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Leihvideo
Erhältlich seit:
20.06.2007
Originaltitel: Jarhead
USA 2005
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 12
Jake Gyllenhaal
Peter Sarsgaard
Lucas Black
Regie: Sam Mendes
Universal Pictures Germany

Ein Kriegsfilm auf der Suche nach einem Krieg: "American Beauty"- und "Road to Perdition"-Regisseur Sam Mendes nahm in seiner dritten Regiearbeit ein ambivalentes Drama in Angriff, in dem der hervorragende Jake Gyllenhaal als Marine im ersten Golfkrieg an die Leinwandfront geschickt wird. Er beklagt sich gegen Ende des Films, im Krieg "keine Action gesehen zu haben" - ein ähnlich nagend unerfülltes Gefühl könnte trotz hypnotischer Szenen das Fazit eines so manches Zuschauers sein.
Das Drehbuch von William Broyles basiert auf den Militärmemoiren von Anthony Swofford, in dem nach klassischer Struktur der Werdegang des Protagonisten vom naiven Zivilisten zum desillusionierten Soldaten geschildert wird. Hauptdarsteller Gyllenhaal (emotional nuanciert wie im Kulthit "Donnie Darko") als Swoff fungiert auch als Erzähler des Films, der mit seinen lakonischen Kommentaren die zunehmend absurden Situationen in ein persönlich-authentisches Licht rückt. Er bewirbt sich 1989 beim Marine Corps, um die Familientradition fort zu führen und weil ihm nichts Besseres eingefallen ist. Die Sequenzen im Ausbildungslager inklusive systematischer Misshandlung und einem unerträglichen Drillsergeanten erinnern gezielt an Stanley Kubricks "Full Metal Jacket": "Jarhead" (ein Ausdruck, den Marines für sich selbst benutzen: ein leeres Gefäß, das nach Belieben gefüllt werden kann) ist ein Kriegsfilm, in dem es in erster Linie über Kriegserfahrungen aus zweiter Hand geht. Nach der Grundausbildung zum Scharfschützen wird Swoffs Trupp unter der Führung von Staff-Sergeant Sykes (Jamie Foxx als Vollblutmilitarist) in den Nahen Osten geschickt, wo er kuwaitische Ölfelder schützen soll. Ab diesem Zeitpunkt sind die gespenstischen Bilder des Kamera-Virtuosen Roger Deakins wie von zuviel Wüstensonne ausgeblichen-ausgedörrt. Auch die Handlung ähnelt über längere Strecken einem Treck durch die Wüste, da nun ausführlich die monatelange Routine der Soldaten vor dem eigentlichen Krieg, der niemals kommt, dargelegt wird. Ihr Zusammenleben in klaustrophobischen Zeltbaracken verbringen sie mit machohaften Rumalbern, Diskussionen über untreue Freundinnen und Frauen, Footballspielen in der Wüste, Masturbation und viel untätigem Rumsitzen. Die Langeweile führt zu Frustration und Aggression, die sich erstmals entlädt, als sich die Marines bei einer "Apocalypse Now"-Vorführung freudig-ekstatisch in Kriegsstimmung versetzen. Doch ihre enthusiastische Blutlust bekommt einen Dämpfer, als sie erkennen müssen, dass die Infanterie durch den Einsatz der präzisionsgenau Bomben werfenden Luftwaffe weitgehend überflüssig gemacht worden ist. So sind sie in die Rolle passiver Zuschauer gedrängt, die die Destruktion nur anhand ausgebrannter Fahrzeuge und verkohlter Leichen observieren, jedoch selbst nicht an der Action teilnehmen dürfen. Die faszinierendsten Aufnahmen (jetzt visuell voll glühender Lebendigkeit) verfügen über einen surrealen Anstrich und bestehen aus den brennenden Ölfeldern, dem Erscheinen eines ölbesudelten Hengstes und der kathartischen Party zum Kriegsende. Sarkastisch von den wummernden Klängen von Public Enemys "Fight The Power" unterlegt, tanzen die metaphorisch bislang impotenten Soldaten einen primitiven Freudentanz um ein Feuer und entladen all ihren psychologischen Druck, indem sie orgiastisch ihre Maschinengewehre in die Luft feuern. Ein immer interessanter, bisweilen messerscharfer Zeitkommentar aus persönlicher Perspektive, der sich in Bild und Ton vor den Giganten des Genres verneigt, dabei aber auch ganz anders ist. Nicht von ungefähr sagt der Protagonist in der abschließenden Szene des Films: "Jeder Krieg ist anders. Und jeder Krieg ist gleich." ara.
| Darsteller: | Jake Gyllenhaal | als Anthony Swofford | |
|---|---|---|---|
| Peter Sarsgaard | als Allen Troy | ||
| Lucas Black | als Chris Kruger | ||
| Jamie Foxx | als Staff Sergeant Sykes | ||
| Chris Cooper | als Lieutenant Colonel Kazinski | ||
| Scott MacDonald | als D.I. Fitch | ||
| Tyler Sedustine | als Harris | ||
| Jacob Vargas | als Cortez | ||
| Laz Alonso | als Escobar | ||
| Iván Fenyö | als Pinko | ||
| Brian Geraghty | als Fergus | ||
| Jocko Sims | als Julius | ||
| Brianne Davis | als Kristina | ||
| Dennis Haysbert | als Major Lincoln | ||
| Evan Jones | als Fowler | ||
| Peter Gail | als Doc John | ||
| Kareem Grimes | |||
| Jamie Martz | als Foster | ||
| Sam Rockwell | |||
| Rini Bell | als Rini | ||
| Regie: | Sam Mendes | ||
| Buch: | William Broyles jr. | ||
| Musik: | Thomas Newman | ||
| Kamera: | Roger Deakins | ||
| Produzent: | Douglas Wick | ||
| Lucy Fisher | |||
Jarhead - Willkommen im Dreck in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1 Plus, Englisch DD 5.1 Plus, Französisch DD 5.1 Plus, Spanisch DD 5.1 Plus, Italienisch DD 5.1 Plus
Tonformat: Dolby Digital Plus
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Dänisch, Finnisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch
Bildformat: 1:2,35
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