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Jim Carroll - In den Straßen von New York

Verfilmung des Jim Carroll-Kultbuches "The Basketball Diaries" über den Abstieg eines jungen Wilden, deren Drehbuchschwäche vom glänzend spielenden Leonardo DiCaprio ausgeglichen wird.


Jim Carroll - In den Straßen von New York

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Erhältlich seit:
01.02.2001

Originaltitel: The Basketball Diaries

Drama

USA 1995
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 12

Leonardo DiCaprio
Bruno Kirby
Lorraine Bracco

Regie: Scott Kalvert
Cine Plus Entertainment

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Jim Carroll und seine Freunde sind eine verschworene Clique, die ihre Jugend in vollen Zügen genießt. Als umjubelte Stars eines aufstrebenden New Yorker High School Basketball-Teams treten sie auch außerhalb des Courts selbstbewußt auf. Ihr unstillbarer Lebenshunger treibt sie dazu, immer extremere Erfahrungen zu suchen. Zuerst im Sex, dann bei leichten Drogen und schließlich bei Heroin. Bald wird die Sucht unkontrollierbar und Jim Carroll landet als Junkie in der Gosse, wo er in einen Mord verwickelt wird.

Vor knapp 20 Jahren sorgten die autobiographischen Aufzeichnungen Jim Carrolls für große Aufregung in der literarischen Welt. Videoclip-Spezialist Scott Kalvert, der hier seinen ersten Spielfilm vorlegt, hat ein beeindruckendes Porträt über einen jungen Wilden gedreht, das in den besten Momenten die atemberaubende Intensität von "Drugstore Cowboy" erreicht. In der Hauptrolle brilliert Leonardo Di Caprio ("Schneller als der Tod"). Ein perfektes Drama, das die jüngere Zuschauergruppe anziehen wird.

1978 sorgte Jim Carroll mit der Veröffentlichung der poetischen Tagebücher über seine Jugend in den sechziger Jahren auf den Straßen von New York für eine literarische Sensation. Mit schonungsloser Offenheit und in ihrer Naivität bewegender Underground-Prosa beschrieb Carroll darin seinen unaufhaltsamen Abstieg vom New Yorker Basketball-Talent zum bemitleidenswerten Drogenwrack. Die filmische Adaption lädt ein zum Besuch der dunklen Ecken jener Straßen, die man aus den persönlichsten Arbeiten von Martin Scorsese kennt. In den Händen von Videoclip-Spezialist Scott Kalvert geraten die mean streets allerdings ein ums andere Mal eine Spur zu antiseptisch, um Carrolls Höllenritt adäquat auf Zelluloid zu bannen. Überhaupt hat der Spielfilmdebütant mit einigen Problemen zu kämpfen. Das liegt zum einen in der episodenhaften Struktur der Vorlage begründet, die nur mit Mühe in eine stringente, dramatische Handlungsform zu bringen ist. Zum anderen stellt sich der Regisseur mit der Entscheidung, die Geschichte in die hektischen Neunziger zu verlegen, selbst ein Bein und raubt seiner eigentlich packenden Story damit die Durchschlagskraft. Über jeden Zweifel erhaben ist dagegen die schauspielerische Tour de Force, die der 20jährige Leonardo DiCaprio mit seinem Tanz auf dem Vulkan hinlegt. Immer, wenn Regisseur Kalvert die Bilder fehlen, um die Emotion der Geschichte transparent zu machen, springt der beste junge US-Schauspieler unserer Zeit in die Bresche. Verletzlichkeit und Fragilität stehen ihm im Gesicht geschrieben wie niemandem sonst und machen seinen Abstieg in die Halbwelt New Yorks besonders schmerzhaft, zumal die kühl aus dem Off vorgetragenen Gedichte Carrolls ihn dabei begleiten und für Authentizität sorgen. Von den Schicksalen um sich herum (sein bester Freund stirbt an Leukämie) und der eigenen Sucht zerrüttet, ringt er einem gefallenen Engel gleich um seine verlorene Unschuld. Wenn er in der erschütterndsten Szene des Films bei seiner Mutter um das nötige Kleingeld für den nächsten Schuß fleht, dann wird man als Zuschauer frontal getroffen. Unterstützt von einer Gruppe überzeugender Jungdarsteller (Teenie-Idol Mark Wahlberg ist eine echte Entdeckung!) verleiht DiCaprio den "Basketball Diaries" Flügel, wo sie abzustürzen drohen. Und wenn er in einer bemerkenswerten Szene auf den echten Jim Carroll trifft, dann erreicht dieser Bilderbogen über den menschlichen Willen zum Überleben sogar die Qualität eines Meisterwerks wie "Drugstore Cowboy". ts.

Darsteller:  Leonardo DiCaprio  
  Bruno Kirby  
  Lorraine Bracco  
  Ernie Hudson  
  Patrick McGaw  
  James Madio  
  Mark Wahlberg  
  Barton Heyman  
  Juliette Lewis  
  Michael Rapaport  
 
Regie:  Scott Kalvert  
Buch:  Brian Goluboff  
Musik:  Graeme Revell  
Kamera:  David Phillips  
Produzent:  Liz Heller  
  John Bard Manulis  
 

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