
Stimmige Kleineleutegeschichte, die im Zeitraum einer Woche um die Träume, Probleme und Wünsche einer allein stehenden jungen Mutter, ihres Sohnes und einiger Personen aus ihrem Umfeld kreist.
Die 25-jährige Jeannette Bauch lebt mit ihrem siebenjährigen Sohn Louis als Tischlerin in Jena und glaubt, um ihr junges Leben betrogen worden zu sein. So wie sie überstürzt eine Geburtstagsparty für Louis mit den Fußballamateuren organisiert, bei der er sich das Bein bricht, stürzt sie sich in eine Affäre mit Philipp, der mit Frau und Tochter in die Nachbarwohnung gezogen ist. Sie vernachlässigt Louis, der sich auf der Silberhochzeit der Großeltern mit der Oma anfreundet und für einige Tage zu ihr geht. Jeannette beendet die Affäre mit Philipp und rettet Trainer Harry vor dem Selbstmord. Sie holt Louis von den Großeltern ab. Er will "allein zur Schule gehen".
Der Debütfilm von Marco Mittelstaedt fängt das Milieu der Kleinbürger, die vom Nötigsten leben, ein und lässt den Verlierern ihre Würde. Genau registriert werden Spannungen in Jeannettes Familie, Louis' Isolation und sein wachsendes Selbstbewusstsein. Parallel wird Jeannettes Affäre mit Philipp als überhastetes Abenteuer geschildert, bei dem sich der Mann als Feigling herausstellt. Ihm kontrastiert ist Trainer Harry, der Arbeit sucht und beim Aufbau seiner Amateurmannschaft scheitert.
Der Titel bezieht sich zum Einen auf die Waldgebirge um Jena, die Jeannette als "Jena Paradies" erläutert, weil sie mal "gesetzloser Raum vor der Stadt" waren, und auf das Radio Jena Paradies, das den Tag mit Nachrichten einläutet. Vom Format ein Fernsehfilm, aber stimmungsvoll von Judith Kaufmann fotografiert und mit Whitney Houstons Song über kleine Träume untermalt. Für Freunde von Ossi-Stories. ger.