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Kaufvideo
Erhältlich seit:
12.12.2002
Originaltitel: John Q.
USA 2002
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 12
Denzel Washington
Robert Duvall
James Woods
Regie: Nick Cassavetes
Warner Home Video Germany

Für seine diabolisch gute Darstellung eines korrupten Undercoveragenten in dem Copthriller "Training Day" erhielt Denzel Washington jüngst seine vierte Oscar-Nominierung. In dem mit seinem sozialen Anliegen allzu offensichtlichen Melodram "John Q." übernimmt er nun wieder seinen patentierte Rollentypus des sympathischen Jedermanns. Unter der Regie von Nick Cassavetes ("Alles aus Liebe") spielt Washington einen rechtschaffenen Fabrikarbeiter, der sich gezwungen sieht, zu extremen Maßnahmen zu greifen, als die lebensnotwendige Herzverpflanzung seines kleinen Sohnes aus bürokratischen Gründen abgelehnt wird.
Das Drehbuch wurde bereits 1993 von James Kearns verfasst - genau in dem Jahr, als die Clinton-Regierung sich vehement für eine lange überfällige Krankenversicherungsreform einsetzte. Da in dieser Hinsicht bis zum heutigen Tage keine Verbesserungen eingeführt wurden und viele Amerikaner nach wie vor nur über unzureichende oder überhaupt keine Krankenversicherung verfügen, trifft das schwere Geschütze gegen das Gesundheitssystem auffahrende Sozialdrama offensichtlich auch jetzt noch einen Nerv im frustrierten Volk. Für Regisseur Cassavetes handelt es sich bei dem Thema zudem eine sehr persönliche Angelegenheit, da seine eigene Tochter unter einer schweren Herzkrankheit leidet. Seine geradlinige Inszenierung heftet sich ihr blutendes Herz für den kleinen Mann plakativ ans dramatische Revers und lässt die Darsteller in teils leicht surreal anmutenden Szenen die anzuprangernde Ungerechtigkeit des Systems diskutieren. Die Fronten werden in kontrastierender Schwarzweiß-Malerei klar abgesteckt: Auf der einen Seite steht die verzweifelte Titelfigur John Q. Archibald, der zunächst alles Menschenerdenkliche versucht, um die nötigen 250.000 Dollar für die Herzoperation seines zehnjährigen Sohnes Mitch auf legale Weise aufzubringen. Auf der anderen Seite des Sympathiespektrums befindet sich das herzlose Establishment in Gestalt einer knallhart profitorientierten Krankenhausleiterin (Anne Heche) und James Woods als unerbittlicher Kardiologe, die nur gegen Vorauskasse zu helfen bereit sind. In die Enge getrieben - nicht zuletzt durch die hysterische Hilflosigkeit seiner Frau - brennt Johns letzte Sicherung durch: Er nimmt alle Anwesenden in der Notaufnahme als Geiseln, um zu erzwingen, dass Mitch an die oberste Stelle der Organempfängerliste gesetzt wird. Ab diesem Zeitpunkt wird der Vergleich zum maßstabsetzenden Genreklassiker "Hundstage" (und Costa-Gavras' ähnlich didaktischer "Mad City") unvermeidlich. Dabei finden sich nicht nur inhaltliche Parallelen, wie das freundschaftliche Verhältnis zwischen Geiselnehmer und seinen Opfern, dem frenetischen Menschen- und Medienauflauf und einem verständnisvollen Detective (hier Robert Duvall). Auf technischer Ebene gingen die Filmemacher sogar noch einen Schritt weiter, indem sie Schnittleiterin Dede Allen verpflichteten, die bereits in selber Funktion für den Al-Pacino-Thriller von 1976 tätig war. Deshalb kann zwar nicht gerade mit der Komplexität und präzisen Psychologie des Vorbilds gleichgezogen werden, denn dafür ist die Gesellschaftsstudie zu vordergründig und moralfabulierend angelegt. Doch Hauptdarsteller Washington liefert eine weitere überzeugende schauspielerische Glanzleistung und hat zudem die Unterstützung einer großartigen Riege von Nebendarstellern, die das meiste aus ihren teils eindimensionalen Rollen herausholen. Der finale Akt um edle Selbstaufopferung gleitet dann in bloßes Pathos ab, unterstützt vom melodramatisch schmetternden Score, der durchweg unüberhörbar als emotionaler Wegweiser eingesetzt wird. Dem US-Publikum lag die politisch angehauchte David-gegen-Goliath-Story trotz aller Larmoyanz bislang sehr am Herzen. ara.
| Darsteller: | Denzel Washington | als John Q. Archibald | |
|---|---|---|---|
| Robert Duvall | als Grimes | ||
| James Woods | als Dr. Turner | ||
| Anne Heche | als Rebecca Payne | ||
| Ray Liotta | als Polizeichef Monroe | ||
| Kimberly Elise | als Denise Archibald | ||
| Eddie Griffin | als Lester | ||
| Shawn Hatosy | als Mitch | ||
| Daniel E. Smith | als Mike Archibald | ||
| David Thornton | als Jimmy Palumbo | ||
| Ethan Suplee | als Max | ||
| Kevin Connolly | als Steve Maguire | ||
| Paul Johansson | als Tuck Lampley | ||
| Heather Wahlquist | als Julie | ||
| Troy Beyer | als Miriam | ||
| Obba Babatundé | als Sergeant Moody | ||
| Troy Winbush | als Steve | ||
| Laura Harring | als Gina Palumbo | ||
| Larissa Laskin | als Dr. Klein | ||
| Dina Waters | als Debby Utley | ||
| Martha Chaves | als Rosa | ||
| Keram Malicki-Sanchez | als Freddy | ||
| Regie: | Nick Cassavetes | ||
| Buch: | James Kearns | ||
| Musik: | Aaron Zigman | ||
| Kamera: | Rogier Stoffers | ||
| Produzent: | Mark Burg | ||
| Oren Koules | |||
John Q. - Verzweifelte Wut in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Original-Kommentar, Original-Dokumentationen, "Fighting for Care" und "Behind the Scenes of John Q.", nicht verwendete/alternative Szenen, Stab und Besetzung, Trailer
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