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Johanna von Orleans

Die unsterbliche Geschichte Jeanne d'Arcs vom Meister des rauschhaften Kinos, Luc Besson.


Johanna von Orleans

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Erhältlich seit:
04.12.2008

Originaltitel: The Messenger: The Story of Joan of Arc

Historienfilm

Frankreich/USA 1999
Laufzeit: 158 Min.
FSK: ab 16

Milla Jovovich
John Malkovich
Faye Dunaway

Regie: Luc Besson
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Johanna von Orleans

Im Frankreich des 15. Jahrhunderts erhält das junge Bauernmädchen Johanna mittels göttlicher Stimmen die Botschaft, dass es Frankreich, das sich im Hundertjährigen Krieg befindet, endlich aus der Umklammerung der englischen Invasoren befreien soll. Tatsächlich führt Johanna als Heerführerin ihre Armee in der blutigen Schlacht von Orleans zum glorreichen Sieg über die Briten. Doch schließlich wird sie das Opfer von Egozentrik, Intrigen und hoher Politik, als Ketzerin verurteilt und am 30. Mai 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Nach seinem internationalen Box-Office-Hit "Das fünfte Element" setzt sich Frankreichs "amerikanischster" Regisseur, Luc Besson, nun mit dem bedeutendsten aller gallischen Nationalhelden auseinander. In seiner Variante vom Aufstieg und Fall der heiligen Jungfrau nähert sich Besson seinem Stoff jedoch nicht auf intellektueller Ebene, sondern präsentiert auf höchstem technischen Niveau ein ebenso monumentales wie bildgewaltiges Schlachtengemälde. Die von Titelheldin Milla Jovovich angeführte Starbesetzung des Historienepos bietet auch noch John Malkovich, Dustin Hoffman und Faye Dunaway.

Johanna von Orleans

Die Intellektuellen - ob im Wort wie Voltaire, Schiller, Brecht, oder im Bild wie Bresson oder Rivette - hatten ihr Forum. Jetzt ist das Volk am Zug. Mit einem populären Mainstreamepos löst Luc Besson Frankreichs Heiligtum aus der Umklammerung seriöser und akademischer Auseinandersetzung und wuchtet eine Historienoper auf die Leinwand, die einem großen Publikum vor allem über ihre Ästhetik und die Erfolgsgeschichte ihres Regisseurs als Ereigniskino vermittelt werden kann.

Den Kopf, das zeigen "Das fünfte Element", "Léon, der Profi" und im Grunde alle Besson-Filme, vertritt im Kino des Hitlieferanten in erster Linie das Auge, weshalb Anreize traditionell visueller, nicht intellektueller Natur waren. Nicht subtil oder tiefgründig, sondern spektakulär und damit zuschauerfreundlich ist somit auch sein Ansatz in der Verfilmung der Jeanne-d'Arc-Geschichte, die zuletzt 1994 in den Händen Jacques Rivettes eine asketische, meditative, in den historischen Fakten authentische und damit zwangsläufig kommerziell zum Scheitern verurteilte Umsetzung fand. Bessons Bühne ist nicht das Kammerspiel, sondern die Oper, wie schon seine Ouvertüre zeigt. Atemlos führt er uns in die dörfliche Idylle des Bauermädchens Jeanne ein, illustriert mit Kamerafahrten durch Blumen- und Weizenfelder die kindlich-kitschige Lebenssicht des Mädchens und beendet Märchen und Unschuld mit einem Mordzug der Besatzer, die Jeannes Schwester grausam vergewaltigen und töten. Die Vertreibung der Engländer vor dem Hintergrund des Hundertjährigen Kriegs gegen Frankreich bekommt damit neben dem erwarteten, ungreifbaren religiösen einen biografisch-emotionalen Impuls. Im Unterschied etwa zu Victor Flemings Technicoloropus "Johanna von Orleans" deutet Besson die Visionen Jeannes, die Stimme Gottes, seine vermutete (das Gesicht in den Wolken, der Wind) und materialisierte Präsenz (die Jesus-ähnliche Figur im Wald, das Schwert im Feld) weniger als Zeichen einer wunderbaren Macht, sondern eines biografisch begründbaren religiösen Wahns, den am Ende Dustin Hoffman als personifiziertes Gewissen der Heiligen zur Diskussion stellen darf. An der Reinheit der Motive und der Größe der Leistung von Frankreichs Nationalstolz ändern die Fragezeichen bezüglich der auslösenden Impulse allerdings nichts. Bessons Film ist somit dennoch Denkmalpflege, die visuell opulent (Kamera: Thierry Arbogast) vor allem in den monumentalen, das lange Mittelstück des Films bildenden Schlachtensequenzen mitreißt. Und in den Blöcken davor, die Jeannes Ankunft bei Hof (John Malkovich als mittelalterlich angemessen degenerierter und beeinflußbarer Dauphin) zeigen, und danach, die ihre Entmachtung, Gefangennahme und Anklage als Ketzerin illustrieren, eine Grundversorgung an Informationen liefert. Die Heuchelei in der Akzeptanz von Frauen in Männerrollen ist als thematischer Anreiz für Besson, der in seinen Filmen Frauen auch gerne in diese Rollen steckt, so offensichtlich wie stilistische und inhaltliche Parallelen zu "Braveheart". Aber die Leidenschaft und tragische Wucht der Gibson-Oper erreicht Besson nicht, der das Ende Jeannes überhastet inszeniert und uns im Unterschied zu "Braveheart" emotional alleine läßt, weil keiner ihrer früheren Freunde im Bild um sie zittern und trauern darf. Solche Versäumnisse fallen in Koalition mit atmosphärischen Störungen durch Humor und Sprache stärker ins Gewicht als die (wie einst schon Jean Seberg bei Otto Premingers "Die heilige Johanna") etwas zu Unrecht von Teilen der US-Presse attackierte Milla Jovovich ("Das fünfte Element"), die sich gegen den Ballast ihrer Model-Biographie und Bessons hysterische Interpretation Jeannes durchaus achtbar zur Wehr setzt. Ihre vor allem in den Ansprachen an die Massen eher Bronchitis als Passion vermittelte Stimme kann durch die Synchronisation korrigiert werden, damit nach dem zu erwartenden Heimspiel in Frankreich dieses Leinwandspektakel auch hierzulande ein Hit werden kann. Was angesichts von Bessons bisherigen Erfolgen möglich sein sollte. Auch ohne Wunder. kob.

Johanna von Orleans

Frankreich 1429. Ein 16-jähriges Bauernmädchen wird zur Schlüsselfigur im Hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England. Luc Besson (Das fünfte Element) inszenierte dieses prachtvolle und aufwändige Meisterwerk über eine der faszinierendsten Frauenfiguren der Weltgeschichte. Wie aus dem Nichts erscheint das Mädchen Johanna und erklärt vor den Augen der Mächtigen, dass sie - von Gott auserwählt - die größte Armee der Welt bezwingen und Frankreich befreien will. Noch im selben Jahr erreicht Johanna von Orleans die Krönung von Karl VII zum König. Doch weitergetrieben von ihren visonären Zielen, ist der Fall der Jungfrau von Orleans bereits vorgezeichnet ...

Kurzbewertung:
Ein epochales Meisterwerk, aufwändig und begeisternd. Mit Milla Jovovich (Das fünfte Element), John Malkovich (Gefährliche Liebschaften), Faye Dunaway (Die Thomas Crown Affäre), Dustin Hoffman (Hook, Rain Man), Tchéky Karyo (The Patriot) und Timothy West (Auf immer und ewig).

Quelle: Sony Pictures

Darsteller:  Milla Jovovich   als Johanna von Orleans
  John Malkovich   als Charles VII
  Faye Dunaway   als Yolande D'Aragon
  Dustin Hoffman   als Gewissen
  Pascal Greggory   als Herzog von Alençon
  Vincent Cassel   als Gilles de Rais
  Tchéky Karyo   als Dunois
  Richard Ridings   als La Hire
  Desmond Harrington   als Aulon
 
Regie:  Luc Besson  
Buch:  Andrew Birkin  
  Luc Besson  
Musik:  Eric Serra  
Kamera:  Thierry Arbogast  
Produzent:  Patrice Ledoux  
 

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Milla Jovovich wurde 1975 in Kiew geboren und verbrachte ihre Kindheit in der Ukraine. Sie siedelte mit ihrer Familie nach Los Angeles um,...

 

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