
Nach bewährtem Muster präsentiert Christiane Sadlo alias Inga Lindström wieder einen ihrer gefühlssatten Schwedenhappen. Landschaft und Musik scheinen immergleich, die Darsteller sind austauschbar, Figuren und Handlung gehorchen ohnehin einer durchdeklinierten Dramaturgie:
Die blonde junge Frau (Doreen Dietel) ist die tapfere Heldin, die alle Herausforderungen mannhaft meistert, der schmucke Kerl (Erol Sander) ist die Liebe ihres Lebens, und das Happy End ist so garantiert wie die Auflösung aller Konflikte in Wohlgefallen. Am Schluss zeigt sogar die Gegenspielerin (Nicola Tiggeler) Größe, weil sich ausgerechnet ein Banker (Siegfried Rauch) als Mann mit Herz entpuppt. Andererseits: Wen wundert's, ist der Mann doch der Vater vom neuen Freund der Heldin. Während sich Doreen Dietel durchaus für Aufgaben empfiehlt, in denen sie mehr zu tun hat als Erol Sander anzuschmachten, gibt der einmal mehr den Frauenversteher. Aber genau das will die Zielgruppe (Romantikerinnen ab fünfzig) ja angeblich haben, und solche Aufgaben kosten Sander, der sich auch gern am Degeto-Freitag im "Ersten" tummelt, gerade mal ein Lächeln. All das ist zwar Fernsehen von gestern, doch solange die Lindström-Filme bis zu oder gar über acht Millionen Zuschauer(innen) haben, dürfte Claus Beling (Hauptredaktionsleiter Unterhaltung-Wort) beim ZDF Narrenfreiheit genießen. tpg.