DVD Kaufvideo

Jenseits der Stille

Der vermutlich schönste deutsche Film des Jahres erzählt auf erfrischende Weise die Geschichte einer jungen Frau, die ihren eigenen Weg durchs Leben sucht und findet.


Jenseits der Stille

Kaufvideo

Erhältlich seit:
02.12.2011

Drama

Deutschland 1996
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 6

Tatjana Trieb
Sylvie Testud
Howie Seago

Regie: Caroline Link
Universum Film

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(4 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Jenseits der Stille

Lara lebt in zwei Welten: in der ihrer taubstummen Eltern und in ihrer eigenen, in der Geräusche etwas ganz Normales sind. Schon als Kind unterhält sie sich mit ihren Eltern in der Gebärdensprache. Doch dann entdeckt Lara als Teenager ihr Interesse für die Musik und beginnt, Klarinette zu spielen. Ihr Vater Martin interpretiert dies als Affront gegen seine Taubheit und distanziert sich immer mehr von seiner Tochter. Erst durch den überraschenden Tod seiner Frau findet er allmählich Verständnis für Lara - doch der Zwist hat schon zu lange gedauert...

Ohne Behinderte je durch kitschige Sentimentalität zu denunzieren, zeigt die Regiedebütantin Caroline Link in einer gekonnt sensiblen und oft sogar poetischen Manier Bilder einer faszinierenden Welt. Dabei dient ihr die Stille nur als eines von vielen Motiven, um die eigentliche Geschichte zu erzählen: ein Mädchen, auf dem schwierigen Weg vom Kind zur Frau. Unterstützt durch ein erstklassiges Schauspieler-Ensemble gehört dieser sowohl thematisch als auch stilistisch ungewöhnliche deutsche Film nach seinem großen Erfolg im Kino unzweifelhaft zu den modernen Klassikern der Leinwand.

Jenseits der Stille

Wer filmisch in neue Welten eintauchen will, muß nicht zu Science-fiction- oder Abenteuerware greifen. "Jenseits der Stille", das beeindruckende und über fast die gesamte Distanz zutiefst bewegende Regiedebüt von Caroline Link, findet jene faszinierende Fremde direkt vor der Haustür: Ohne jede Spur von Aufdringlichkeit oder Effekthascherei siedelte sie ihre spannende Geschichte einer jungen Frau, die ihren eigenen Weg durchs Leben finden muß, in einem lautlosen Universum an der Welt der Tauben.

Caroline Links größte Leistung dabei ist nicht, daß sie die tödlichen Klippen des mitleidsheischenden Behinderten-Melodrams wie selbstverständlich souverän umschifft und nicht einmal im Ansatz streift. Ihr gelingt das erstaunliche Kunststück, das für die Mehrzahl der Kinogänger wohl eher abstrakte Handicap der Taubheit mit einer ganzen Reihe ansatzweise gar poetischer Szenen greifbar, verständlich zu machen, mehr noch: es wie eine weitere handelnde Person so in die Handlung zu integrieren, daß man am Ende des Films ebenso am Leben in Gehörlosigkeit interessiert ist wie am Schicksal der reizvollen Figuren, mit der die Regisseurin ihre Geschichte bevölkert. Und wenn man nach knapp 100 Minuten selbst als Laie schon glaubt, Grundzüge der Gebärdensprache verstehen zu können, dann stellt sich ein wenig der Effekt von "Nell" ein: Sprache als Krimi, als zusätzliches Spannungs-Element. Aber bei allem Know-how, das offensichtlich nötig war, um die Gehörlosenwelt so genau und einfühlsam zu skizzieren, weiß Caroline Link doch sehr genau, daß die Taubheit nur ein - extrem reizvolles - Element sein kann, aber nicht die eigentliche Story.

"Jenseits der Stille" erzählt von Laura, die selbst hören kann, aber mit gehörlosen Eltern aufwächst. Viel Zeit verwendet die Regisseurin darauf die Figuren einzuführen und die komplexen Verhältnisse der einzelnen Personen miteinander zu etablieren. Denn wie ihre Eltern ist auch Laura eine Außenseiterin, die von ihren Mitschülern gemieden wird. Schon als kleines Kind ist sie deswegen so interessant, weil sie wohl aus der Stille ausbrechen will, sich unter Tauben aber stets wohler zu fühlen scheint als bei den Hörenden, die ihr immer ein wenig fremd bleiben. Ein spannendes Dilemma, das forciert wird, als Laura ihre Liebe zum Klarinettenspiel entdeckt und damit auf Unverständnis bei ihrem Vater stößt. Damit beginnt für Laura ein jahrelanger Abnabelungs- und Selbstfindungsprozeß, dessen zaghafter Entwicklung der Film durch Höhen und Tiefen, Tragödien und Triumphe mit bisweilen entwaffnend emotionalen Szenen folgt: Wenn Laura bei einem Erkundungsgang durch Berlin einem vermeintlich Gehörlosen folgt und schließlich mittels Gebärdensprache Kontakt zu ihm aufnimmt, dann könnte der Gänsehaut-Faktor kaum höher sein.

Daß "Jenseits der Stille" nichts mit den allwöchentlichen Krankheits-TV-Movie-Dramen zu tun hat, sondern ein großes Kino-Melodram im allerbesten Sinne ist, beweist auch der unbedingte Wille der Regisseurin zu einer starken Bildsprache, mit der sie kommentiert, betont und - durchaus nicht üblich im deutschen Film - erzählt. Ein überaus gelungenes Debüt also, bei dem ein besonderes Kompliment den durchweg brillant agierenden Schauspielern gebührt. Insbesondere die tatsächlich tauben Theaterschauspieler Howie Seago und Emmanuelle Laborit begeistern: In ihrer Zeichensprache liegt mehr Ausdruck als bei vielen Filmen im gesprochenen Wort. ts.

Jenseits der Stille

Was für ein Geräusch macht die Sonne, wenn sie aufgeht? Wie klingt der Schnee, wenn er auf die Wiese fällt? Das Erraten von Geräuschen ist das Lieblingsspiel von Lara und ihrem gehörlosen Vater. In ihrer Familie ist Lara die Einzige, die hören und sprechen kann. Von klein auf unterhält sie sich mit ihren Eltern in der Gebärdensprache und hilft ihnen als Übersetzerin in allen Lebenslagen. Doch als Teenager entdeckt Lara ihr Interesse für die Musik und beginnt, Klarinette zu spielen. Ihr Vater interpretiert dies als persönlichen Affront und distanziert sich immer mehr von seiner Tochter. Erst durch einen Schicksalsschlag findet er allmählich Verständnis für Lara ...

Quelle: Universum Film

Audiokommentar
Hinter den Kulissen
Interviews mit Stars und Crew

Quelle: Universum Film

Darsteller:  Tatjana Trieb   als Lara als Kind
  Sylvie Testud   als Lara
  Howie Seago   als Martin
  Emmanuelle Laborit   als Kal
  Sibylle Canonica   als Clarissa
  Selestina Stannisavijevic  
  Matthias Habich  
  Hansa Czypionka  
  Horst Sachtleben  
  Doris Schade  
 
Regie:  Caroline Link  
Buch:  Caroline Link  
  Beth Serlin  
Musik:  Niki Reiser  
Kamera:  Gernot Roll  
Produzent:  Jakob Claussen  
  Thomas Wöbke  
  Luggi Waldleitner  
 

Jenseits der Stille in der Fotoshow

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Matthias Habich

Vom Fernsehstar zum Charakterdarsteller, der als grüblerischer Pianist, eiskalter Soldat, zärtlicher Liebhaber, gleichgültiger Ehemann,...

 

Star

Hansa Czypionka

Deutscher Schauspieler. Seine enorme Wandlungsfähigkeit und Vielseitigkeit kam unzähligen Fernsehfilmen und Serien zu Gute, wo der...