drehbuch und war begeistert. Ich rief zurück und fragte: "Wann soll es losgehen? Morgen? Oh wow..." Weil ich unbedingt mit Peter arbeiten wollte, wusste ich in diesem Moment, dass ich dabei sein würde. Ich wusste nur nicht, wie ich es meiner Frau beibringen sollte. Sie sagte nur: "Keine Chance!".

Die Rolle des Jack Salmon ist ganz schön finster - er ist ein Mann, der geradezu besessen ist von seiner Trauer ...
Man muss einfach bereit sein, diesen finsteren Ort in sich selbst aufzusuchen. Dann zählt man die Tage, bis es vorbei ist und bis man sein eigenes Leben zurückbekommt. Manchmal kam ich nach der Arbeit nach Hause, umarmte meine Tochter und drückte sie ganz fest an mich. Ich war emotional völlig aufgewühlt, und sie wollte einfach nur spielen, weil sie natürlich nicht verstehen konnte, warum ich sie so fest hielt. Der Dreh war eine sehr düstere und emotionale Erfahrung. So sehr ich es genossen habe, mit Peter und den anderen Kollegen zu arbeiten, war ich doch heilfroh, als es wieder vorbei war.

Sie sind mittlerweile selbst Vater. Hatte das Einfluss auf ihrer Darstellung des Jack Salmon?
Sicher. Hätte ich diese Rolle vor ein paar Jahren gespielt, wäre das ganz anders gewesen. Bevor ich selber Kinder hatte, konnte ich mir nur vorstellen, was es heißt, ein Elternteil zu sein. Ich habe 13 Neffen und Nichten, die ich über alles liebe. Da haben mir schon alle gesagt: "Du kannst das nicht verstehen. Wenn man selbst Kinder hat, ist es ganz anders." Aber ich dachte, ich hätte den Bogen raus: "Ich bin smart, ich kapier's." Die Wahrheit ist: Es IST anders. Ich liebe meine Neffen und Nichten, aber das lässt sich nicht im Geringsten mit der Liebe zu den eigenen Kindern vergleichen. Für diese Rolle, in der ich auch eine Tochter habe, ist es entscheidend, einen Vergleichspunkt zu haben.

Glauben Sie, dass die Eltern im Kino ebenfalls anders auf den Film reagieren als Zuschauer, die keine Kinder haben?
Nun, ein paar meiner Freunde haben sich den Film angesehen. Einer von ihnen hat eine Tochter, der andere hat keine Kinder. Der ohne Kinder sagte nach der Vorführung: "Toller Film, ich fand ihn super, umwerfend." Und der mit der Tochter war ebenfalls begeistert, aber seine Reaktion war eine andere. Er war emotional überwältigt, weil er die Gefühle Jacks nicht nur versteht, sondern auch nachvollziehen kann. Er versteht - und mir geht es genauso - wie unfassbar schrecklich und katastrophal so eine Erfahrung wäre. Man wagt nicht einmal daran zu denken.

Wie hat sich Ihr Leben verändert, seitdem Sie Vater geworden sind?
Es hat sich drastisch verändert. Aber ich bin begeistert. Ich war auch bereit, zur Ruhe zu kommen. Tatsächlich bin ich froh, nicht schon Vater geworden zu sein, bevor ich bereit dafür war. Keine Ahnung, was dann passiert wäre. Ich habe Freunde in meinem Alter, die bereits Großeltern werden. Ein Freund von mir wurde mit 35 Großvater! Für mich ist alles bestens gelaufen. Ich war bereit, Vater zu werden, und ich habe die Frau getroffen, die ich liebe.

Beeinflusst das die beruflichen Entscheidungen, die sie treffen? Sie haben einmal erwähnt, nicht länger und weiter weg von Zuhause sein zu wollen als unbedingt nötig ...
Das ist richtig. Aber ich wähle auch mein Material anders aus als früher. Ich könnte nicht wirklich sagen, ob ich einen Film wie "Boogie Nights" machen würde, wenn mir das Drehbuch heute auf den Tisch flattern würde. Es ist ein großartiger Film, aber das waren andere Zeiten. Aber es ist ein Film, den ich gemacht habe und den ich eines Tages meinen Kindern erklären müssen werde. Aber über diese Brücke gehe ich halt, wenn es soweit ist. Aber sicher, meine Familie beeinflusst die Art von Filmen, die ich heute machen will, und die Dinge, die ich erledigen will und hinter denen mein Name stehen soll.

 

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