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John Q. - Verzweifelte Wut

Sozialmelodram, in dem ein verzweifelter Vater mit einer Geiselnahme im Krankenhaus die Herztransplantation für seinen Sohn erzwingt.


John Q. - Verzweifelte Wut

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Erhältlich seit:
12.12.2002

Originaltitel: John Q.

Drama

USA 2002
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 12

Denzel Washington
Robert Duvall
James Woods

Regie: Nick Cassavetes
Warner Home Video Germany

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Um das Leben seines Sohnes zu retten, greift Denzel Washington zur Waffe.

Ein Vater sieht rot!

Ein Vater sieht rot!

Schlechte Zeiten für John Quincy Archibald (Denzel Washington), seines Zeichens amerikanischer Stahlarbeiter in existenziellen Geldnöten. Gerade erst pfändete man das Familienauto, und jetzt setzt ihn der Boss auch noch auf Kurzarbeit. Wenigstens macht Sohn Mikey seinen Eltern Freude, insbesondere auf dem Baseballfeld schlägt der talentierte Dreikäsehoch Homerun um Homerun.

Umso größer ist Johns Entsetzen, als Junior eines Tages beim Sport zusammenbricht und mit akutem Herzversagen in der Notaufnahme landet. Dort eröffnet man dem Vater, dass nur eine Transplantation das Leben des Jungen retten kann, und die sei leider dermaßen kostspielig, dass Johns Betriebsversicherung nicht dafür aufkommen werde.

Von Gott, der Welt und den Sozialbehörden verlassen, sieht der besorgte Vater nur mehr eine Möglichkeit, das Leben seines Sohnes zu retten: Kurz entschlossen nimmt John Q. das Recht und eine Waffe in die eigenen Hände, kidnappt eine Krankenhausabteilung und löst eine spektakuläre Polizeiaktion aus.

Amerikas Gesundheitssystem, nicht eben für seine soziale Gerechtigkeit berühmt, steht schwer am Pranger, wenn Superstar Denzel Washington als aufgebrachter Bürger dem Eid des Hippokrates Nachdruck verleiht. Weitere Top-Stars sind in Nebenrollen zu entdecken, so bekriegen sich u.a. Robert Duvall und Ray Liotta als konkurrierende Polizeichefs, während drinnen James Woods als elitärer Chirurg unbezahlte Überstunden an der Unterschichtfront einlegt.

Allein schon die beeindruckenden Dokumentationen oder die nicht verwendeten Szenen im Bonus-Part sind es wert, sich Nick Cassavettes Topfilm zu Gemüte zu führen!

John Q. - Verzweifelte Wut

Für seine diabolisch gute Darstellung eines korrupten Undercoveragenten in dem Copthriller "Training Day" erhielt Denzel Washington jüngst seine vierte Oscar-Nominierung. In dem mit seinem sozialen Anliegen allzu offensichtlichen Melodram "John Q." übernimmt er nun wieder seinen patentierte Rollentypus des sympathischen Jedermanns. Unter der Regie von Nick Cassavetes ("Alles aus Liebe") spielt Washington einen rechtschaffenen Fabrikarbeiter, der sich gezwungen sieht, zu extremen Maßnahmen zu greifen, als die lebensnotwendige Herzverpflanzung seines kleinen Sohnes aus bürokratischen Gründen abgelehnt wird.

Das Drehbuch wurde bereits 1993 von James Kearns verfasst - genau in dem Jahr, als die Clinton-Regierung sich vehement für eine lange überfällige Krankenversicherungsreform einsetzte. Da in dieser Hinsicht bis zum heutigen Tage keine Verbesserungen eingeführt wurden und viele Amerikaner nach wie vor nur über unzureichende oder überhaupt keine Krankenversicherung verfügen, trifft das schwere Geschütze gegen das Gesundheitssystem auffahrende Sozialdrama offensichtlich auch jetzt noch einen Nerv im frustrierten Volk. Für Regisseur Cassavetes handelt es sich bei dem Thema zudem eine sehr persönliche Angelegenheit, da seine eigene Tochter unter einer schweren Herzkrankheit leidet. Seine geradlinige Inszenierung heftet sich ihr blutendes Herz für den kleinen Mann plakativ ans dramatische Revers und lässt die Darsteller in teils leicht surreal anmutenden Szenen die anzuprangernde Ungerechtigkeit des Systems diskutieren. Die Fronten werden in kontrastierender Schwarzweiß-Malerei klar abgesteckt: Auf der einen Seite steht die verzweifelte Titelfigur John Q. Archibald, der zunächst alles Menschenerdenkliche versucht, um die nötigen 250.000 Dollar für die Herzoperation seines zehnjährigen Sohnes Mitch auf legale Weise aufzubringen. Auf der anderen Seite des Sympathiespektrums befindet sich das herzlose Establishment in Gestalt einer knallhart profitorientierten Krankenhausleiterin (Anne Heche) und James Woods als unerbittlicher Kardiologe, die nur gegen Vorauskasse zu helfen bereit sind. In die Enge getrieben - nicht zuletzt durch die hysterische Hilflosigkeit seiner Frau - brennt Johns letzte Sicherung durch: Er nimmt alle Anwesenden in der Notaufnahme als Geiseln, um zu erzwingen, dass Mitch an die oberste Stelle der Organempfängerliste gesetzt wird. Ab diesem Zeitpunkt wird der Vergleich zum maßstabsetzenden Genreklassiker "Hundstage" (und Costa-Gavras' ähnlich didaktischer "Mad City") unvermeidlich. Dabei finden sich nicht nur inhaltliche Parallelen, wie das freundschaftliche Verhältnis zwischen Geiselnehmer und seinen Opfern, dem frenetischen Menschen- und Medienauflauf und einem verständnisvollen Detective (hier Robert Duvall). Auf technischer Ebene gingen die Filmemacher sogar noch einen Schritt weiter, indem sie Schnittleiterin Dede Allen verpflichteten, die bereits in selber Funktion für den Al-Pacino-Thriller von 1976 tätig war. Deshalb kann zwar nicht gerade mit der Komplexität und präzisen Psychologie des Vorbilds gleichgezogen werden, denn dafür ist die Gesellschaftsstudie zu vordergründig und moralfabulierend angelegt. Doch Hauptdarsteller Washington liefert eine weitere überzeugende schauspielerische Glanzleistung und hat zudem die Unterstützung einer großartigen Riege von Nebendarstellern, die das meiste aus ihren teils eindimensionalen Rollen herausholen. Der finale Akt um edle Selbstaufopferung gleitet dann in bloßes Pathos ab, unterstützt vom melodramatisch schmetternden Score, der durchweg unüberhörbar als emotionaler Wegweiser eingesetzt wird. Dem US-Publikum lag die politisch angehauchte David-gegen-Goliath-Story trotz aller Larmoyanz bislang sehr am Herzen. ara.

Darsteller:  Denzel Washington   als John Q. Archibald
  Robert Duvall   als Grimes
  James Woods   als Dr. Turner
  Anne Heche   als Rebecca Payne
  Ray Liotta   als Polizeichef Monroe
  Kimberly Elise   als Denise Archibald
  Eddie Griffin   als Lester
  Shawn Hatosy   als Mitch
  Daniel E. Smith   als Mike Archibald
  David Thornton   als Jimmy Palumbo
  Ethan Suplee   als Max
  Kevin Connolly   als Steve Maguire
  Paul Johansson   als Tuck Lampley
  Heather Wahlquist   als Julie
  Troy Beyer   als Miriam
  Obba Babatundé   als Sergeant Moody
  Troy Winbush   als Steve
  Laura Harring   als Gina Palumbo
  Larissa Laskin   als Dr. Klein
  Dina Waters   als Debby Utley
  Martha Chaves   als Rosa
  Keram Malicki-Sanchez   als Freddy
 
Regie:  Nick Cassavetes  
Buch:  James Kearns  
Musik:  Aaron Zigman  
Kamera:  Rogier Stoffers  
Produzent:  Mark Burg  
  Oren Koules  
 

John Q. - Verzweifelte Wut in der Fotoshow

 

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