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Kaufvideo
Erhältlich seit:
06.03.2006
Originaltitel: Confidences trop intimes
Frankreich 2003
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 6
Sandrine Bonnaire
Fabrice Luchini
Michel Duchaussoy
Regie: Patrice Leconte
Universum Film

Mit "Félix und Lola" gewann der französische Meisterregisseur Patrice Leconte 2001 den Goldenen Bären. Mit einer ganz anderen Beziehungsgeschichte kehrt er 2004 in den Wettbewerb der Berlinale zurück: Seine psychologische Komödie "Confidences trop intimes" spielt auf engstem Raum im angegrauten Büro eines angegrauten Steuerberaters und erforscht diesen Raum mit jeder Szene und jedem wunderbar komponierten Bild und Ton wie die Seele seiner Protagonisten stets mit ironischem Augenzwinkern und zwei wunderbaren Darstellern, Sandrine Bonnaire und Fabrice Luchini.
Eine symbiotische Beziehung entwickelt sich durch Zufall zwischen der undurchschaubaren Anna (Sandrine Bonnaire) und dem verschlossenen William (Fabrice Luchini), als Anna auf der Suche nach einem Psychiater versehentlich bei ihm, einem Steuerberater, landet. Anna erklärt sich selbst zu einem seelischen Notfall, seit vier Jahren verheiratet, eigentlich zutiefst befriedigt, doch seit sechs Monaten ohne Sex mit ihrem arbeitslosen Mann und in Sorge, verrückt zu werden. Bevor William erklären kann, dass sich Anna in der Tür geirrt, der gesuchte Therapeut gleich nebenan seine Praxis hätte, verabredet Anna einen zweiten Termin für eine "Sitzung" und verschwindet ohne Hinweis auf ihre Telefonnummer oder ihren Namen.
Nach zwei weiteren Treffen klärt sich zwar das Missverständnis auf, doch die einsame Anna hat Gefallen an den Gesprächen mit dem einsilbigen, korrekten Fremden gefunden und offenbart diesem immer mehr intime Details aus Sex- und Eheleben. Weshalb William selbst Rat bei seiner Ex-Frau Jeanne (Anne Brochet) sucht sowie dem echten Psychiater Dr. Monnier (Michel Duchaussoy), der für jedes Wort bare Münze nimmt, und so wird Laientherapeut William zu seinem eigenen Patienten. Er verliebt sich in Anna, legt Schlips und Kragen ab und entdeckt seinen inneren Frauenversteher, den Luchini ganz köstlich als in sich gekehrter Berti-Vogts-Verschnitt mit permanent verblüfftem Gesichtsausdruck und steifer Körperhaltung zu seelischen und körperlichen Lockerungsübungen hinreißen lässt. Sandrine Bonnaire überzeugt mit einer facettenreichen Darbietung einer schwer durchschaubaren Frau auf dem Weg zur Selbstverwirklichung, die mit der sorgfältigeren Wahl ihrer immer blumiger und fröhlicher aber auch flatterhafter werdenden Kleider sicherer und geheimnisvoller wird. Die Handlung besteht weitestgehend aus den "Sitzungen" in Williams Büro und neigt damit in der ersten Hälfte bisweilen zu Redundanz, wird im letzten Akt durch den Auftritt von Annas Mann dramatisiert, ohne allerdings auf den Punkt zu bringen, welches Beziehungsproblem Anna nun eigentlich wirklich zu William geführt hat.
Auf engstem Raum entfaltet Patrice Leconte die "Transformation" seiner Charaktere: Stets findet er ein weiteres Detail, eine neue Kameraeinstellung, die subtil auch eine neue Seite seiner Figuren eröffnet und Hindernisse aus deren Seelenleben schafft. Mit geschickt verstrickten Nebenfiguren lockert das Drehbuch von Jerome Tonnerre die kammerspielartige Atmosphäre auf: Mit Williams argwöhnischer Sekretärin, die Anna nicht über den Weg traut; der Concierge mit einer Vorliebe für Fernsehseifenopern, die auf die melodramatischen Möglichkeiten des Daseins verweist, oder Dr. Monniers verstörten Patienten mit unerklärlicher Angst vor Fahrstühlen. Gleichzeitig erklärt "Confidences trop intimes" so auf amüsante Weise und ohne Bemühen von Freud das Wesen der Psychoanalyse, die hier selbst in einem Gespräch mit dem Steuerberater erfahrbar wird. Wenn Sandrine Bonnaires Anna mit den trockenen Erörterungen ihres Sexlebens an den verbalen Voyeurismus aus Anne Fontaines "Nathalie" erinnert, liegt hier das Geheimnis weniger in der Offenbarung, als in der frappierenden Offenheit der Formulierungen, die sich Anna durch die Rollenverteilung von "Psychiater" und "Patient" gegenüber William herausnimmt. So lebt "Confidences trop intimes" auf der einen Seite von der Sprache seiner Figuren, auf der anderen insbesondere von der einmal mehr bestechenden filmischen Sprache: Bei seiner mittlerweile neunten Zusammenarbeit mit Kameramann Eduardo Serra konstruiert Leconte für jede Einstellung einen perfekt komponierten detailgenauen Bildaufbau, mit dem der Handlungsraum als dritter Hauptdarsteller in Szene gesetzt wird. Die taucht der Pianoscore von Pascale Esteve in eine Atmosphäre, die den Zuschauer und seinen verschreckten Hauptdarsteller Luchini stets Unheilvolles ahnen lässt - und die "Angst" vor ständigen Reden am Ende zu einem lustvollen Ereignis macht. cm.
Weil sie sich in der Tür geirrt hat, vertraut Anna (Sandrine Bonnaire) dem Steuerberater William Faber (Fabrice Luchini) ihre Eheprobleme an. Da ihm ihre Nöte sehr zu Herzen gehen und er ihre Geständnisse auch aufregend findet, bringt er es nicht fertig, ihr die Wahrheit zu sagen - dass er keineswegs der Psychotherapeut ist, für den Anna ihn hält.
Im Laufe der Zeit stellt sich zwischen ihm und der jungen Frau ein seltsames Ritual ein, das von Termin zu Termin und mit jedem Geständnis ein engeres Band zwischen ihnen webt. Jedes Mal ist William aufs Neue bewegt - fasziniert erfährt er Geheimnisse, die jede Frau für sich behalten würde und die außer ihm nie jemand erfahren wird. Aber wer ist Anna wirklich? Und durchschaut sie sein Spiel tatsächlich nicht?
Regisseur Patrice Leconte, bekannt durch "Der Mann der Friseuse" und "Das Mädchen auf der Brücke", kleidet seine provokante Liebesgeschichte in das Gewand eines spannenden Thrillers. Mit Hitchcock'schem Suspense und Elementen des klassischen Hollywood-Melodrams gelingt Leconte ein Meisterwerk, das die üblichen Themen moderner Beziehungsgeschichten - Lust, Angst, Obsessionen, Geheimnisse, Missverständnisse, Entwicklungen - zu einem verspielten Thriller verknüpft.
Quelle: Universum Film
Laufzeit Bonusmaterial: ca. 6 Minuten
- Audiokommentar des Regisseurs Patrice Leconte zu ausgewählten Szenen
- Making of Szenenbild mit Kommentar des Dekorateurs
Quelle: Universum Film
| Darsteller: | Sandrine Bonnaire | als Anna | |
|---|---|---|---|
| Fabrice Luchini | als William Faber | ||
| Michel Duchaussoy | als Dr. Monnier | ||
| Anne Brochet | als Jeanne | ||
| Gilbert Melki | als Marc | ||
| Laurent Gamelon | als Luc | ||
| Hélène Surgère | als Frau Mulon | ||
| Urbain Cancelier | als Chatel | ||
| Isabelle Petit-Jacques | als Sekretärin Monnier | ||
| Véronique Kapoyan | als Hausmeisterin | ||
| Benoît Pétré | als Jogger | ||
| lberto Simono | als Herr Michel | ||
| Aurore Auteuil | als Studentin Nabokov | ||
| Ludovic Berthillot | als Möbelpacker | ||
| Sabrina Brezzo | als Tanzstunden-Hilfe | ||
| Regie: | Patrice Leconte | ||
| Buch: | Jérôme Tonnerre | ||
| Patrice Leconte | |||
| Musik: | Pascal Estève | ||
| Kamera: | Eduardo Serra | ||
| Produzent: | Alain Sarde | ||
Intime Fremde in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Französisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Audiokommentar, Making of
Laufzeit Bonusmaterial: ca. 6 Minuten
- Audiokommentar des Regisseurs Patrice Leconte zu ausgewählten Szenen
- Making of Szenenbild mit Kommentar des Dekorateurs
Star
Sandrine Bonnaire
Vom Vorstadtkind ohne Schauspielausbildung zum Filmstar durchlief Sandrine Bonnaire eine atemberaubende Entwicklung. War Jeanne...
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