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James Bond 007 - Ein Quantum Trost

Zweites Bond-Abenteuer mit Daniel Craig, der sich für den Mord an Vesper rächen will und in den Reihen der Organisation Quantum nach dem Verantwortlichen sucht.


James Bond 007 - Ein Quantum Trost

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Erhältlich seit:
27.03.2009

Originaltitel: Quantum of Solace

Action/ Thriller

Großbritannien 2008
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12

Daniel Craig
Olga Kurylenko
Mathieu Amalric

Regie: Marc Forster
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Was "Casino Royale" versprach, hält die Fortsetzung: Dank Top-Regie und -Drehbuch läuft James Bond zu nie dagewesener Hochform auf.

Mit gestähltem Body stürzt sich James Bond ins nächste Abenteuer (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Mit gestähltem Body stürzt sich James Bond ins nächste Abenteuer (Foto: Sony Pictures)

James Bond ist unverwüstlich - das gilt sowohl für die Person wie auch die Marke. Als 1962 ein wenig bekannter schottischer Darsteller in "Dr. No" über den Strand von Jamaika stapfte, ahnte kaum jemand, dass daraus die langlebigste Kinoserie aller Zeiten werden sollte.

Wenn jetzt in "Ein Quantum Trost" Englands Filmikone zum 22. Mal über den Erdball jagt, dann werden die Gründe für die schier endlose Haltbarkeit erneut offensichtlich: 007 ist ein Chamäleon. In der experimentierfreudigen Post-68er-Ära hatte er sich in den Ironiker Roger Moore verwandelt. In den 90ern wurde daraus der abgebrühte Dandy Pierce Brosnan. Und es war das große Verdienst der Produzenten und Halbgeschwister Michael G. Wilson und Barbara Broccoli, mitsamt dem neuen Bond-Gesicht Daniel Craig das gesamte Konzept der Serie zu revolutionieren.

Die Agenten Bond und Fields (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Die Agenten Bond und Fields (Foto: Sony Pictures)

Neues, revolutionäres Konzept

Der neue Realismus der Kriegs- und Terrorzeiten, der mit der "Bourne"-Serie einen radikal anderen Agententhriller geboren hatte, fand auch in "Casino Royale" seinen Niederschlag. Gleichzeitig bleiben aber die Schlüsselreize der Bond-Abenteuer erhalten: exotische Schauplätze, verblüffende Stuntsequenzen, mondäne Eleganz mit einem Schuss Erotik.

Das gelang mit "Casino Royale" auch deshalb, weil die Produzenten beim Drehbuch eine mutige Entscheidung trafen. Oscarpreisträger Paul Haggis ("L.A. Crash") übernahm es, die Charaktere stärker zu differenzieren und ihre Dialoge auszufeilen. Das Resultat war der vielleicht psychologisch fundierteste Bond-Film des gesamten Katalogs. Als Bonds Geliebte Vesper Lynd am Ende des Films im Canale Grande versank, wurde daraus ein regelrecht traumatisches Erlebnis.

Dominic Greene hat Vesper Lynd auf dem Gewissen (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Dominic Greene hat Vesper Lynd auf dem Gewissen (Foto: Sony Pictures)

Agent in Trauer

In "Ein Quantum Trost" ist 007 noch ganz damit beschäftigt, diese Erfahrung aufzuarbeiten, womit der Film zur ersten Fortsetzung innerhalb der Serie gerät. Freilich - ein Geheimagent betreibt seine Trauerarbeit nicht auf der Couch des Therapeuten, sondern bei der Jagd nach internationalen Verbrechern. Bond macht die Drahtzieher ausfindig, die seine Geliebte zum Verrat gezwungen hatten, und stößt dabei auf eine internationale Organisation um den Geschäftsmann Dominic Greene (Mathieu Amalric).

Der versucht - hinter der Fassade des Öko-Unternehmers - die Ölreserven Boliviens unter seine Kontrolle zu bringen. Doch dabei kommt ihm nicht nur der unkaputtbare Mann vom MI6 in die Quere, sondern auch die ebenso schöne wie rachedurstige Einheimische Camille (Olga Kurylenko).

Camille zeigt Bond, wo's lang geht (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Camille zeigt Bond, wo's lang geht (Foto: Sony Pictures)

Konsequent fortgesetzt

Die Bond-Macher setzen die Strategie des letzten Films konsequent fort. Paul Haggis war wiederum am Drehbuch beteiligt, und mit Marc Forster wurde ein Regisseur verpflichtet, der mit Oscarprämierten Charakterdramen wie "Monster's Ball" oder "Wenn Träume fliegen lernen" aufgefallen war.

Gleichzeitig stieg der physische Aufwand. Verfolgungsjagden zu Land und zu Wasser, im Film nie gezeigte Schauplätze wie die Wüste von Chile sorgten angeblich für ein Budget von 230 Millionen Dollar - was "Ein Quantum Trost" zu einem der teuersten Filme aller Zeiten macht. Das lässt nur einen Schluss zu: Bond Nr. 22 ist ein neuer Höhepunkt der ganzen Serie. Und sein Held unsterblich.

James Bond 007 - Ein Quantum Trost

Das Tempo ist hektisch, der Ton rücksichtslos und Bond eine Bank in Auftrag Nr. 22, der Kurs und Story von "Casino Royale" fortsetzt.

Die Welt hat nicht genug, womit nur zwei Jahre nach Bonds Neuausrichtung auf den Spuren von Bourne das nächste Kapitel aufgeschlagen wird. Genrenewcomer Marc Forster ("Drachenläufer") inszeniert einen kleinen, schmutzigen Amoklauf im Rahmen eines Big-Budget-Events, will die Erwartungen an Spektakel erfüllen, ohne die psychologischen Bezugssysteme seiner Hauptfiguren zu opfern. Verrat und Vertrauen - darum kreist der Plot, der unmittelbar an den Vorgänger anschließt. Vertrauen ans Gedächtnis ist jedenfalls vorhanden, denn wie Bourne erzählt Bond fortlaufend, ohne Vergangenes zu rekapitulieren. So wird man hineingeworfen in eine im Stakkatorythmus geschnittene Verfolgungsjagd am Gardasee, an deren Ende Bond den im Epilog von "Casino Royale" verwundeten Mr. White bei Chefin M. abliefert. Nach der Creditsequenz, in der die Wüste lebt, wenn sich Frauenkörper aus dem Sand schälen, wird das Verhör Mr. Whites von einem Killer gestört. Ihn jagt Bond über die Dächer von Siena wie Bourne seine Beute in Tanger. Leitmotiv ist Rache für den Tod seiner Geliebten Vesper Lynd - und die Enttarnung der mysteriösen Organisation Quantum, deren Netzwerk auch den britischen Geheimdienst infiltriert hat. "Wir haben alle Zeit dieser Welt" betrauerte Ex-Bond George Lazenby noch seine ermordete Frau ("Im Geheimdienst Ihrer Majestät"). Reflexiv aber darf der Epigone nicht sein, hetzt in 106 Minuten von Haiti nach Österreich, Italien und Bolivien. Hier will Quantum mit Wüste und Wasser ein Vermögen machen. Schlüsselfigur dabei ist Dominic Greene (Mathieu Almaric), ein skrupelloser Drahtzieher, der als Kollateralschaden seiner Geschäfte Diktatoren installiert. Über ihn führt der Weg zu Vespers Mörder, aber auch zu dem Mann, den die schöne Camille (Olga Kurylenko) für ihr persönliches Trauma richten will. Camille ist eher Seelenverwandte als Bondgirl, soll Bond auf seinem kalten Kollisionskurs emotional erden. Kurylenkos größtes Kapital, zuletzt in "Hitman" ausgestellt, bleibt unangetastet, weil der Film neben Gadgets, Glamour und anderen Bond-Standards auch Erotik fast ausblendet. Action dagegen gibt es satt: knackig kurze Nahkämpfe, aber auch ausgedehnte Wasser-, Land- und Luftduelle. Nicht immer der neuen realistischeren Orientierung verpflichtet, nicht immer soghaft packend, weil Schnitt und Inszenierung Überblick und damit Intensität reduzieren. Verlässliche Konstante aber ist Daniel Craigs Bond, die stärkste Waffe des Films: animalisch, smart und meisterlich lakonisch. "Sie sind erschreckend effizient", resümiert Camille über Bond, der in der kürzesten Laufzeit seiner Karriere den Dreck von der Straße räumt. "Ein Quantum Trost": In zwei Jahren liegt er wieder da, dann wird Bond im Kampf gegen Quantum wieder kehren. kob.

Darsteller:  Daniel Craig   als James Bond
  Olga Kurylenko   als Camille
  Mathieu Amalric   als Dominic Greene
  Dame Judi Dench   als M
  Giancarlo Giannini   als Mathis
  Gemma Arterton   als Agentin Fields
  Jeffrey Wright   als Felix Leiter
  David Harbour   als Gregg Beam
  Jesper Christensen   als Mr. White
  Anatole Taubman   als Elvis
  Rory Kinnear   als Bill Tanner
  Tim Pigott-Smith   als Außenminister
  Joaquín Cosio   als General Medrano
  Fernando Guillén Cuervo   als Polizei Kolonel
  Simon Kassianides   als Yusef
  Stana Katic   als Corinne
 
Regie:  Marc Forster  
Buch:  Robert Wade  
  Paul Haggis  
  Neal Purvis  
Musik:  David Arnold  
Kamera:  Roberto Schaefer  
Produzent:  Barbara Broccoli  
  Michael G. Wilson  

Indische Beamte wollen "Bond"-Szene kappen

Geht es nach dem indischen Eisenbahnminister, dann kommt "Bond 23" nicht zum Zug ...

Daniel Craig alias James Bond darf in Indien nicht aufs Dach (Foto: Fox) Großansicht

Daniel Craig alias James Bond darf in Indien nicht aufs Dach (Foto: Fox)

Jetzt ist endlich raus, warum die Produktion von "Bond 23" in Indien seit Wochen auf dem Abstellgleis versauert und bislang vergeblich auf eine Drehgenehmigung wartet: Die Eisenbahner befürchten, Daniel Craig könnte mit seinem geplanten Zug-Stunt ihren Fahrgästen ein schlechtes Beispiel abgeben.

Während seiner 007-Mission soll Craig nämlich auf dem Dach eines fahrenden Zuges herumturnen. Nun befürchten die Behörden, dass die Szene das Schwarzfahren salonfähig machen und insgesamt ein negatives Licht auf die staatliche Eisenbahn werfen könnte.

Nun sprach sogar der indische Eisenbahnminister persönlich ein Machtwort: "Auf dem Zugdach mitzufahren ist in Indien illegal und niemand soll dazu ermuntert werden", sagt Dinesh Trivedi, "deshalb wird das auch nicht gezeigt werden. Dreharbeiten haben sicher zu sein und keinesfalls dürfen dabei die Passagiere belästigt werden!"

Das Titelgerücht für Bond 23: "James Bond 007: Carte Blanche"

Neu ist die Information, dass die Szene auf den Dächern eines vollbesetzten Passagierzuges gedreht werden soll. Bislang war von einem mit einer hochgiftigen Chemikalie gespickten Güterzug die Rede, wie es Autor Jeffrey Deaver in seinem jüngsten Bond-Roman beschreibt. Gerüchten zufolge soll "Bond 23" auch den Titel des Romans, "Carte Blanche", bekommen.

Die Macher um Regisseur Sam Mendes haben Probleme mit den indischen Behörden erwartet und längst einen Plan B entwickelt: Sollte Daniel Craig den Indern tatsächlich nicht aufs Dach steigen dürfen, liefert er den Stunt eben auf einer Trasse in Südafrika ab.

 

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