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It's a Free World

Mit ungebrochenem Kampfeswillen erzähltes Drama von Ken Loach über eine junge arbeitslose Frau, die selbst eine private Arbeitsvermittlung in ihrer Küche aufmacht.


It's a Free World

Leihvideo

Erhältlich seit:
29.05.2009

Drama

Großbritannien/Italien/Deutschland/Spanien 2007
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 12

Kierston Wareing
Juliet Ellis
Leslaw Zurek

Regie: Ken Loach
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Mit ungebrochenem Kampfeswillen erzähltes Drama von Ken Loach über eine junge arbeitslose Frau, die selbst eine private Arbeitsvermittlung in ihrer Küche aufmacht.

Angie hat eine Geschäftsidee (Foto: Neue Visionen) Großansicht

Angie hat eine Geschäftsidee (Foto: Neue Visionen)

Angie (Kierston Wareing) mag in der Schule vielleicht keine Leuchte gewesen sein, aber sie hat viel Energie, Pfiff und Ambition. Und sie steht in der Blüte ihres Lebens. Sie weiß, dass jetzt ihr Moment gekommen ist, dass sie jetzt ein bisher eher verpfuschtes Leben wieder in die richtigen Bahnen bringen kann.

Mit ihrer Wohngenossin Rose (Juliet Ellis) gründet Angie in ihrer Küche eine private Arbeitsvermittlung - und das mitten in einem heruntergekommenen Viertel, das in erster Linie von Gangs behaust wird, aber eben auch von Einwanderern aus Osteuropa auf der Suche nach Jobs.

Es gibt genügend Bewerber, die einen Job brauchen (Foto: Neue Visionen) Großansicht

Es gibt genügend Bewerber, die einen Job brauchen (Foto: Neue Visionen)

Aus dem Leben gegriffen

Sein historisches Bürgerkriegsdrama "The Wind That Shakes the Barley" bescherte ihm in Cannes eine Goldene Palme - nun kehrt der alte Kämpfer Ken Loach in die Jetztzeit zurück. Einmal mehr nach einem Drehbuch von Paul Laverty erzählt er eine wie aus dem Leben gegriffene Geschichte über einfache Menschen, die sich von einer zunehmend feindseligen, globalisierten Welt nicht unterkriegen lassen wollen.

It's a Free World

Eine junge Frau scheitert beim Versuch eines eigenen Weges zwischen Individualismus, persönlichem Unternehmergeist und Raubtierkapitalismus.

Ken Loach kämpft in seinen Filmen für eine gerechte Welt, legt die Finger auf die Wunde. "It's a Free World", so der ironische Titel seines neuen, traditionsgemäß mit Drehbuchautor Paul Laverty ausgeheckten Dramas, passt zur aktuellen Krise, in der sonst so lautstarke Vertreter eines Raubtierkapitalismus kleinlaut beim Staat die Hand aufhalten. Es geht hier nicht um die Großen, die mit ihrer Gier nach Geld das System an den Rand des Absturzes bringen, sondern um die kleinen Fische, die einen Krümel vom Erfolgskuchen aus der liberalen Wirtschaftswelt abkriegen möchten und gnadenlos untergehen.

Angie, von Natur aus Individualistin, glaubt an Unternehmergeist. Als sie ihren Job in einer Personalvermittlung verliert, macht sie sich mit einer Freundin selbständig und vermittelt billigen legalen und illegalen Einwanderern Arbeit für einen Tag. Das Geschäft läuft gut, sogar der Gefühlshaushalt ist durch die Liebe zu einem jungen Polen im Plus. Doch dann löst sich eines der Leih-Unternehmen in Luft auf und die taffe Frau muss ihren erbosten Schützlingen Rede und Antwort stehen und sich entscheiden zwischen Moral oder Moneten. Aber sie will nicht mehr zu den Losern gehören und begibt sich auf das dünne Eis der Gesetzlosigkeit, riskiert das eigene Leben und das ihres Kindes, wenn sie zwischen die Fronten von Wirtschaftsbossen, Menschenhändlern und empörten, um ihren Lohn gebrachten Arbeitslosen und Asylbewerbern gerät. Ihre Rechnung, in die eigene Tasche zu wirtschaften, geht nicht auf.

Loach wirft einen Blick in die Grauzone der Gesellschaft mit ihren sozialen Verwerfungen, verkneift sich dabei Schuldzuweisungen. Seine blonde Protagonistin ist eigentlich sympathisch, wenn sie in Ledermontur auf dem Motorrad herumkurvt und - anfänglich selbst unschuldiges Opfer der Umstände - zur rücksichtslosen, zerrissenen Täterin wird. Loach setzt Globalisierung und Migration, die Veränderungen der Arbeits- und Industriekultur und ihren Einfluss bis in den persönlichsten Bereich zueinander in Beziehung, macht die Verknüpfung von privat, wirtschaftlich und politisch in einer freien Welt transparent, die Darwins Grundsatz vom "survival of the fittest", dem Überleben des Stärksten, propagiert und damit Werte wie Solidarität oder Verantwortung im realitätsfernen Idealismus verortet. Die erschreckend rigorose Kapitalismuskritik spielt gleichzeitig mit Thriller-Elementen, unterhält bestens mit Spannung und Gefühl. mk.

Darsteller:  Kierston Wareing   als Angie
  Juliet Ellis   als Rose
  Leslaw Zurek   als Karol
  Joe Siffleet   als Jamie
  Colin Coughlin   als Geoff
  Maggie Hussey   als Cathy
  Raymond Mearns   als Andy
  Serge Soric   als Toni
  Frank Gilhooley   als Derek
  David Doyle   als Tony
 
Regie:  Ken Loach  
Buch:  Paul Laverty  
Musik:  George Fenton  
Kamera:  Nigel Willoughby  
Produzent:  Rebecca O'Brien  
 

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