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Invincible - Unbesiegbar

Episch erzählte, auf Tatsachen basierende Märtyrer-Geschichte um einen polnischen Schmied, der in Hanussens Variete auftritt.


Invincible - Unbesiegbar

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Erhältlich seit:
17.09.2002

Originaltitel: Invincible

Drama

Deutschland/Großbritannien 2001
Laufzeit: 126 Min.
FSK: ab 6

Tim Roth
Jouko Ahola
Anna Gourari

Regie: Werner Herzog
mediacs AG

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Invincible - Unbesiegbar

Der Schmied Zishe Breitbart tritt 1932 als "stärkster Mann der Welt" mit Siegfried-Perücke vor begeistertem Publikum in Hanussens Berliner "Palast des Okkulten" auf. Doch schon bald widerstrebt ihm das falsche Spielt und er "outet" sich als Jude. Damit zieht Zishe sich den Unmut der Nazis zu, die ihn zuvor als arischen Hünen verehrten. Zudem liefert er Hanussen, ebenfalls Jude, der braunen Brut ans Messer. Zurück in der polnischen Heimat, will niemand seinen Warnungen vor der sich in Deutschland anbahnenden Katastrophe Glauben schenken...

Werner Herzogs authentische Geschichte, die als einziger deutscher Beitrag auf der Biennale 2001 zu sehen war, rief auf dem Festival sowie bei der späteren Kinoauswertung gemischte Reaktionen hervor. Während "Hanussen" Tim Roth einmal mehr seine darstellerische Brillanz unter Beweis stellt, bleibt der Finne und zweimalige "stärkste Mann der Welt" Jouko Ahola in seiner naiven Betulichkeit doch etwas blass. Fans von Herzog ("Fitzcarraldo") dürften mit diesem eigenwilligen Versuch von Vergangenheitsbewältigung dennoch zufrieden sein.

Invincible - Unbesiegbar

Von neunhundert Filmen, die Alberto Barbera für das Programm der Internationalen Filmfestspielen Venedig sichtete, fand nur ein deutscher Langfilm Gnade vor seinen Augen: Werner Herzogs "Invicible". Die dramatische Geschichte des jüdischen Schmieds Zishe Breitbart, der 1932 in Hanussens Berliner "Palast des Okkulten" als stärkster Mann der Welt auftrat, lief in der neu geschaffenen Wettbewerbs-Sektion "Cinema del Presente" und stieß auf ambivalente Reaktion.

Nach über einem Jahrzehnt Spielfilmabstinenz im Kino meldet sich Werner Herzog wieder zurück und nahm sich einen authentischen Stoff aus dem beginnenden Hitler-Deutschland vor. Noch brennt die Welt nicht, aber die Anzeichen für eine Katastrophe mehren sich. Zishe Breitbart ist in Kraftpaket von Mann, der eigentlich keiner Fliege etwas zuleide tut, aber auch schon mal spielend antisemitische Stammtischbrüder in die Flucht schlägt und einen in den Graben gefahrenen Heuwagen schnell wieder flott macht. In seinem polnischen Dorf mag man den einfachen Kerl, der sich zu Fuß nach Berlin aufmacht, um als stärkster Mann der Welt die Attraktion in Hypnotiseur Hanussens "Palast des Okkulten" zu werden und mit blonder Perücke als eine Art Siegfried-Verschnitt vor begeistertem Publikum auftritt. Doch die falsche Show geht der ehrlichen Haut bald gegen den Strich. Zum Entsetzen der Nazis, die ihn als Arier verehren, verkündet er auf der Bühne seine jüdische Herkunft und will lieber den Samson mimen, der sein Volk zur Freiheit führt. Damit bringt er nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern vor allem den geheimnisvollen Juden Hanussen, der von der braunen Brut ermordet wird. Zishe zieht es in die Heimat zurück, wo er vergebens versucht, die Bevölkerung auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen und wo er ganz lapidar an Blutvergiftung stirbt. Herzog, der die Wahrheit suchen aber keinesfalls einen politischen Film machen wollte, erzählt zwei Geschichten, die sich parallel entwickeln, aber nur selten tangieren und leider nicht zu einer Demonstration des Erzählkinos Herzog'scher Prägung vereinen - die des schlichten Bauernburschen aus der polnischen Provinz und die des schillernden Magiers aus der sündigen Metropole, des Biedermannes und des Brandstifters. Während Tim Roth brillant die Zwiespältigkeit des Hanussen verkörpert, der sich den Mächtigen anbiedert und seine wahre Identität um den Preis sozialer und künstlerischer Anerkennung verschleiert, bleibt der Finne Jouko Ahola, der zweimal der stärkste Mann der Welt war und den gutmütigen Breitbart darstellt, in seiner bewussten Naivität doch etwas blass, zumal Herzog am Ende auf Naturalismus und eine Portion inszenatorische Betulichkeit setzt. Bei Roth als gebrochener Figur dagegen ahnt man die dunklen Seiten des schönen Scheins, spürt man in manchen genial aufblitzenden Momenten das Visionäre und die Tragik eines Menschen, der mehr ist als nur ein kluger Scharlatan - ein monströser Manipulateur der Massen, ein perfider Prophet der Banalität des Bösen. Ein breites Publikum mag sich dem Thema verweigern, treue Herzog-Fans werden sich die Gelegenheit zum Kinobesuch nicht entgehen lassen. mk.

Darsteller:  Tim Roth   als Hanussen
  Jouko Ahola   als Zishe Breitbart
  Anna Gourari   als Marta Farra
  Max Raabe   als Conférencier
  Jacob Wein   als Benjamin
  Gustav Peter Wöhler   als Landwehr
  Udo Kier   als Graf Helldorf
  Herbert Golder   als Rabbi Edelmann
  Gary Bart   als Yitzak Breitbart
  Renate Krößner   als Mutter Breitbart
  Ben-Tzion Hershberg   als Gershon
  Rebecca Wein   als Rebecca
  Raphael Wein   als Raphael
  Daniel Wein   als Daniel
  Chana Wein   als Chana
  Rudolph Herzog   als Zauberer
  Les Bubb   als Rothschild
  Tina Bordhin   als Hedda Christiansen
  Silvia Vas   als Mrs. Holm
  Hans-Jürgen Schmiebusch   als Mr. Peters
  Joachim Paul Assböck   als Soldat
  Alexander Duda   als Himmler
  Klaus Haindl   als Goebbels
  Prof. Hark Bohm   als Richter
  André Hennicke   als Detektiv
 
Regie:  Werner Herzog  
Buch:  Werner Herzog  
Musik:  Hans Zimmer  
  Klaus Badelt  
Kamera:  Peter Zeitlinger  
Produzent:  Gary Bart  
  Werner Herzog  
  Christine Ruppert  
 

Invincible - Unbesiegbar in der Fotoshow

 

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Features

 

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Tim Roth

Seine Gauner und Ganoven wirken kaum einschüchternd, eher verklemmt und latent sadistisch, mit schlechten Manieren und leicht psychopathischen Zügen....

 

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Max Raabe

Der deutsche Sänger und Orchesterleiter Max Raabe kommt am 12. Dezember 1962 in Lünen zur Welt. Er wächst in Paderborn auf, wo er erste Erfahrungen...