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Leihvideo
Erhältlich seit:
31.03.2011
Drama/ Biographie
Österreich/Deutschland 2010
Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 12
Tobias Moretti
Martina Gedeck
Moritz Bleibtreu
Regie: Oskar Roehler
EuroVideo Bildprogramm

Oskar Roehler erzählt von der Entstehung und Wirkung des Nazi-Propagandafilms "Jud Süß" als Melodram, Satire und schillernde Variation über Künstler als Marionetten.
Der nur mit Erlaubnis der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung für öffentliche Aufführungen zugelassene "Jud Süß" (1940) gehört zu den Filmen, die den vom Nazi-Regime gewünschten Rassenhass nicht plump propagierten, sondern die Mordhetze gegen das Judentum in die Geschichte um den geldgierigen und sexuell ausschweifenden Finanzrat Joseph Süß Oppenheimer in die Form des Melodrams kleideten, das vorhandene antisemitische Ressentiments weckten. Veit Harlan ("Kolberg", "Immensee") war der von Propagandaminister Joseph Goebbels gewählte und prädestinierte Regisseur, der wirkungsmächtig mit dem Genre umzugehen wusste. "Jud Süß" sahen 20 Millionen im Kino.
Oskar Roehler ("Elementarteilchen") erzählt die Geschichte von Entstehung und Wirkung von "Jud Süß" aus der Perspektive des Schauspielers Ferdinand Marian (Tobias Moretti), der sich dem Wunsch von Goebbels (Moritz Bleibtreu) zu entziehen versucht, um doch als des Teufels Schauspieler unter Harlan (schön zwielichtig: Justus von Dohnányi) den Titelhelden zu spielen, der auf fatale Weise Filmgeschichte schrieb. In der politischen Satire brilliert Bleibtreu, der die Aussprache des Ministers bravourös hinkriegt, als hinkender Mephisto, der mit Wonne manipuliert, überwacht, Fallen stellt, den Film dominiert und Goebbels-Interpreten wie Ulrich Matthes ("Der Untergang") vergessen lässt. Moretti setzt dem die stille Verzweiflung der Marionette entgegen, die den Fäden, die das eh angeknackste Privatleben des Alkoholikers mit Ehefrau Anna (Martina Gedeck) zerstören, nicht entkommt, mit "Jud Süß" identifiziert wird und tragisch endet.
Das Melodramatische des Stoffes um manipulierte Schauspieler, die Istvan Szabó in "Mephisto" mit Klaus Maria Brandauer als dramatischen Pakt mit dem Teufel inszenierte, hat es schwerer, aber ästhetisch kommt Roehler Harlans Originalfilm, dessen zentrale Szenen er geschickt nachstellt, recht nah. Er fährt in Sex-Szenen mit Gedeck und Gudrun Landgrebe derbe Geschosse auf, und lässt in der Parallelhandlung mit dem jüdischen Schauspieler Wilhelm Adolf Deutscher (Heribert Sasse), der das KZ überlebt, Ambivalenzen zu. Das Drehbuch von Klaus Richter arbeitet mit historischen Änderungen, etwa in Namensgebung und Marians weiterer Karriere. So profitiert Roehlers schillerndes Nazi-Spektakel vom Tarantino-Effekt eines deutschen "Basterd" und legitimer künstlerischer Freiheit. ger.
Berlin 1939. Der geachtete, aus Österreich stammende Schauspieler Ferdinand Marian (Tobias Moretti) bekommt direkt von Joseph Goebbels (Moritz Bleibtreu) eine Rolle angeboten: Er soll den jüdischen Kaufmann "Jud Süß" in dem gleichnamigen antisemitischen Propagandafilm spielen. Eine einmalige Karrierechance für Marian. Hin- und hergerissen weigert er sich zunächst, vor allem wegen der Einwände seiner Frau Anna (Martina Gedeck). Doch nachdem Goebbels immer stärkeren Druck auf ihn ausübt, willigt er ein. Marian versucht, sich und seiner Frau einzureden, er könne die Rolle so spielen, dass der Titel-Bösewicht zum Sympathieträger würde. Ein schwerwiegender Fehler, denn Marian wird zur Marionette und verstrickt sich immer mehr in die Folgen dieser filmischen Propagandawaffe.
Quelle: EuroVideo
| Darsteller: | Tobias Moretti | als Ferdinand Marian | |
|---|---|---|---|
| Martina Gedeck | als Anna Marian | ||
| Moritz Bleibtreu | als Joseph Goebbels | ||
| Justus von Dohnányi | als Veit Harlan | ||
| Armin Rohde | als Heinrich George | ||
| Martin Feifel | als Knauf | ||
| Ralf Bauer | als Fritz Hippler | ||
| Robert Stadlober | als Lutz | ||
| Paula Kalenberg | als Kristina Söderbaum | ||
| Milan Peschel | als Werner Krauss | ||
| August Zirner | als Erich Engel | ||
| Heribert Sasse | als Deutscher | ||
| Erika Marozsán | als Vlasta | ||
| Anna Unterberger | als Britta | ||
| Martin Butzke | als Malte Jäger | ||
| Lena Reichmuth | als Magda Goebbels | ||
| Gudrun Landgrebe | als Frau Frowein | ||
| Regie: | Oskar Roehler | ||
| Buch: | Klaus Richter | ||
| Musik: | Martin Todsharow | ||
| Kamera: | Carl-Friedrich Koschnick | ||
| Produzent: | Franz Novotny | ||
| Markus Zimmer | |||
Jud Süß - Film ohne Gewissen in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch dts 5.1, Deutsch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1/dts
Bildformat: 1:1,85/16:9
Star
Tobias Moretti
Österreichischer Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler. Durch die TV-Serie "Kommissar Rex" als Österreichs "liebster Schwiegersohn"...
Star
Martina Gedeck
Schön und stolz, echt und erotisch, attraktiv und arbeitswütig, wandelbar und wunderbar, ein Chamäleon und furioses Vollweib. Martina...
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